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Sackgasse Sozialberuf-wer kennt das auch?

26. Juni 2006 um 17:14

Hallo!
Ich bin vor drei Jahren mit dem Sozialpädagogik-Studium fertig geworden (Note 1!), aber habe mir mit dieser Ausbildung ein Riesenei gelegt!
Das Studium selber war wirklich interessant, ich kam mit den meisten Professoren gut aus und fand auch die Präsentation der Themen sehr gelungen.
Aber dann.....
Richtig schlimm wurde es im Berufspraktikum, welches sich an das Studium anschließt.
Es war sehr schwer, überhaupt eine Stelle hierfür zu finden und ich wußte von Anfang an, daß keine Kapazität für eine Übernahme nach dem Berufspraktikum bestand.
Einer der beiden Anleiter übte "Mobbing de Luxe" aus und spielte es voll aus, daß ich das Praktikum so dringend brauchte.
Ich durfte schuften bis zum Umfallen.
Ich habe mich gewehrt, den Kloputzen habe ich definitiv nicht studiert.
Außerdem hat er Lügengeschichten über mich erzählt und bei Teamgesprächen seine Käsefüße immer in meine Richtung gehalten.
Der Terror nahm kein Ende, aber zum Ärger des Anleiters habe ich das Praktikum durchgehalten und mein Arbeitszeugnis auch vom Anwalt überprüfen lassen.
In dieser Zeit brach der Arbeitsmarkt für Sozialpädagogen dann regelrecht zusammen.
Ich habe in den drei Jahren ca. 300 Bewerbungen geschrieben und bin sogar zu Vorstellungsgesprächen in die Schweiz und nach Süddeutschland gefahren.
Außerdem habe ich mich in anderen Branchen beworben, (ohne Erfolg).
Ergebnis: Zweimal hatte ich eine schlechtbezahlte, jeweils befristete Stelle im Sozialbereich.
Beim Arbeitsamt nimmt mich keiner ernst, denn laut deutscher Bildungspolitik darf es jemanden wie mich ja gar nicht geben!
Auslandserfahrung, gute Noten, drei Sprachen, sportlich und kein Job da ernte ich beim Arbeitsamt dumme Blicke und Geschwätz, aber keiner hat einen guten Rat für mich!
Umschulung wird mir nicht gestattet, denn ich habe ja so "toll" studiert und bin immer noch nicht lange genug arbeitslos.
Ich drehe mich die ganze Zeit im Kreis und bin total frustriert, frage mich, ob ich jetzt putzen gehen muß oder bis 80 arbeitslos bin.
Ich bereue es unheimlich, dieses Studium gewählt zu haben, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen
Hilfe!

L.G lamia

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27. Juni 2006 um 16:45

Das tut mir wirklich...
unheimlich leid.
Für was für Stellen hast Du Dich denn so beworben und was erwartest Du?

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27. Juni 2006 um 17:40

-
das tut mir echt leid für dich.
aber mit den noten hättest du doch an der uni arbeiten könne und evtl promovieren?

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28. Juni 2006 um 0:58
In Antwort auf jennings6

Das tut mir wirklich...
unheimlich leid.
Für was für Stellen hast Du Dich denn so beworben und was erwartest Du?

Hallo ihr Beiden! Danke für die Antworten!
Da ich an der Fachhochschule studiert habe, ist es etwas schwierig eine Promotion zu beantragen, es würde auch dauern.

Ich habe mich übrigens für ganz normale Jobs beworben (z.B Wohngruppe, Altenheim, Amt, Einzelbetreuung) und Soz-Päd-Jobs waren in der Regel nie gut bezahlt, aber jetzt ist es erst richtig schlimm geworden.

Das kommt noch dazu!
Als Student kommt man eben noch mit weniger Geld aus, ist man dann aber erst mal 30, erschreckt man sich, daß viele Menschen mit normaler Arbeit auch nicht viel mehr zum Leben haben, als ein Student!
Als Student sind 1000 Euro netto z.B viel Geld. Als 30 jähriger empfindet man diese Summe als etwas ganz anderes.

Da die Tarife für Soz-Päds dramatisch heruntergestuft wurden und die Anzahl der Stellen auch, kenne ich ein paar, die nur 400- Euro-Jobs oder 1- Euro Jobs haben.
Manche arbeiten sogar Vollzeit für 1050 Euro netto (toller Haustarif wahrscheinlich!)und müssen dankbar sein, überhaupt so einen Job gefunden zu haben.

Als eines der größten Probleme sehe ich es an, daß man fast immer heutzutage nach dem Abschluß des Berufspraktikums arbeitslos ist.
Dann hat man gleich den Stempel "arbeitslos und keine Berufserfahrung" oben drauf und wird in den leeren Arbeitsmarkt hinausgespült.....
Dann kommen die Bittgänge zum Arbeitsamt und dann kommt in der Regel nix mehr!
Bis vor wenigen Jahren wurden Berufspraktikanten nämlich sehr häufig übernommen und hatten diesen Eiertanz gar nicht!

O.K ich hätte auf meiner Stelle nicht unbedingt bleiben wollen, früher hätte ich aber vielleicht die Möglichkeit gehabt, vom Träger in einer anderen Einrichtung eingesetzt zu werden.

Ich habe auch schon lange nicht mehr den Anspruch in einem bestimmten Arbeitsfeld zu arbeiten (dann findet man wirklich nix), ich wäre über einen 1000 Euro Wohngruppen-Job schon halbwegs froh!
Traurig, aber wahr!

Wegen der Umschulung werde ich mich bald erneut mit dem Arbeitsamt herumstreiten, beim Arbeitsamt muß ja auch mal gearbeitet werden.

L.G lamia



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28. Juni 2006 um 8:43

Selbständigkeit?
Hallo Lamia,

weiss ja nicht, ob das was für Dich wäre. War gestern auf nem Auswahltag von einem internationalen Konzern und dort habe ich einen Mitbewerber kennengelernt, der sich nach dem Studium selbständig gemacht hat mit einem Startup, weil er, wie er mir im Vertrauen erzählt hat, nach dem Studium erstmal nichts Festes gefunden hat. Jetzt hat er den Laden verkauft und er hat schon viele gute Angebote von verschiedenen Unternehmen bekommen. Der hatte zwar BWL studiert, was bei dem Geschäft sicher gut war, aber es gibt auch viele arbeitslose BWLer, da könntest Du Dich ja mit jemand zusammenschließen. Wenn Du so tolle Qualifikationen hast, solltest Du sie auch nutzen, finde ich. Aber lass Dich nicht von Leuten übern Tisch ziehen, die Dir den "Traumjob" AloeVera-Berater o.ä. andrehen wollen

Ich wünsch Dir viel Erfolg, bei was auch immer Du machen wirst.

