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Traumjobs und Seifenblasen

22. Juni 2006 um 14:48

Hallo,

ich bin fertig mit der Welt, kann mir bitte jemand sagen ob ihm/ihr schon mal das gleiche passiert ist, bzw. was er/sie dagegen gemacht hat/machen würde???

Mein Fall:
Vor ein paar Jahren habe ich meinen Traumjob gefunden.
FOTOGRAFIN. Ich machte ein Praktikum und war vom ersten Tag an begeistert! Die Arbeit mit Menschen, Kreativität und Technik ist die perfekte Mischung für mich.
Leider bekam ich keinen Ausbildungsplatz und musste das nächstliegenste nehmen und Industriekauffrau lernen.

Dieser Job kotzt mich seit fast fünf Jahren jeden Tag an! Langweilige Arbeiten, blöde Kollegen und komplizierte Chefs haben mich dazu gebracht, dass ich im Januar einen Antrag für eine Umschulung zur Fotografin gestellt habe.

Zeitgleich habe ich Bewerbungen geschrieben, wobei ich dann auch tatsächlich eine Zusage bekommen habe (Bei diesem Studio habe ich es zuvor schon öfter versucht, jedoch immer Pech gehabt)!!

Ich konnte mein Glück kaum fassen. Im September d.J. könnte ich ein neues Leben anfangen.
Unglaublicherweise bekam ich in der gleichen Woche einen Anruf aus dem Personalbüro, dass ich meinen neuen (verlängerten) Vertrag unterschreiben könnte.

Was jetzt??
Ich habe den Vertrag für meine alte Stelle unterschrieben (um abgesichert zu sein).
Das Fotostudio wartete noch auf die Unterlagen und ich hatte einen Termin am Arbeitsamt.

Der zuständige Sachbearbeiter teilte mir innerhalb von drei Minuten mit, dass für mich eine Umschulung beim besten Willen nicht in Frage kommt!

Zwei Augenblicke später brach ich in Tränen aus. Ich kann es einfach nicht fassen, dass hier mein Weg zu ende sein soll?!?! (Als Azubi Fotograf verdient man im 1. Lehrjahr ca. 230 - absolut undenkbar für mich!!)

Ich habe soviele Ideen, Vorstellungen und Träume! Wie zum teufel soll ich das jetzt umsetzen?

Bitte teilt eure Erfahrungen mit mir.
schöne Grüße
Niazuli

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22. Juni 2006 um 16:01

Seifenblase...
Warum du eine Umschulung in so einen Bereich finanziert bekommen solltest, hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert. Wenn es dein Traumjob ist, mußt du da wohl durch.

Wie wäre es für dich als Alternative, Fotografie/Fotodesign zu studieren? Dann hast du 1. die Möglichkeit nebenher noch was zu verdienen und alles ist mehr als diese Vergütung!(gibt es eigentlich einen noch schlechter bezahlten Ausbildungsberuf?) und 2. auch bessere Berufschancen hinterher, denn die sind, um realistisch zu sein, auch eher spärlich gesäht.

Oder du gehst den riskanten Weg, machst ein Jahr Praktikum zum Hungerlohn und versuchst dich dann als freie Assistentin(Fotografen aus dem Handwerk würden mich jetzt wahrscheinlich auspeitschen) auf dem Markt. Selbständig machen könntest du dich dann als Fotografin aber nicht, weil es eine geschützte Berufsbezeichnung ist.

Auf jeden Fall würde ich mir diesen Schritt seeehr gut überlegen. Denn so oder so ist er riskant(im Vergleich zu einer festen Anstellung) Vielleicht dann doch lieber ein schönes Hobby?

Naja, ne große Hilfe war ich jetzt wohl nicht...
Welchen Weg du auch wählst, ich wünsche dir viel erfolg.

