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Schule ist doof...

11. Dezember 2018 um 13:36

Hallo zusammen!

Mein Sohn (6) geht seit dem Sommer in die Schule und bisher hat es ihm super gefallen. Auch die Lehrer waren bisher immer sehr zufrieden mit ihm.
Er ist hilfsbereit und ein schlaues Kerlchen, das schnell lernt.

Seit etwa einem Monat höre ich aber immer öfter, dass in den Pausen gekämpft wird. (Was ja soweit hier und da mal "okay" ist) Aber seit neustem steht mein Knirps öfter im Fokus, da er wohl die Prügeleien anfängt, die Mädchen festhält und dass er statt zu sprechen schlägt.
So kenne ich meinen Sohn aber nicht. Ich will nicht sagen, dass er besstimmt nie mit einem Kämpfchen, wie sie es in der Schule nennen, anfängt, aber so oft, wie es mir in letzter Zeit zu Ohren gekommen ist, glaube ich nicht, dass er es immer macht.
Ich habe letzte Woche einen Anruf von seiner Lehrerin bekommen, dass er einfach so ein Kind geschlagen habe, wobei mein Sohn mir erzählt hat, dass dieser Junge vor ihm stand und ihn zum kämpfen aufgefordert hat (und dieser Junge ist bekannt dafür, dass er gerne kämpft), was seinen Schlag natürlich nicht entschuldigt. Seit dem kommt er jeden Tag nach Hause und erzählt, er habe sich mit dem gestritten und mit dem und mit ihr und mit denen.
Er erzählt mir, dass er den jeweiligen Sitauionen aus dem Weg gehen wollte, von den anderen Kindern aber festgehalten und/oder gehauen wurde und wenn er sich wehrte, wurde er natürlich erwischt oder verpetzt. (Kennt man ja noch aus der eigenen Kindheit :P ) Und da die anderen Kinder nicht inflagranti erwischt wurden, war meiner der Böse und bekam Ärger.
Heute kam er dann mit einem Eintrag im Hausaufgabenheft nach Hause.

Dienstag 1. gr. Pause
Anstatt zu sprechen schlägt er [ein anderes Kind] und beginnt zu kämpfen.
Angesprochen zeigt er keine Einsicht.
Ich werde nun täglich eine kurze Notiz zum Arbeits- und Sozialverhalten in dieses Heft eintragen.
[...]


Mein Sohn kommt weinend von der Schule und erzählt mir unter Tränen, dass das so nicht stimmt und er heute Morgen von dem Jungen aus der Notiz zur Begrüßung getreten wurde und er ihm in der Pause nur was erzählen wollte, worauf hin ein anderes Kind meinte "da kommt er..." und die beiden Jungs dann meinen geschubst und festgehalten haben und als er sich daraufhin wehren wollte, wurde er gesehen, wie er "wieder schlägt".

Was ich aber bisher mitbekommen habe, ist dieses Kämpfen in seiner Klasse normal. Die Jungs kämpfen gegen die Mädchen, die jeweiligen Grüppchen auch gegeneinander und der neue Freundeskreis gegen den alten Freundeskreis.
Ich hatte die Lehrerinnen schon mal darauf angesprochen, dass das ganze zu eskallieren scheint und so führten sie ein "Kampfverbot" ein und wer doch kämpfte, durfte als Strafe nicht auf dem Pausenhof in der nächsten Pause.
Das scheint so aber nicht zu funktionieren und so langsam bin ich mit meinem Latein am Ende...
Deshalb würde ich mich sehr über Euren Rat freuen.
Was soll ich wegen der Situation meines Sohnes machen? 
Habt Ihr Erfahrungen mit solchen "Prügelklassen"?

Freue mich über baldige Antworten.

Lieben Gruß
Märri

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11. Dezember 2018 um 14:35

Hallo Märri,
in abgeschwächter Form ist das sicher normal und in allen Klassen so.
Hier fällt mir auf, dass Erwachsene viel eingreifen für wenig Grund.....ohne beide Seiten zu hören.
Einträge in Hefte zu schreiben.... täglich....und bei den Beteiligten nicht, bringt deinen Sohn in eine Aussenseiterposition. Du spürst daheim ja seine Verzweiflung.
Hast du überlegt, einen der Hauptgegner mal zu euch einzuladen..... manchmal entwickelt sich dann eine Freundschaft oder Verständnis füreinander. 
Evtl. ist die Lehrerin offen für ein Projekt. Für ein Thema das spannender ist als Kämpfe. Nach dem Motto : was schaffen wir gemeinsam als Klasse !
Eine Aktion, die das Wirgefühl und den Gemeinschaftssinn der Klasse stärkt und Kämpfe uninteressant macht ?

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11. Dezember 2018 um 19:34

Für mich klingt das so, als hätte die Lehrerin deinen Sohn schon auf dem Kieker.
Was mir als erstes einfallen würde wäre, sie nochmal um ein (baldiges) Gespräch zu bitten und sie drauf anzusprechen, dass dein Sohn zum Buhmann für alles gemacht wird. Mit Glück geht sie in sich und merkt selbst, dass sie ihn schon in eine Schublade gesteckt hat auf der "Unruhestifer" steht und versucht künftig objektiver zu sein.

Ansonsten würde ich mich mit meinem Sohn zusammensetzen und ihn fragen, was er von dem Gedanken an einen Schulwechsel halten würde.
Es gibt viele gute Privatschulen und manchmal ist ein Neuanfang das, was ein Kind braucht.