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28. Juni 2006 um 15:47
In Antwort auf lilalaunemaus

Selbständigkeit?
Hallo Lamia,

weiss ja nicht, ob das was für Dich wäre. War gestern auf nem Auswahltag von einem internationalen Konzern und dort habe ich einen Mitbewerber kennengelernt, der sich nach dem Studium selbständig gemacht hat mit einem Startup, weil er, wie er mir im Vertrauen erzählt hat, nach dem Studium erstmal nichts Festes gefunden hat. Jetzt hat er den Laden verkauft und er hat schon viele gute Angebote von verschiedenen Unternehmen bekommen. Der hatte zwar BWL studiert, was bei dem Geschäft sicher gut war, aber es gibt auch viele arbeitslose BWLer, da könntest Du Dich ja mit jemand zusammenschließen. Wenn Du so tolle Qualifikationen hast, solltest Du sie auch nutzen, finde ich. Aber lass Dich nicht von Leuten übern Tisch ziehen, die Dir den "Traumjob" AloeVera-Berater o.ä. andrehen wollen

Ich wünsch Dir viel Erfolg, bei was auch immer Du machen wirst.

Hallo lilalaunemaus!
Deinen Namen finde ich ja sehr passend, denn es gibt nicht viele Menschen, die bei dem Thema noch lila-Laune bekommen (ich ja auch nicht, würg!!!).
Also, eigentlich hatte ich immer Angst vor Selbständigkeit (wenns schief geht, hat man Schulden, kann ich nicht mit leben)!
Werde mich aber mal wegen Startup erkundigen,gibt ja genügend Möglichkeiten im Netz!
Danke!

L.G lamia

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28. Juni 2006 um 16:35

Hallo Mimi!
Generell bin ich mittlerweile schon bereit, z.B in die Schweiz umzusiedeln für eine Arbeit.
Ich spreche Englisch (sehr gut) und Französisch (gut) und ein paar Brocken der westafrikanischen Sprache Haussa-Fulani (lach!).
Apropos Umzug:
Das würde etwas Zeit in Anspruch nehmen, da ich mich vor kurzem neu eingerichtet habe und es mir absolut nicht leisten kann, diese Möbel jetzt quasi "an der Straße zu lassen".
Innerhalb des Zeitraumes zwischen 6 bis 12 Monaten ist es für mich aber denkbar.
Möchtest Du hier oder im Postfach schreiben (sorry, aber war mir nicht ganz klar)

L.G lamia

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28. Juni 2006 um 17:38

Habe Dir auch gerade Nachricht gesendet!
Hallo Mimi!

Wenn Du auf "Nachricht erstellen" gehst, kannst Du eine Nachricht mit Betreff verfassen, allerdings steht unten bei "senden" noch so ein Code, den Du zusätzlich eingeben mußt.
Am Anfang habe ich auch Bauklötze gestaunt, habe es auch grad zum ersten Mal gemacht.

L.G lamia

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14. Juli 2006 um 15:16

Hallo
Ich hoffe mein beitrag geht nicht allzusehr am Thema vorbei, denke aber das ich relativ gut nachvollziehen kann was dich so beschäftigt.

Bin mitten in der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin, ein Job mit Zukunft, aber auch für uns HEP`s sind die Stellen rar geworden. Deshalb habe ich meine Praktikas schon so angelegt das ich in jedem, für meine Ausbildung in Frage kommenden Bereich, Erfahrungen machen kann. Ich merke schon das sich dies relativ gut bewährt hat, da ich für Nebenjobs im Sozialen Bereich gute Karten habe. Hab z.B auch schon im Pflegeheim gejobbt, betreue Ferienfreizeiten für Menschen mit Behinderung etc. um mir halt die Ausbildung zu finanzieren.

Nach meiner Ausbildung hab ich auf jeden Fall vor noch eine Ausbildung zu machen, im Therapheutischen oder im Medizinischen Bereich, im Moment tendier ich eher zur Sanitätsausbildung beim Bund, jedoch nur wegen dem vollen Gehalb während der Ausbildung ^^. Ich denke so hab ich später relativ gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Lieben Gruß und viel, viel Glück, Kröte

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15. Juli 2006 um 10:28
In Antwort auf lockenkroete

Hallo
Ich hoffe mein beitrag geht nicht allzusehr am Thema vorbei, denke aber das ich relativ gut nachvollziehen kann was dich so beschäftigt.

Bin mitten in der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin, ein Job mit Zukunft, aber auch für uns HEP`s sind die Stellen rar geworden. Deshalb habe ich meine Praktikas schon so angelegt das ich in jedem, für meine Ausbildung in Frage kommenden Bereich, Erfahrungen machen kann. Ich merke schon das sich dies relativ gut bewährt hat, da ich für Nebenjobs im Sozialen Bereich gute Karten habe. Hab z.B auch schon im Pflegeheim gejobbt, betreue Ferienfreizeiten für Menschen mit Behinderung etc. um mir halt die Ausbildung zu finanzieren.

Nach meiner Ausbildung hab ich auf jeden Fall vor noch eine Ausbildung zu machen, im Therapheutischen oder im Medizinischen Bereich, im Moment tendier ich eher zur Sanitätsausbildung beim Bund, jedoch nur wegen dem vollen Gehalb während der Ausbildung ^^. Ich denke so hab ich später relativ gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Lieben Gruß und viel, viel Glück, Kröte

Hallo lockenkroete!
Der Name ist ja total witzig, ich habe mich gerade weggelacht!

Nein, Dein Beitrag geht auf keinen Fall am Thema vorbei!
Gut das Du Ahnliches über HEPs schreibst (hätte ich nicht gedacht, daß es da auch so schwierig ist!), denn ich hatte schon überlegt, ob ich ev. auf HEP umschule (grins, wenn nix geht, überlegt man eben, ob es Alternativen gibt).
Wegen der Sanitätsausbildung werde ich mich auch mal umhören, daß klingt sehr vernünftig!

Generell bin ich oft erschrocken, wie viele Menschen sich noch für ein Sozialpädagogikstudium interessieren und sich etwas davon versprechen! Wenn ich irgendwo erzähle, daß ich Sozialpädagogin bin (man wird ja andauern gefragt, was man macht, schlimm!), höre ich immer entzückte "Ohhh! Wie toll!" Ich sitze dann da und könnte nur noch die Augen verdrehen!
Ich finde es wirklich überhaupt nicht mehr toll, neben dem Stellenmangel in diesem Bereich läßt auch das Betriebsklima auf den meisten Stellen zu wünschen übrig.
Ich höre auch von anderen nur noch über Mobbinggeschichten gerade unter Sozialpädagogen auf deren Arbeit!

Also stimmt nix mehr:

-schlechte Bezahlung
-Mobbing (häufig durch Vorgesetzte!)
-Perspektivlosigkeit
-aufgrund des Zeitdrucks (effektives tolles "Sozialmanagement") den Klienten nicht gerecht werden können
-Burn-Out steht dann am Ende!

Ich hau in den Sack und mach was anderes, ich gebe mir noch ein paar Monate Zeit, entweder gehe ich dann wirklich ins europäische Ausland oder ich mach noch eine Ausbildung.

Ich wünsche Dir auch alles Gute für die Zukunft!
Und: Werde bitte bloß nicht Sozialpädagoge!!!

L.G lamia





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15. Juli 2006 um 13:25

Studiengangwechsel
hi!

ich kann dir nur einen Tipp geben: Häng noch ein Studium dran!
Ich hab 3 semester soz Arbeit studiert und nicht einmal ein Jahrespraktikum bekommen. Unsere Dozenten haben uns gesagt, dass nicht einmal die hälfte von uns einen Job bekommen wird.
Aus diesem Grund studiere ich jetzt an der Uni Lehramt Sozialpädagogik für berufliche Schulen und mache meinen Berufspädagogen.
Ich meine das ist die beste Alternative zu einem sozialen Job. Es gibt allein 8 Schulformen an denen ich einmal unterrichten kann und ich hab auch noch meinen Berufspädagogen in der Tasche, d. h. sollte sich der Arbeitsmarkt im sozialen Bereich irgendwann einmal bessern kann ich auch noch als Pädagoge arbeiten!
Also ich würd dir empfehlen noch einmal die Unibank zu drücken und Lehramt zu studieren. Da du, dein Studium schon abgeschlossen hast, werden dir auch sehr viele Scheine angerechnet, sodass du das Studium so in ca. 5 semestern beenden kannst!
Also überleg dir mal diese Alternative. Ich mein ob du jetzt Arbeitslos daheim sitzt oder nocheimal 2,5 Jahre in die Uni gehst is prinzipiell egal.
Ich muss aber noch hinzufügen, dass man diesen Studiengan in Deutschland nur 4 mal studieren kann und in bayern nur in bamberg. Diese Tatsache ist auch von sehr großem Vorteil. Schließlich gibt es 12 Bundesländer die einen Bedarf an solchen Lehrern haben, diese aber nicht selbst ausbilden. D.h. deine berufliche Zunkunft ist mehr oder weniger gesichert.

So, mehr kann ich dir zu diesem Thema nicht sagen. Überlegs dir mal.

P.S.: Es gibt keinen NC!

liebe grüße die fruchtbombe

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15. Juli 2006 um 18:28
In Antwort auf fruchtbombe

Studiengangwechsel
hi!

ich kann dir nur einen Tipp geben: Häng noch ein Studium dran!
Ich hab 3 semester soz Arbeit studiert und nicht einmal ein Jahrespraktikum bekommen. Unsere Dozenten haben uns gesagt, dass nicht einmal die hälfte von uns einen Job bekommen wird.
Aus diesem Grund studiere ich jetzt an der Uni Lehramt Sozialpädagogik für berufliche Schulen und mache meinen Berufspädagogen.
Ich meine das ist die beste Alternative zu einem sozialen Job. Es gibt allein 8 Schulformen an denen ich einmal unterrichten kann und ich hab auch noch meinen Berufspädagogen in der Tasche, d. h. sollte sich der Arbeitsmarkt im sozialen Bereich irgendwann einmal bessern kann ich auch noch als Pädagoge arbeiten!
Also ich würd dir empfehlen noch einmal die Unibank zu drücken und Lehramt zu studieren. Da du, dein Studium schon abgeschlossen hast, werden dir auch sehr viele Scheine angerechnet, sodass du das Studium so in ca. 5 semestern beenden kannst!
Also überleg dir mal diese Alternative. Ich mein ob du jetzt Arbeitslos daheim sitzt oder nocheimal 2,5 Jahre in die Uni gehst is prinzipiell egal.
Ich muss aber noch hinzufügen, dass man diesen Studiengan in Deutschland nur 4 mal studieren kann und in bayern nur in bamberg. Diese Tatsache ist auch von sehr großem Vorteil. Schließlich gibt es 12 Bundesländer die einen Bedarf an solchen Lehrern haben, diese aber nicht selbst ausbilden. D.h. deine berufliche Zunkunft ist mehr oder weniger gesichert.

So, mehr kann ich dir zu diesem Thema nicht sagen. Überlegs dir mal.

P.S.: Es gibt keinen NC!

liebe grüße die fruchtbombe

Hallo fruchtbombe! Hab da noch etwas Ähnliches entdeckt!
Wenigstens ist die aktuelle Arbeitsmarktlage für Soz-Päds auch bei den FH-Dozenten angekommen!
Das sah bei uns noch ganz anders aus, obwohl mein Studium ja noch nicht so lange her ist und es bestimmt vor ein paar Jahren schon gebröckelt hat auf unserem Arbeitsmarkt!

Gestern hat ein guter Bekannter von mir (er arbeitet als Sachbearbeiter, hat studiert und ist sehr unzufrieden mit seinem Job, da er nicht ausreichend befördert wird) einen Artikel entdeckt, in dem es um einen Aufbaustudiengang zum Berufsschullehrer geht. Absolviert man diesen Studiengang, ist man Dipl.-Wirtschaftspädagoge.
Wir werden im August oder September mal zu den Infoveranstaltungen gehen, schaden kann das ja nicht!
Die Adresse ist: www.whl.akad.de/diplom-wirtschaftspädagoge (wissenschaftliche Hochschule Lahr).
Falls das wirklich o.k sein sollte (Perspektiven etc.), fehlen uns im Grunde nur noch ein paar Mega-CRASH-Rhetorikkurse. Ich kann mich zwar gut schriftlich und mündlich ausdrücken und auch auf Menschen zugehen, aber eine "Rampensau", bin ich absolut nicht.
Und als Lehrer ist man ja auch so eine Art Entertainer, ein Grund, warum ich mich bisher nie mit einem Lehramtsstudium befaßt habe.
Für meinen Bekannten gilt das Gleiche, bei ihm ist es eher noch ausgeprägter!
Er ist superlieb, klug, aber total schüchtern!

Den von Dir beschriebenen Studiengang finde ich auch interessant, ich werde mich jetzt mal informieren, in welchen Städten er angeboten wird.
Viel Glück wünsche ich Dir weiterhin!

L.G lamia

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16. Juli 2006 um 13:28
In Antwort auf lamia334

Hallo fruchtbombe! Hab da noch etwas Ähnliches entdeckt!
Wenigstens ist die aktuelle Arbeitsmarktlage für Soz-Päds auch bei den FH-Dozenten angekommen!
Das sah bei uns noch ganz anders aus, obwohl mein Studium ja noch nicht so lange her ist und es bestimmt vor ein paar Jahren schon gebröckelt hat auf unserem Arbeitsmarkt!