LG, koellegoerl

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22. Juni 2006 um 22:19

Wenn es Dein Traum ist
und Du bei der Frage, "werde ich mir irgendwann vorwerfen ihn nicht realisiert zu haben" ja sagst, solltest Du Dir einen Weg suchen es verwirklichen zu können. Wie sieht es denn mit BAB oder BaföG aus, mit Wohngeld oder Kindergeld?
Bei mir ist es zwar anders, aber dennoch ähnlich. Ich habe zwar einen Beruf, der mich sehr erfüllt, aber ich habe dennoch seit knapp zehn Jahren den Wunsch Medizin zu studieren. Und den hab ich bislang nicht aufgeben können. Ich hab mich also nach dem Abi jedes Jahr beworben und keinen Studienplatz bekommen. Inzwischen warte ich seit sechs Jahren und hoffe nun dieses Jahr einen Platz zu bekommen.
Ich muß und werde dann alles aufgeben was ich mir beruflich aufgebaut habe und ein Supergehalt gegen BaföG eintauschen. Aber es ist mein Traum und man lebt nur einmal.

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23. Juni 2006 um 10:32
In Antwort auf wutzi82

Wenn es Dein Traum ist
und Du bei der Frage, "werde ich mir irgendwann vorwerfen ihn nicht realisiert zu haben" ja sagst, solltest Du Dir einen Weg suchen es verwirklichen zu können. Wie sieht es denn mit BAB oder BaföG aus, mit Wohngeld oder Kindergeld?
Bei mir ist es zwar anders, aber dennoch ähnlich. Ich habe zwar einen Beruf, der mich sehr erfüllt, aber ich habe dennoch seit knapp zehn Jahren den Wunsch Medizin zu studieren. Und den hab ich bislang nicht aufgeben können. Ich hab mich also nach dem Abi jedes Jahr beworben und keinen Studienplatz bekommen. Inzwischen warte ich seit sechs Jahren und hoffe nun dieses Jahr einen Platz zu bekommen.
Ich muß und werde dann alles aufgeben was ich mir beruflich aufgebaut habe und ein Supergehalt gegen BaföG eintauschen. Aber es ist mein Traum und man lebt nur einmal.

Hi,
ich will mir später wirklich nichts vorwerfen! Und ich bin auch voll der Meinung dass man für einen Traum viel riskieren sollte. Aber was mich abschreckt ist: 230 euro Einkommen bei 315 euro miete.

Hab mich im Internet schon über Beihilfen und Zuschüsse schlau gemacht und so müsste es auch hinhauen. Leider muss ich davon nur noch den Sachbearbeiter überzeugen...

Danke für deine Antwort
Niazuli

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23. Juni 2006 um 11:10
In Antwort auf niazuli

Hi,
ich will mir später wirklich nichts vorwerfen! Und ich bin auch voll der Meinung dass man für einen Traum viel riskieren sollte. Aber was mich abschreckt ist: 230 euro Einkommen bei 315 euro miete.

Hab mich im Internet schon über Beihilfen und Zuschüsse schlau gemacht und so müsste es auch hinhauen. Leider muss ich davon nur noch den Sachbearbeiter überzeugen...

Danke für deine Antwort
Niazuli

Liebe Niazuli
auch wenn ich keine Antwort von dir bekomme *schmoll* muß ich mich jetzt nochmal einmischen und dir wirklich sagen, ich würde im Ernst nicht davon ausgehen, dass du das finanziert bekommst. Ich kenne Leute, die haben Kredite aufgenommen, um sich diese Ausbildung zu finanzieren.

Ich sage das nur nochmal, weil du auch nach Alternativen gefragt hast. Die würd ich mir dann aber auch mal durch den Kopf gehen lassen, wenn du es unbedingt machen möchtest.

LG, koellegoerl

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23. Juni 2006 um 13:54
In Antwort auf koellegoerl

Liebe Niazuli
auch wenn ich keine Antwort von dir bekomme *schmoll* muß ich mich jetzt nochmal einmischen und dir wirklich sagen, ich würde im Ernst nicht davon ausgehen, dass du das finanziert bekommst. Ich kenne Leute, die haben Kredite aufgenommen, um sich diese Ausbildung zu finanzieren.

