Home / Forum / Schule & Studium / Selbstständig & Abhängigkeit von Auftraggeber...

Selbstständig & Abhängigkeit von Auftraggeber...

7. März 2005 um 13:46

Meine Lieben ich brauche mal euren Rat:

Ich bin seit ca. einem Jahr selbstständig... Es läuft ganz gut, aber ich habe ein kleines Problem mit einem meiner Hauptauftraggeber...

Die wollen mich nämlich am liebsten 40 Stunden die Woche beschäftigen und behandeln mich wie eine Angestellte, bin aber Unternehmer mit vollem Risiko aber ohne Sozialleistungen.
Das Geld, welches ich gezahlt bekomme ist nicht gerade wenig. Man kann gut davon Leben, das Unternehmen ist sehr sozial. Aber ich fühle mich überhaupt nicht mehr wohl. Außerdem sieht der Auftraggeber nur seine Seite. Meine Bedenken wegen eventueller Scheinselbständigkeit werden immer als 'Unsinn' beiseite geschoben...

Fühle mich total eingesperrt und kontrolliert. Ich muss dauernd vor Ort sein und mich nach Vorgesetzten richten, die ich eigentlich nicht habe. Meine anderen Jobs und Kunden habe ich vernachlässigt, weil ich nicht NEIN sagen konnte...
Jetzt soll ich ohne dass man mich gefragt hätte ob ich das möchte - weitere 3 Jahre in dem Projekt arbeiten. Natürlich so viel Zeit wie möglich und mindestens 20 Stunden pro Woche verteilt auf 4-5 Tage.

Ich möchte so gerne absagen, obwohl mir ein großer Teil meiner Einnahmen (vorerst) sicher verloren geht... Ich habe nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei. Im Gegenteil:
Ich würde mich befreit und wohl fühlen, und hätte Zeit andere Jobs zu machen. Anfragen und andere Aufträge habe ich. Nicht zu Hauf - aber ich würde Geld verdienen.

Nun, irgendwie sagen alle mit denen ich bisher gesprochen habe, ich soll froh sein, so einen Auftraggeber zu haben und weitermachen...

Helft mir mal... Wie würdet ihr entscheiden?

Mehr lesen

7. März 2005 um 14:45

Die lieben Nichtvorgesetzten
Es ist schon eine feine Sache, für jemanden nicht aufkommen zu müssen aber schlimmer zu behandeln als einen Angestellten. Leider findest du das nicht so selten.
Nun was habe ich in so einer Situation gemacht.
Bei jeder passenden Gelegenheit habe ich meinen Hauptauftraggeber darauf aufmerksam gemacht, das er nicht Weisungsberechtigt ist. Damals mit dem Hinweis, wenn er mir Weisungen erteilen möchte, könne er mich ja einstellen. Dann kann er auch alle Berichte und Nachweise bekommen, die er immer von mir gefordert hatte.
Das Ergebnis war jedesmal, wenn wir zu einer Vertriebstagung zusammenwaren dauerte es bei den Einzelgesprächen nur wenige Minuten und der Auftraggeber saß auf dem Tisch vor Wut. Er konnte aber auch nichts tun. Natürlich er konnte den Vertrag lösen, damit muß man immer rechnen. Aber in dem meisten Fällen geht das auch nicht ohne Sanktionen für diesen Auftraggeber ab. Das mußt du für deinen Fall mal abklären.
In meinem Fall war es so, daß er einmal im Jahr den Vertrag löste, um ihn sofort, mit schlechteren Bedingungen wieder zu schließen. In einem Jahr, als es mir entgegen kam, bin ich aber keinen neuen Vertrag eingegangen und er mußte, weil er ja gekündigt hatte dafür bezahlen.
Ich halte es also für richtig, wenn man diese Scheinselbständigkeit unterbindet. Bitte aber nicht ohne zu prüfen, wie geht es weiter. Vor allem, wenn du daher kommst, was dein Profil verrät. Die Arbeitsstellenlage sieht verdammt mies aus. Soetwas weis natürlich auch der Auftraggeber. Du solltest nicht vergessen, das unsere Regierung zwar die Scheinselbständikeit verbietet aber mit den Miniselbständigkeit gradezu dazu auffordert.
Das war nicht so direkt ein Rat aber ein Verhalten eines ehemaligen Leidensgenossen.