Gestern hat ein guter Bekannter von mir (er arbeitet als Sachbearbeiter, hat studiert und ist sehr unzufrieden mit seinem Job, da er nicht ausreichend befördert wird) einen Artikel entdeckt, in dem es um einen Aufbaustudiengang zum Berufsschullehrer geht. Absolviert man diesen Studiengang, ist man Dipl.-Wirtschaftspädagoge.
Wir werden im August oder September mal zu den Infoveranstaltungen gehen, schaden kann das ja nicht!
Die Adresse ist: www.whl.akad.de/diplom-wirtschaftspädagoge (wissenschaftliche Hochschule Lahr).
Falls das wirklich o.k sein sollte (Perspektiven etc.), fehlen uns im Grunde nur noch ein paar Mega-CRASH-Rhetorikkurse. Ich kann mich zwar gut schriftlich und mündlich ausdrücken und auch auf Menschen zugehen, aber eine "Rampensau", bin ich absolut nicht.
Und als Lehrer ist man ja auch so eine Art Entertainer, ein Grund, warum ich mich bisher nie mit einem Lehramtsstudium befaßt habe.
Für meinen Bekannten gilt das Gleiche, bei ihm ist es eher noch ausgeprägter!
Er ist superlieb, klug, aber total schüchtern!

Den von Dir beschriebenen Studiengang finde ich auch interessant, ich werde mich jetzt mal informieren, in welchen Städten er angeboten wird.
Viel Glück wünsche ich Dir weiterhin!

L.G lamia

Hey lamia!


Ehrlichgesagt, ist der Beruf des Lehrers auch (noch nichts) für mich. Ich mein ich hasse Referate. Aber mit der Zeit wächst man da schon rein. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier! Also für mich wäre ein Wirtschaftspädagoge, so ziemlich das schlimmste was ich mir vorstellen kann. Ich will nicht in einen Betrieb.
Weißt du, ich wollte immer mit Jugendlichen arbeiten, das werd ich jetzt dann auch. Schließlich will ich einmal an der FOS oder BOS unterrichten. (Voll lustig, hatte auf der FOS ne 3 in Pädagogik/Psychologie u jetzt werd ich Lehrer dafür).
Auf alle Fälle würd ich an deiner Stelle noch irgendeine Fortbildung oder so etwas ähnliches machen, kann schließlich nie Schaden.
Also leider weiß ich nur 2 Städte in denen der Studiengang angeboten wird: Bamberg und Dresden.
Ich kann dir Bamberg empfehlen, ist ne wunderschöne Stadt.
Das Problem mit den sozialen Berufen, liegt denk ich darin, dass man die meisten Bereiche auch ehrenamtlich machen kann. Ehrenamtliche, sind wichtig für eine Organisation, aber im endeffekt, nehmen sie uns die Arbeitsplätze weg.
Naja, life sucks!
Ich wünsch dir viel Glück und ein tolles Wochenende.

lg die fruchtbombe

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17. Juli 2006 um 11:23
In Antwort auf fruchtbombe

Hey lamia!


Ehrlichgesagt, ist der Beruf des Lehrers auch (noch nichts) für mich. Ich mein ich hasse Referate. Aber mit der Zeit wächst man da schon rein. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier! Also für mich wäre ein Wirtschaftspädagoge, so ziemlich das schlimmste was ich mir vorstellen kann. Ich will nicht in einen Betrieb.
Weißt du, ich wollte immer mit Jugendlichen arbeiten, das werd ich jetzt dann auch. Schließlich will ich einmal an der FOS oder BOS unterrichten. (Voll lustig, hatte auf der FOS ne 3 in Pädagogik/Psychologie u jetzt werd ich Lehrer dafür).
Auf alle Fälle würd ich an deiner Stelle noch irgendeine Fortbildung oder so etwas ähnliches machen, kann schließlich nie Schaden.
Also leider weiß ich nur 2 Städte in denen der Studiengang angeboten wird: Bamberg und Dresden.
Ich kann dir Bamberg empfehlen, ist ne wunderschöne Stadt.
Das Problem mit den sozialen Berufen, liegt denk ich darin, dass man die meisten Bereiche auch ehrenamtlich machen kann. Ehrenamtliche, sind wichtig für eine Organisation, aber im endeffekt, nehmen sie uns die Arbeitsplätze weg.
Naja, life sucks!
Ich wünsch dir viel Glück und ein tolles Wochenende.

lg die fruchtbombe

Hallo fruchtbombe!
Ich denke, man kann sich auf den Beruf des Lehrers schon mental vorbereiten, wenn man von Natur aus nicht der Typ dafür ist!
Übrigens ist der Studiengang, den ich beschrieben habe, an dieser speziellen Uni doch etwas zu teuer, aber es müßte Studiengänge in der Art auch noch an staatlichen Unis geben, die Suche geht weiter.
Ja, Bamberg ist sehr schön, ich hatte mich einmal auf dem Weg von München verfahren und bin abends in Bamberg ausgekommen, so durfte ich Bamberg dann auch noch kennenlernen!

Nochmal: Es ist tatsächlich so, daß man mit dem komplett abgeschlossenenen Studium als Sozialpädagoge + staatliche Anerkennung offenbar nicht mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, als wenn man Hauptschule Klasse 9 abgebrochen hat und dann gar nix gelernt hat!
Denn letztere Person bekommt wenigstens noch eine Umschulung oder vielleicht ABM angeboten.

P.S. Wünsche Dir noch einen sehr schönen Start in die neue Woche!

L.G lamia

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4. August 2006 um 12:50
In Antwort auf lamia334

Hallo ihr Beiden! Danke für die Antworten!
Da ich an der Fachhochschule studiert habe, ist es etwas schwierig eine Promotion zu beantragen, es würde auch dauern.

Ich habe mich übrigens für ganz normale Jobs beworben (z.B Wohngruppe, Altenheim, Amt, Einzelbetreuung) und Soz-Päd-Jobs waren in der Regel nie gut bezahlt, aber jetzt ist es erst richtig schlimm geworden.

Das kommt noch dazu!
Als Student kommt man eben noch mit weniger Geld aus, ist man dann aber erst mal 30, erschreckt man sich, daß viele Menschen mit normaler Arbeit auch nicht viel mehr zum Leben haben, als ein Student!
Als Student sind 1000 Euro netto z.B viel Geld. Als 30 jähriger empfindet man diese Summe als etwas ganz anderes.

Da die Tarife für Soz-Päds dramatisch heruntergestuft wurden und die Anzahl der Stellen auch, kenne ich ein paar, die nur 400- Euro-Jobs oder 1- Euro Jobs haben.
Manche arbeiten sogar Vollzeit für 1050 Euro netto (toller Haustarif wahrscheinlich!)und müssen dankbar sein, überhaupt so einen Job gefunden zu haben.

Als eines der größten Probleme sehe ich es an, daß man fast immer heutzutage nach dem Abschluß des Berufspraktikums arbeitslos ist.
Dann hat man gleich den Stempel "arbeitslos und keine Berufserfahrung" oben drauf und wird in den leeren Arbeitsmarkt hinausgespült.....
Dann kommen die Bittgänge zum Arbeitsamt und dann kommt in der Regel nix mehr!
Bis vor wenigen Jahren wurden Berufspraktikanten nämlich sehr häufig übernommen und hatten diesen Eiertanz gar nicht!