Ich hätte Sorge er lässt sich das Etikett sonst anheften und wird zu dem Umruhestifter, als der er jetzt bereits von der Lehrerin gesehen wird.

LG

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11. Dezember 2018 um 20:40
In Antwort auf ShinMY

Hallo zusammen!

Mein Sohn (6) geht seit dem Sommer in die Schule und bisher hat es ihm super gefallen. Auch die Lehrer waren bisher immer sehr zufrieden mit ihm.
Er ist hilfsbereit und ein schlaues Kerlchen, das schnell lernt.

Seit etwa einem Monat höre ich aber immer öfter, dass in den Pausen gekämpft wird. (Was ja soweit hier und da mal "okay" ist) Aber seit neustem steht mein Knirps öfter im Fokus, da er wohl die Prügeleien anfängt, die Mädchen festhält und dass er statt zu sprechen schlägt.
So kenne ich meinen Sohn aber nicht. Ich will nicht sagen, dass er besstimmt nie mit einem Kämpfchen, wie sie es in der Schule nennen, anfängt, aber so oft, wie es mir in letzter Zeit zu Ohren gekommen ist, glaube ich nicht, dass er es immer macht.
Ich habe letzte Woche einen Anruf von seiner Lehrerin bekommen, dass er einfach so ein Kind geschlagen habe, wobei mein Sohn mir erzählt hat, dass dieser Junge vor ihm stand und ihn zum kämpfen aufgefordert hat (und dieser Junge ist bekannt dafür, dass er gerne kämpft), was seinen Schlag natürlich nicht entschuldigt. Seit dem kommt er jeden Tag nach Hause und erzählt, er habe sich mit dem gestritten und mit dem und mit ihr und mit denen.
Er erzählt mir, dass er den jeweiligen Sitauionen aus dem Weg gehen wollte, von den anderen Kindern aber festgehalten und/oder gehauen wurde und wenn er sich wehrte, wurde er natürlich erwischt oder verpetzt. (Kennt man ja noch aus der eigenen Kindheit :P ) Und da die anderen Kinder nicht inflagranti erwischt wurden, war meiner der Böse und bekam Ärger.
Heute kam er dann mit einem Eintrag im Hausaufgabenheft nach Hause.

Dienstag 1. gr. Pause
Anstatt zu sprechen schlägt er [ein anderes Kind] und beginnt zu kämpfen.
Angesprochen zeigt er keine Einsicht.
Ich werde nun täglich eine kurze Notiz zum Arbeits- und Sozialverhalten in dieses Heft eintragen.
[...]


Mein Sohn kommt weinend von der Schule und erzählt mir unter Tränen, dass das so nicht stimmt und er heute Morgen von dem Jungen aus der Notiz zur Begrüßung getreten wurde und er ihm in der Pause nur was erzählen wollte, worauf hin ein anderes Kind meinte "da kommt er..." und die beiden Jungs dann meinen geschubst und festgehalten haben und als er sich daraufhin wehren wollte, wurde er gesehen, wie er "wieder schlägt".

Was ich aber bisher mitbekommen habe, ist dieses Kämpfen in seiner Klasse normal. Die Jungs kämpfen gegen die Mädchen, die jeweiligen Grüppchen auch gegeneinander und der neue Freundeskreis gegen den alten Freundeskreis.
Ich hatte die Lehrerinnen schon mal darauf angesprochen, dass das ganze zu eskallieren scheint und so führten sie ein "Kampfverbot" ein und wer doch kämpfte, durfte als Strafe nicht auf dem Pausenhof in der nächsten Pause.
Das scheint so aber nicht zu funktionieren und so langsam bin ich mit meinem Latein am Ende...
Deshalb würde ich mich sehr über Euren Rat freuen.
Was soll ich wegen der Situation meines Sohnes machen? 
Habt Ihr Erfahrungen mit solchen "Prügelklassen"?

Freue mich über baldige Antworten.

Lieben Gruß
Märri

Es ist immer sehr schwierig rauszufinden was wirklich geschehen ist, wer wie wo daran beteiligt war.
Sachliches Einschätzen fällt nicht nur Kindern sondern auch manchen Erwachsenen schwer, auch einer Lehrerin kann es so gehen, manchmal ist ein Kind auch eben schon zu sehr im Fokus eines Lehrers.

Am Besten ist daher das Hinzuziehen eines Schulsozialarbeiter der durch soziale Gruppenarbeiten, Krisenintervention, ggf Anti Mobbing Trainn mit der gesamten Klasse arbeitet, denn früher oder später nimmt jeder einmal die Opfer- oder Täterrolle ein.

Auch Lehrern ist oft nicht klar, dass man so viel mehr positives bewirken kann wie einfach abstrafen.

Solche Situationen kommen auch oft nicht einfach so zu Stande.
Beide Seiten Opfer/Täter müssen lernen wie sie aus dem Dilemma rauskommen.

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11. Dezember 2018 um 21:16

..nicht das abstrafen sinnlos wäre,aber es bringt ersteinmal weniger etwas wie den Kreis zu durchbrechen.

Sehr beratungsresistente Kinder sollen aber natürlich auch Konsequenzen erhalten, genauso wie bei sehr schweren Vorfällen.

Zum Glück hat fast jede Schule heute solche Schulsozialarbeiter. Du kannst auch mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Mit anderen Kindern reden ist immer schwierig, genauso mit Eltern. Das bringt meist nicht sehr viel und schürt Konflikte zusätzlich an.

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