Ich sage das nur nochmal, weil du auch nach Alternativen gefragt hast. Die würd ich mir dann aber auch mal durch den Kopf gehen lassen, wenn du es unbedingt machen möchtest.

LG, koellegoerl

Sorry koellegoerl,
entschuldige die verpasste Antwort :/

Das ich keine Umschulung bekomme habe ich mittlerweile (fast) eingesehen. Allerdings habe ich mich informiert und als Azubi stehen mir Beihilfen zum Lebensunterhalt, Wohngeld, Fahrtgeld etc. zu. Am Montag rede ich mit dem Sachbearbeiter und versuch mein Bestes.
Auf die Idee nen Kredit aufzunehmen wär ich von selbst nie gekommen, aber ich glaub da macht auch nicht jede Bank mit...
Es ist nur so, dass ich (eigentlich von anfang an) in meiner Position und in der gesamten Firma absolut unzufrieden bin. An meinem Standort arbeiten ca. 500 Leute und mir fällt keine Abteilung, Position oder Kollegium ein mit dem ich gerne zusammenarbeiten würde. Vielleicht liegt es ja auch an mir *grübel* aber auch deshalb möchte ich daran etwas ändern.

danke für deine Kommentare und das du mich am Boden hälst

Niazuli

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23. Juni 2006 um 14:03
In Antwort auf niazuli

Hi,
ich will mir später wirklich nichts vorwerfen! Und ich bin auch voll der Meinung dass man für einen Traum viel riskieren sollte. Aber was mich abschreckt ist: 230 euro Einkommen bei 315 euro miete.

Hab mich im Internet schon über Beihilfen und Zuschüsse schlau gemacht und so müsste es auch hinhauen. Leider muss ich davon nur noch den Sachbearbeiter überzeugen...

Danke für deine Antwort
Niazuli

Welchen Sachbearbeiter
willst Du überzeugen? Daß Du eine Umschulung bekommst glaube ich nämlich auch nicht. Wir haben in der Firma Auszubildende gesucht und unter den Bewerbern waren einige die schon einen Beruf erlernt hatten und in diesem einfach keinen Job bekommen. Selbst die haben keine Umschulung genehmigt bekommen. Deshalb denke ich nicht, daß sich das Arbeitsamt davon überzeugen läßt, jemandem der Arbeit hat eine Umschulung zu geben.

Aber was hält Dich davon ab nebenher zu arbeiten? Ich werde von 585 Euro BaföG auch nicht leben können, Wohnung und Auto alleine kosten mich wesendlich mehr im Monat. Aber da ich nicht bereit bin diesen Luxus aufzugeben werde ich halt nebenher arbeiten.

Wenn Du BAB beziehen kannst, weil Deine erste Ausbildung damit nicht unterstützt wurde, hast Du sogar zwei Vorteile im Vergleich zum BaföG. Zum einen mußt Du es nicht zurückzahlen und zum anderen orientiert es sich an Deinen tatsächlichen Ausgaben. Hast Du Dich darüber schon mal informiert?
Seit neuestem Bieten ja auch dieverse Banken Bildungskrediete an.
Also ich denke die Möglichkeiten (auch ohne Umschulung) sind schon vorhanden, wenn Du Dir sicher ist...

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23. Juni 2006 um 14:16
In Antwort auf wutzi82

Welchen Sachbearbeiter
willst Du überzeugen? Daß Du eine Umschulung bekommst glaube ich nämlich auch nicht. Wir haben in der Firma Auszubildende gesucht und unter den Bewerbern waren einige die schon einen Beruf erlernt hatten und in diesem einfach keinen Job bekommen. Selbst die haben keine Umschulung genehmigt bekommen. Deshalb denke ich nicht, daß sich das Arbeitsamt davon überzeugen läßt, jemandem der Arbeit hat eine Umschulung zu geben.