O.K ich hätte auf meiner Stelle nicht unbedingt bleiben wollen, früher hätte ich aber vielleicht die Möglichkeit gehabt, vom Träger in einer anderen Einrichtung eingesetzt zu werden.

Ich habe auch schon lange nicht mehr den Anspruch in einem bestimmten Arbeitsfeld zu arbeiten (dann findet man wirklich nix), ich wäre über einen 1000 Euro Wohngruppen-Job schon halbwegs froh!
Traurig, aber wahr!

Wegen der Umschulung werde ich mich bald erneut mit dem Arbeitsamt herumstreiten, beim Arbeitsamt muß ja auch mal gearbeitet werden.

L.G lamia



Liebe Lamia,
Bezugnahmend auf Deinen Verweis in meinem thread "Arbeitslose Akademiker" habe ich mir Deinen BEricht durchgelesen. Sehr vielem von dem, was Du erzählst, kann ich - mit Bedauern und etwas Schmunzeln über Deine drastische Wortwahl - nur zustimmen.

Ich bin Sozialpsychologin (Uni, Magister) und habe bei einer sehr renommierten, auch in den USA tätigen Professorin mit Bestnote abgeschlossen. Danach habe ich für eine bekannte Stiftung in der Forschung gearbeitet und mit 27 promoviert. Und danach war ich arbeitslos. Kein Post-Doc-Stpendium - weil es derzeit einen solchen run auf die Studienstiftungen gibt, dass Sozialmasstäbe eher gelten als Leistung und jüngere Bewerber abgewiesen werden nach dem Motto "wenn Sie über 30 wären, hätten Sie bessere Chancen" oder "wenn Sie Kinder hätten, bekämen Sie ein Mutterschaftstipendium" - toll, da hat man Familien- und Karriereplanung betrieben und dann wird einem genau das zum Vorwurf gemacht... Es gab auch für mich keine Stelle.

Auf dem Arbeitsamt lachte man sich fast tot, wenn die prämierte junge "Frau Doktor" zum Orientierungsgespräch kam und danach wieder ohne Angebot von dannen zog. Das Höchste der Gefühle war ein nicht ernst gemeintes Stellenangebot, nichts weiter. Als ich schliesslich, von der Inkompetenz und Schikane zermürbt, mit dem Vorgesetzten dieser Stellenvermittler sprach, traf ich auf bedauernde Betroffenheit, aber ebensolche Ignoranz. Was Deine Einschätzung zur Behandlung von arbeitssuchenden Hochschulabsolventen angeht, kann ich Dir also nur Recht geben: es ist z.T. unterste Schublade, was einem zugemutet wird.

ALGII wollte ich nicht beantragen, zum einen aus Stolz, zum anderen auch aus Angst, irgendein dümmlicher oder auch nur unbesonnerer Sachbearbeiter könne mich daraufhin in einen 1-Euro-Job zwingen. Alle Bewerbungen schlugen fehl. Den traurigen weiteren Verlauf der geschichte, die noch zweieinhalb Jahre weiterlief, hast Du ja bereits in mein em thread gelesen.

Nun ist die Selbständigkeit, in die ich mich vor einigen Monaten mangels Stellenangeboten hineinarbeiten musste, ein grosses Übel und eigentlich gänzlch ungewollt (die wirtschaftliche Situation und dann all diese verknöcherten formellen Regeln...dafür bin ich nicht geschaffen). Was jedoch gut läuft, ist mein Ehrenamt in einer Behörde des Bundes. Ich habe dort die Erfahrung gemacht, dass ehrenamtliche Tätigkeiten, die man als Selbständige ausübt, drei grosse Vorteile in sich bergen:
1. man gewinnt Berufserfahrung
2. man kann professionelle Werbung für die eigene Kompetenz betreiben
3. man knüpft ein Netzwerk in der Region

Möglicherweise wird auch Dir ein Ehrenamt etwas "bringen" - Anerkennung, Zeitnutzung, oder auch einfach den Luxus, in Deinem studierten Beruf oder einer sehr artverwandten Branche arbeiten zu dürfen. Oft ergibt sich aus solchen Kontakten, verbunden mit dem Wissen um einige betriebliche Interna, dann doch auf Dauer eine feste Anstellung.

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4. August 2006 um 18:09
In Antwort auf catze76

Liebe Lamia,
Bezugnahmend auf Deinen Verweis in meinem thread "Arbeitslose Akademiker" habe ich mir Deinen BEricht durchgelesen. Sehr vielem von dem, was Du erzählst, kann ich - mit Bedauern und etwas Schmunzeln über Deine drastische Wortwahl - nur zustimmen.

Ich bin Sozialpsychologin (Uni, Magister) und habe bei einer sehr renommierten, auch in den USA tätigen Professorin mit Bestnote abgeschlossen. Danach habe ich für eine bekannte Stiftung in der Forschung gearbeitet und mit 27 promoviert. Und danach war ich arbeitslos. Kein Post-Doc-Stpendium - weil es derzeit einen solchen run auf die Studienstiftungen gibt, dass Sozialmasstäbe eher gelten als Leistung und jüngere Bewerber abgewiesen werden nach dem Motto "wenn Sie über 30 wären, hätten Sie bessere Chancen" oder "wenn Sie Kinder hätten, bekämen Sie ein Mutterschaftstipendium" - toll, da hat man Familien- und Karriereplanung betrieben und dann wird einem genau das zum Vorwurf gemacht... Es gab auch für mich keine Stelle.

Auf dem Arbeitsamt lachte man sich fast tot, wenn die prämierte junge "Frau Doktor" zum Orientierungsgespräch kam und danach wieder ohne Angebot von dannen zog. Das Höchste der Gefühle war ein nicht ernst gemeintes Stellenangebot, nichts weiter. Als ich schliesslich, von der Inkompetenz und Schikane zermürbt, mit dem Vorgesetzten dieser Stellenvermittler sprach, traf ich auf bedauernde Betroffenheit, aber ebensolche Ignoranz. Was Deine Einschätzung zur Behandlung von arbeitssuchenden Hochschulabsolventen angeht, kann ich Dir also nur Recht geben: es ist z.T. unterste Schublade, was einem zugemutet wird.

ALGII wollte ich nicht beantragen, zum einen aus Stolz, zum anderen auch aus Angst, irgendein dümmlicher oder auch nur unbesonnerer Sachbearbeiter könne mich daraufhin in einen 1-Euro-Job zwingen. Alle Bewerbungen schlugen fehl. Den traurigen weiteren Verlauf der geschichte, die noch zweieinhalb Jahre weiterlief, hast Du ja bereits in mein em thread gelesen.