Liebe Grüße

Teddy

Gefällt mir

8. März 2005 um 10:53
In Antwort auf teddymen

Die lieben Nichtvorgesetzten
Es ist schon eine feine Sache, für jemanden nicht aufkommen zu müssen aber schlimmer zu behandeln als einen Angestellten. Leider findest du das nicht so selten.
Nun was habe ich in so einer Situation gemacht.
Bei jeder passenden Gelegenheit habe ich meinen Hauptauftraggeber darauf aufmerksam gemacht, das er nicht Weisungsberechtigt ist. Damals mit dem Hinweis, wenn er mir Weisungen erteilen möchte, könne er mich ja einstellen. Dann kann er auch alle Berichte und Nachweise bekommen, die er immer von mir gefordert hatte.
Das Ergebnis war jedesmal, wenn wir zu einer Vertriebstagung zusammenwaren dauerte es bei den Einzelgesprächen nur wenige Minuten und der Auftraggeber saß auf dem Tisch vor Wut. Er konnte aber auch nichts tun. Natürlich er konnte den Vertrag lösen, damit muß man immer rechnen. Aber in dem meisten Fällen geht das auch nicht ohne Sanktionen für diesen Auftraggeber ab. Das mußt du für deinen Fall mal abklären.
In meinem Fall war es so, daß er einmal im Jahr den Vertrag löste, um ihn sofort, mit schlechteren Bedingungen wieder zu schließen. In einem Jahr, als es mir entgegen kam, bin ich aber keinen neuen Vertrag eingegangen und er mußte, weil er ja gekündigt hatte dafür bezahlen.
Ich halte es also für richtig, wenn man diese Scheinselbständigkeit unterbindet. Bitte aber nicht ohne zu prüfen, wie geht es weiter. Vor allem, wenn du daher kommst, was dein Profil verrät. Die Arbeitsstellenlage sieht verdammt mies aus. Soetwas weis natürlich auch der Auftraggeber. Du solltest nicht vergessen, das unsere Regierung zwar die Scheinselbständikeit verbietet aber mit den Miniselbständigkeit gradezu dazu auffordert.
Das war nicht so direkt ein Rat aber ein Verhalten eines ehemaligen Leidensgenossen.

Liebe Grüße

Teddy

Hallo Teddy...
danke für deine Antwort... Hört sich stark nach einer 'Handelsvertreter-Geschichte' an, bei dir

Das Ding ist, ich will gar nicht angestellt sein bei dem Auftraggeber. Wollte ich nie und will ich auch in Zukunft nicht.

Ich war eine Weile arbeitslos und habe mich irgendwann ganz bewusst dafür entschieden, mein eigenes Ding zu machen.
Und deswegen ist es mir einfach wichtig meine Eigenständigkeit zu bewahren...


Liebe Grüße
Toffi

Gefällt mir

8. März 2005 um 14:51
In Antwort auf toffifee1

Hallo Teddy...
danke für deine Antwort... Hört sich stark nach einer 'Handelsvertreter-Geschichte' an, bei dir

Das Ding ist, ich will gar nicht angestellt sein bei dem Auftraggeber. Wollte ich nie und will ich auch in Zukunft nicht.

Ich war eine Weile arbeitslos und habe mich irgendwann ganz bewusst dafür entschieden, mein eigenes Ding zu machen.
Und deswegen ist es mir einfach wichtig meine Eigenständigkeit zu bewahren...


Liebe Grüße
Toffi

Der Eindruck ist richtig
Es war eine Handelsvertretung. Dieser Sektor hat den Vorteil, das es ein ganzes Gesetzbuch dafür gibt.
Ich bin dann aber wieder in eine Beschäftigung gegangen. Eben, weil ich nicht diesen Veschlechterungen folgen wollte. Es gab da noch andere wichtige Gründe gesundheitlich. Richtig ist aber sicher auch für dich immerwieder darauf hinzuweisen "Ich bin nicht bei Ihnen beschäftigt."
Also keine Abhängigkeiten, vor allem keine Berichte oder Zeitnachweise schon gar nicht direkte Weisungen oder Unterstellungen unter Abteilungleiter oder anderen Gruppen. Darunter fällt nicht festlegen der Betriebsstrategie.

Bleib also standhaft. Eben das zweite Standbein ist da sehr wichtig
Leipzig zählte zeitweise auch zu meinem Vertriebsgebiet

Liebe Grüße
Teddy

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Diskussionen dieses Nutzers

Hydro Boost

Teilen
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen