Home / Forum / Schule & Studium / Studium abgebroch - borderline - und nun?

Studium abgebroch - borderline - und nun?

2. Juni 2004 um 12:16

hallo ihr lieben,

ich leide seit vielen jahren an einer borderline-störung. seit dem WS 98/99 habe ich philosophie und altgermanistik studiert, aber durch die BPS hat sich mein studium wahnsinnig in die länge gezogen. so habe ich im letzten jahr leider auch mein stipendium verloren. durch einen klinikaufenthalt bis mitte januar und den anschließenden umzug in eine andere stadt habe ich nun auch noch meine exmatrikulation verschuldet.
ich bin jetzt 29 und müsste, wenn ich im nächsten semester mein studium wieder aufnehmen will, in beiden fächern nochmal im fünften fachsemester starten, weil mir so viele scheine fehlen.
momentan weiß ich einfach nicht mehr, was ich machen soll. fühle mich der arbeitswelt da draußen überhaupt nicht gewachsen. aber auch das studium selbst überfordert mich offensichtlich völlig (nicht inhaltlich/fachlich, sondern wegen meiner sozialen etc. probleme durch die BPS). im juli soll ich nochmal für acht wochen stationär. aber was dann? was, wenn ich danach immer noch nicht stabil genug bin, das studium fertig zu machen? eine lehre traue ich mir erst recht nicht zu ohne eine mindestens dreijährige berufstätigkeit kann ich aber ja auch keine berufsunfähigkeitsrente beziehen...

weiß eine von euch rat?

traurige grüße,

ally

Mehr lesen

3. Juni 2004 um 16:46

Ich kenne das!
Hallo Ally!

Ich leide zwar nicht an borderline, habe jedoch depressionen. Bei mir hat sich die geschichte erst so schleichend entwickelt.

Ich habe zuerst jus angefangen; nachdem ich dafür jedoch anscheinend nicht geeignet war hab ich Internationale BWL gemacht - das hat jedoch auch nicht funktioniert. Bis dahin waren dann schon gute 5 Jahre um und ich hatte nicht mal meinen ersten Abschnitt.
Ich hab vor 3 Jahren wieder gewechselt und studiere jetzt Psychologie. Obwohl ich weiß, daß ich endlich das gefunden habe was ich machen will und was zu mir paßt, schaffe ich es trotzdem nicht- ich kann mich absolut zu nichts aufraffen und bin schon sehr verzweifelt diesbezüglich. Dazu kommt, daß meine Familie nichts von meiner Krankheit weiß und daß alle in meiner Familie eigentlich auch depressiv sind.

Ich möchte dich aber nicht mit meinem Leben nerven, sondern eigentlich wollte ich dir raten nachdem du anscheinend sowieso schon in Behandlung bist, daß du mit deinem Therapeuten über dieses Problem redest. Wenn er gut ist bin ich mir sicher, daß er dir weiterhelfen kann. Prinzipiell glaube ich, daß es nie zu spät ist zu studieren und daß es egal ist wieviele Scheine du noch nachzuholen hast. Ich rate dir, mit all deiner Kraft gesund zu werden. Das ist und bleibt das wichtigste im Leben. Alles andere wird sich irgendwie von selbst ergeben, davon bin ich überzeugt. Nur wenn du die Kraft und die Ruhe hast und die innere Überzeugung, dann wirst du auch wissen was du tun sollst und was du tun kannst. Gib dein Studium nicht so einfach auf. Halte daran fest, setze dir dieses Ziel und versuche es zu Erreichen, auch wenn es noch Jahre dauert, das ist nicht wichtig. Für mich weiß ich, daß ich das richtige mache, auch wenn scheinbar überhaupt nichts funktioniert.

Ich wünsche dir Kraft und alles Liebe

lg
Moni

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Hydro Boost

Teilen
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper

Das könnte dir auch gefallen