Nun ist die Selbständigkeit, in die ich mich vor einigen Monaten mangels Stellenangeboten hineinarbeiten musste, ein grosses Übel und eigentlich gänzlch ungewollt (die wirtschaftliche Situation und dann all diese verknöcherten formellen Regeln...dafür bin ich nicht geschaffen). Was jedoch gut läuft, ist mein Ehrenamt in einer Behörde des Bundes. Ich habe dort die Erfahrung gemacht, dass ehrenamtliche Tätigkeiten, die man als Selbständige ausübt, drei grosse Vorteile in sich bergen:
1. man gewinnt Berufserfahrung
2. man kann professionelle Werbung für die eigene Kompetenz betreiben
3. man knüpft ein Netzwerk in der Region

Möglicherweise wird auch Dir ein Ehrenamt etwas "bringen" - Anerkennung, Zeitnutzung, oder auch einfach den Luxus, in Deinem studierten Beruf oder einer sehr artverwandten Branche arbeiten zu dürfen. Oft ergibt sich aus solchen Kontakten, verbunden mit dem Wissen um einige betriebliche Interna, dann doch auf Dauer eine feste Anstellung.

Hallo catze!
Ich habe Dir heute eine Pin geschrieben, auch zu dem Thema!
Das mit den Ehrenämtern finde ich auch gut, ich würde zum Beispiel gerne in einem Verein arbeiten, der Sozialrechtsberatung durchführt (das ist hier ganz in der Nähe).
Die sind wirklich klasse und haben auch schon politisches Mitspracherecht erworben.
So viel ich weiß, sind dort Ehrenamtler willkommen.
Werde mich dort mal wieder melden!

L.G lamia

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4. August 2006 um 19:38

Zum ehrenamt und anderem
hallo lamia und die anderen,

wie es der zufall will, bin ich über dieses forum und diesen thread bei der suche nach ratsamen internetseiten zu eben diesem thema gestolpert und hängen geblieben.
ich kann all dem, was hier geschreiben steht, nur zustimmen. auch ich habe die erfahrungen machen müssen, daß die beruflichen standards im sozialbereich in den letzten jahren gehörig zurückgefahren wurden.
angefangen hatte ich mit einem arbeitsvertrag in einer sozialberatung, der zwar nicht üppig, aber immerhin fest war. und als anfang habe ich den so damals erst mal akzeptiert. nach auflösung meiner arbeitsstelle war ich arbeitslos. und dann ging die ganze mühle richtig los. auf einmal stand ich selbst auf der anderen seite. da ich den riesenbedarf nach sozialberatung kannte, war ich erst mal nicht bange und sicher, daß ich schnell wieder eine arbeit finde. aber alles, was ich danach fand, war verbunden mit immer schlechteren arbeitsbedingungen: abm zuerst, dann z.b. projekte beantragen in kooperation mit potentiellen partnern (trägervereine), alles ehrenamtlich versteht sich, honorartätigkeit auf unterstem finanziellem niveau bei hoher qualitativer ausbeute (im wahrsten sinne, kann man sogar sagen) und zum schluß als ein-euro-job. nebenher klinken putzen, kontakte machen, kontakte pflegen, veranstaltungen + tagungen etc. besuchen, den kärglichen verdienst für weiterbildungen nutzen. und als ein-euro-jobber auch noch von den völlig unqualifizierten mitarbeitern des jobcenters unter druck setzen lassen. (wenigstens das habe ich durch ein energisches gespräch inzwischen aber unterbunden). förderung habe ich dabei kaum erfahren, wenn man von aufmunternden aber unverbindlichen gesprächen einmal absieht. und wenn ich nicht ständig unterwegs gewesen wäre, hätte das alles auch nicht stattgefunden. bewerbungen habe ich übrigens an die 400 geschrieben, bevor ich aufgab.

vor gut einem jahr habe ich mich dann einmal in einer ruhigen minute hingesetzt und mir überlegt, wo das eigentlich hinführen soll. ich bin ja gerne gesellschaftlich aktiv, habe beratungskompetenz und alle möglichen anderen qualifikationen und fähigkeiten. aber irgendwo ist eine grenze der belastungsfähigkeit und der einsatzbereitschaft. auch hatte ich mittlerweile die erfahrung gemacht, daß man mit solch prekären arbeitsbedingungen im rücken definitiv keine effektive sozialarbeit machen kann, da man a) nur ungenügend von der klientel akzeptiert wird, also die autorität leidet (es sei denn, man legt eine decke des schweigens über die eigene persönlichkeit, was so kaum machbar ist) und b) ist man so noch stärker als ohnehin schon der gefahr des burnout ausgesetzt, da die ausgleichsmöglichkeiten zu der arbeit ungenügend sind (wenn man keinen urlaub mangels geld machen kann, nicht ins kino kann etc., also alle aktivitäten, die geld kosten, die ausnahme bleiben müssen und man faktisch auf spaziergänge in der natur und zuhause vor dem fernseher sitzen zurückgeworfen ist und auf verständnisvolle und ab und zu spendable freunde hoffen muß).
ich habe unter meine beruflichen zielsetzungen im sozialbereich also schweren herzens einen dicken strich gezogen. denn mir ist klar geworden, daß unter diesen bedingungen eine solche arbeit für mich nicht mehr akzeptabel ist. (und mal abgesehen davon: in welcher branche würden solche arbeitsbedingungen akzeptiert werden von arbeitern? ich denke, es gäbe sehr schnell streiks, wie z.b. bei den ärzten zuletzt. warum aber lassen sich sozialarbeiter so etwas gefallen? weil sie grundsätzlich sehr leidensfähig sind?)

ich habe meine beruflichen ziele jetzt darauf ausgerichtet, einen möglichst sicheren job zu finden, von dem ich auch menschenwürdig leben kann. der inhalt der arbeit ist mir dabei vorläufig völlig egal. daß auch dies nicht einfach ist unter den gegenwärtigen bedingungen, ist klar. aber immerhin gäbe es bei erfolg endlich etwas ruhe in meinem leben. und es gäbe raum auch für andere lebensbereiche und interessen. und danach sehne ich mich nach über 8jährigem beruflichen engagement in immer wieder wechselnden jobs und tätigkeiten inzwischen sehr. ich denke so, daß ich nach einer gewissen verschnaufpause evtl. meine sozialen engagements wiederaufnehmen kann, sofern neben dem beruf ausreichend zeit und kraft bleibt. dann steht man auch nicht so extrem unter druck und hat eine bessere verhandlungsposition. außerdem hat sich bis dahin der "markt" im sozialbereich evtl. wieder etwas beruhigt, die politik hat evtl. gemerkt, daß der sozialbereich nicht mit ewig unterfinanzierten kurzzeitprojekten erfolgreich sein kann und das staatliche engagement vielleicht doch wieder etwas größer sein sollte. (ein wunschtraum, ich weiß)
nun ja, um nicht noch weiter auszuholen: ich hoffe auf die zukunft und versuche bis dahin, pragmatisch zu sein und mir erst mal eine stelle zum geldverdienen zu suchen.