Aber was hält Dich davon ab nebenher zu arbeiten? Ich werde von 585 Euro BaföG auch nicht leben können, Wohnung und Auto alleine kosten mich wesendlich mehr im Monat. Aber da ich nicht bereit bin diesen Luxus aufzugeben werde ich halt nebenher arbeiten.

Wenn Du BAB beziehen kannst, weil Deine erste Ausbildung damit nicht unterstützt wurde, hast Du sogar zwei Vorteile im Vergleich zum BaföG. Zum einen mußt Du es nicht zurückzahlen und zum anderen orientiert es sich an Deinen tatsächlichen Ausgaben. Hast Du Dich darüber schon mal informiert?
Seit neuestem Bieten ja auch dieverse Banken Bildungskrediete an.
Also ich denke die Möglichkeiten (auch ohne Umschulung) sind schon vorhanden, wenn Du Dir sicher ist...

.
Ok ok, langsam frag ich mich was ich mir dabei gedacht hab ne Umschulung zu beantragen. Aber ich musste es einfach versuchen. Jetzt weiß ich dass es nicht geht und kann mich nach nem anderen Weg umschaun...

Über BAB hab ich im Internet geforscht und als Azubi wäre ich definitiv förderungsfähig (denkt an die 230 euro im 1. Lehrjahr). Am örtlichen Arbeitsamt gibt es ein Programm, damit kannst du dir die Höhe des Zuschusses berechnen lassen. Da werde ich nächste Woche mal hingehen!!

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23. Juni 2006 um 14:33
In Antwort auf niazuli

.
Ok ok, langsam frag ich mich was ich mir dabei gedacht hab ne Umschulung zu beantragen. Aber ich musste es einfach versuchen. Jetzt weiß ich dass es nicht geht und kann mich nach nem anderen Weg umschaun...

Über BAB hab ich im Internet geforscht und als Azubi wäre ich definitiv förderungsfähig (denkt an die 230 euro im 1. Lehrjahr). Am örtlichen Arbeitsamt gibt es ein Programm, damit kannst du dir die Höhe des Zuschusses berechnen lassen. Da werde ich nächste Woche mal hingehen!!

So
war das nicht gemeint. Doof ist das nicht. Aber es liegt wahrscheinlich echt an dem Beruf, den du machen willst. Wieso sollte das Amt dir eine Umschulung finanzieren, wo es aus Amtssicht null Arbeitsplätze gibt.

Was wäre das für ein Studio, wo du arbeiten könntest? Werbung?

hach, es ist schon toll, nur aus eigener Erfahrung warne ich halt jeden, denn man muß sich 100% sicher sein. Die meisten Jobs gibt`s dann nachher nur bei so Passfotoläden, und ob das das Wahre ist, also für mich nicht.

LG, koellegoerl

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23. Juni 2006 um 20:26
In Antwort auf niazuli

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Ok ok, langsam frag ich mich was ich mir dabei gedacht hab ne Umschulung zu beantragen. Aber ich musste es einfach versuchen. Jetzt weiß ich dass es nicht geht und kann mich nach nem anderen Weg umschaun...

Über BAB hab ich im Internet geforscht und als Azubi wäre ich definitiv förderungsfähig (denkt an die 230 euro im 1. Lehrjahr). Am örtlichen Arbeitsamt gibt es ein Programm, damit kannst du dir die Höhe des Zuschusses berechnen lassen. Da werde ich nächste Woche mal hingehen!!

Sorry,
das sollte kein Angriff sein, aber Umschulungen werden inzwischen allgemein immer seltener bezahlt.

Bin gespannt was Du in Erfahrung bringen kannst und ich denke schon, daß es sich dann durchaus realisieren läßt.
Und wenn nicht würde ich mir halt wirklich was dazu verdienen.
Viel Erfolg.

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