zum ehremamt habe ich im übrigen ein zwiespältiges verhältnis: es ist immer gern gesehen und alle träger (auch behörden) freuen sich über ehrenamtliche mitarbeiter. es bietet die möglichkeit, kollegen kennenzulernne, arbeitserfahrungen zu machen, neue fähigkeiten zu entwickeln etcpp. und man bekommt darüber evtl. sogar eine beschäftigung - finanziert über das arbeitsamt, früher abm und heute ein-euro-job. denn auch die trägervereine sind größtenteils nur kurzfristig und prekär in der finanziellen ausstattung und hängen immer halb in der luft. und darum können sie auch keine bessseren arbeitsstellen anbieten. das immer wieder kurzfristige hopping von einem arbeitsamtsfinanzierten job über die anwartschaftszeit bis zur nächsten gelegenheit, überbrückt mit ehrenamtlicher arbeit, kann aber keine echte berufliche perspektive sein. jedenfalls nicht auf dauer. und nicht, wenn man zuvor so viel zeit und anstrengung in die eigene ausbildung gesteckt hat.

meine empfehlung ist es also: seine ansprüche zurückzuschrauben und den arbeitsmarkt nüchtern zu betrachten auf der suche nach dem tatsächlich machbaren.

für den fall, daß es im ausland möglichkeiten geben sollte, würde ich im übrigen auch deutschland verlassen.

soweit mein beitrag fürs erste

das glueckskaeferchen

(das eigentlich auch ganz dankbar wäre für ein feedback zu dieser auffassung. denn ehrlich gesagt, leicht ist mir dieser schlußstrich nicht gefallen. und ob diese pragmatische sichtweise wirklich eine gute entscheidung ist, da bin ich mir so 100%ig auch noch gar nicht sicher)

Gefällt mir

5. August 2006 um 11:25
In Antwort auf glueckskaeferchen

Zum ehrenamt und anderem
hallo lamia und die anderen,

wie es der zufall will, bin ich über dieses forum und diesen thread bei der suche nach ratsamen internetseiten zu eben diesem thema gestolpert und hängen geblieben.
ich kann all dem, was hier geschreiben steht, nur zustimmen. auch ich habe die erfahrungen machen müssen, daß die beruflichen standards im sozialbereich in den letzten jahren gehörig zurückgefahren wurden.
angefangen hatte ich mit einem arbeitsvertrag in einer sozialberatung, der zwar nicht üppig, aber immerhin fest war. und als anfang habe ich den so damals erst mal akzeptiert. nach auflösung meiner arbeitsstelle war ich arbeitslos. und dann ging die ganze mühle richtig los. auf einmal stand ich selbst auf der anderen seite. da ich den riesenbedarf nach sozialberatung kannte, war ich erst mal nicht bange und sicher, daß ich schnell wieder eine arbeit finde. aber alles, was ich danach fand, war verbunden mit immer schlechteren arbeitsbedingungen: abm zuerst, dann z.b. projekte beantragen in kooperation mit potentiellen partnern (trägervereine), alles ehrenamtlich versteht sich, honorartätigkeit auf unterstem finanziellem niveau bei hoher qualitativer ausbeute (im wahrsten sinne, kann man sogar sagen) und zum schluß als ein-euro-job. nebenher klinken putzen, kontakte machen, kontakte pflegen, veranstaltungen + tagungen etc. besuchen, den kärglichen verdienst für weiterbildungen nutzen. und als ein-euro-jobber auch noch von den völlig unqualifizierten mitarbeitern des jobcenters unter druck setzen lassen. (wenigstens das habe ich durch ein energisches gespräch inzwischen aber unterbunden). förderung habe ich dabei kaum erfahren, wenn man von aufmunternden aber unverbindlichen gesprächen einmal absieht. und wenn ich nicht ständig unterwegs gewesen wäre, hätte das alles auch nicht stattgefunden. bewerbungen habe ich übrigens an die 400 geschrieben, bevor ich aufgab.

vor gut einem jahr habe ich mich dann einmal in einer ruhigen minute hingesetzt und mir überlegt, wo das eigentlich hinführen soll. ich bin ja gerne gesellschaftlich aktiv, habe beratungskompetenz und alle möglichen anderen qualifikationen und fähigkeiten. aber irgendwo ist eine grenze der belastungsfähigkeit und der einsatzbereitschaft. auch hatte ich mittlerweile die erfahrung gemacht, daß man mit solch prekären arbeitsbedingungen im rücken definitiv keine effektive sozialarbeit machen kann, da man a) nur ungenügend von der klientel akzeptiert wird, also die autorität leidet (es sei denn, man legt eine decke des schweigens über die eigene persönlichkeit, was so kaum machbar ist) und b) ist man so noch stärker als ohnehin schon der gefahr des burnout ausgesetzt, da die ausgleichsmöglichkeiten zu der arbeit ungenügend sind (wenn man keinen urlaub mangels geld machen kann, nicht ins kino kann etc., also alle aktivitäten, die geld kosten, die ausnahme bleiben müssen und man faktisch auf spaziergänge in der natur und zuhause vor dem fernseher sitzen zurückgeworfen ist und auf verständnisvolle und ab und zu spendable freunde hoffen muß).
ich habe unter meine beruflichen zielsetzungen im sozialbereich also schweren herzens einen dicken strich gezogen. denn mir ist klar geworden, daß unter diesen bedingungen eine solche arbeit für mich nicht mehr akzeptabel ist. (und mal abgesehen davon: in welcher branche würden solche arbeitsbedingungen akzeptiert werden von arbeitern? ich denke, es gäbe sehr schnell streiks, wie z.b. bei den ärzten zuletzt. warum aber lassen sich sozialarbeiter so etwas gefallen? weil sie grundsätzlich sehr leidensfähig sind?)

ich habe meine beruflichen ziele jetzt darauf ausgerichtet, einen möglichst sicheren job zu finden, von dem ich auch menschenwürdig leben kann. der inhalt der arbeit ist mir dabei vorläufig völlig egal. daß auch dies nicht einfach ist unter den gegenwärtigen bedingungen, ist klar. aber immerhin gäbe es bei erfolg endlich etwas ruhe in meinem leben. und es gäbe raum auch für andere lebensbereiche und interessen. und danach sehne ich mich nach über 8jährigem beruflichen engagement in immer wieder wechselnden jobs und tätigkeiten inzwischen sehr. ich denke so, daß ich nach einer gewissen verschnaufpause evtl. meine sozialen engagements wiederaufnehmen kann, sofern neben dem beruf ausreichend zeit und kraft bleibt. dann steht man auch nicht so extrem unter druck und hat eine bessere verhandlungsposition. außerdem hat sich bis dahin der "markt" im sozialbereich evtl. wieder etwas beruhigt, die politik hat evtl. gemerkt, daß der sozialbereich nicht mit ewig unterfinanzierten kurzzeitprojekten erfolgreich sein kann und das staatliche engagement vielleicht doch wieder etwas größer sein sollte. (ein wunschtraum, ich weiß)
nun ja, um nicht noch weiter auszuholen: ich hoffe auf die zukunft und versuche bis dahin, pragmatisch zu sein und mir erst mal eine stelle zum geldverdienen zu suchen.

zum ehremamt habe ich im übrigen ein zwiespältiges verhältnis: es ist immer gern gesehen und alle träger (auch behörden) freuen sich über ehrenamtliche mitarbeiter. es bietet die möglichkeit, kollegen kennenzulernne, arbeitserfahrungen zu machen, neue fähigkeiten zu entwickeln etcpp. und man bekommt darüber evtl. sogar eine beschäftigung - finanziert über das arbeitsamt, früher abm und heute ein-euro-job. denn auch die trägervereine sind größtenteils nur kurzfristig und prekär in der finanziellen ausstattung und hängen immer halb in der luft. und darum können sie auch keine bessseren arbeitsstellen anbieten. das immer wieder kurzfristige hopping von einem arbeitsamtsfinanzierten job über die anwartschaftszeit bis zur nächsten gelegenheit, überbrückt mit ehrenamtlicher arbeit, kann aber keine echte berufliche perspektive sein. jedenfalls nicht auf dauer. und nicht, wenn man zuvor so viel zeit und anstrengung in die eigene ausbildung gesteckt hat.

meine empfehlung ist es also: seine ansprüche zurückzuschrauben und den arbeitsmarkt nüchtern zu betrachten auf der suche nach dem tatsächlich machbaren.

für den fall, daß es im ausland möglichkeiten geben sollte, würde ich im übrigen auch deutschland verlassen.

soweit mein beitrag fürs erste

das glueckskaeferchen

(das eigentlich auch ganz dankbar wäre für ein feedback zu dieser auffassung. denn ehrlich gesagt, leicht ist mir dieser schlußstrich nicht gefallen. und ob diese pragmatische sichtweise wirklich eine gute entscheidung ist, da bin ich mir so 100%ig auch noch gar nicht sicher)

Hallo glueckskaeferchen!
Habe gerade Deinen Beitrag gelesen, ich muß sagen einfach unglaublich, aber wahr (400 Bewerbungen!).
Ich schreibe auf jeden Fall entweder Montag oder morgen abend auf Deinen Beitrag nochmal ausführlicher, bin bis morgen abend unterwegs!

L.G lamia

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7. August 2006 um 12:25
In Antwort auf lamia334

Hallo glueckskaeferchen!
Habe gerade Deinen Beitrag gelesen, ich muß sagen einfach unglaublich, aber wahr (400 Bewerbungen!).
Ich schreibe auf jeden Fall entweder Montag oder morgen abend auf Deinen Beitrag nochmal ausführlicher, bin bis morgen abend unterwegs!

L.G lamia

Hallo noch mal!
Erst mal möchte ich auch noch sagen, daß ich froh bin, daß sich hier Menschen mit ähnlichen Erlebnissen melden.
Es gibt sicher noch viele, viele, die in einer solchen Situation sind/waren, aber nicht darüber schreiben möchten.
Das Erstaunliche sind auch die Parallelen: Man steigt zunächst hoch (gute Noten, gelobt, tolles Diplom-dann stürzen alle Hoffnungen erdrutschartig durch Bittgänge zum Arbeitsamt und Perspektivlosigkeit ab!
Und es ist eine Kunst, sich in dieser Phase nicht aufzugeben, denn moralische Unterstützung bekommen wohl die wenigsten!

@glueckskäferchen:

Es stimmt, daß sich Menschen in den sozialen Arbeitsfeldern sehr lange zurückhalten, bevor sie sich gegen ungerechte Bedingungen wehren!
Viele Sozialarbeiter/Erzieher/Heilpädagogen laden diesen Druck dann offenbar lieber bei Kollegen und am allerliebsten bei Untergebenen ab!
Das sprichwörtlich allgegenwärtige "Megamobbing" in der sozialen Arbeit ist kein Hirngespinnst!
Das macht es besonders für neue Mitarbeiter und Auszubildende sehr unattraktiv und schwer, in diesem Bereich Fuß zu fassen, aber auch ältere Mitarbeiter (die z.B depressiv sind) werden gerne fies gemobbt!

Lange habe ich auch überlegt, ob man sich zu ehrenamtlicher Arbeit hinreißen lassen sollte, wenn man laut Ausbildung auf einer voll bezahlten Stelle in diesem Bereich arbeiten könnte.
Den Verein, von dem ich geschrieben habe, boykottiert 1-Euro Jobs und es gibt auch keine 400-Euro Jobs!
Man kann auch gelegentliche Arbeiten übernehmen, kann sich die Zeit frei einteilen.
Der Verein hat schon einigen Soz-Päds in zumindest befristete "normale" Arbeitsverhältnisse verholfen (natürlich auch Menschen mit anderer Qualifikation).

Mir gefällt die Atmosphäre dort und es gibt ein Konzept, mit dem ich mich identifizieren kann.
Ich würde aber generell auch nicht mehr überall meine ehrenamtliche Arbeit anbieten, auch da es irgendwo oft Ausbeutung ist und mir darüberhinaus jetzt die Zeit fehlt, da sich jobmäßig vor Kurzem endlich etwas bei mir ergeben hat.

Auch ich finde: Man muß nicht am erlernten (bzw. studierten) Beruf festhalten.
Und die Arbeitsbedingungen sind im soz. Bereich so inakzeptabel zur Zeit, warum soll man sich da nicht woanders umsehen?

L.G lamia

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24. Januar 2007 um 17:33
In Antwort auf glueckskaeferchen

Zum ehrenamt und anderem
hallo lamia und die anderen,

wie es der zufall will, bin ich über dieses forum und diesen thread bei der suche nach ratsamen internetseiten zu eben diesem thema gestolpert und hängen geblieben.
ich kann all dem, was hier geschreiben steht, nur zustimmen. auch ich habe die erfahrungen machen müssen, daß die beruflichen standards im sozialbereich in den letzten jahren gehörig zurückgefahren wurden.
angefangen hatte ich mit einem arbeitsvertrag in einer sozialberatung, der zwar nicht üppig, aber immerhin fest war. und als anfang habe ich den so damals erst mal akzeptiert. nach auflösung meiner arbeitsstelle war ich arbeitslos. und dann ging die ganze mühle richtig los. auf einmal stand ich selbst auf der anderen seite. da ich den riesenbedarf nach sozialberatung kannte, war ich erst mal nicht bange und sicher, daß ich schnell wieder eine arbeit finde. aber alles, was ich danach fand, war verbunden mit immer schlechteren arbeitsbedingungen: abm zuerst, dann z.b. projekte beantragen in kooperation mit potentiellen partnern (trägervereine), alles ehrenamtlich versteht sich, honorartätigkeit auf unterstem finanziellem niveau bei hoher qualitativer ausbeute (im wahrsten sinne, kann man sogar sagen) und zum schluß als ein-euro-job. nebenher klinken putzen, kontakte machen, kontakte pflegen, veranstaltungen + tagungen etc. besuchen, den kärglichen verdienst für weiterbildungen nutzen. und als ein-euro-jobber auch noch von den völlig unqualifizierten mitarbeitern des jobcenters unter druck setzen lassen. (wenigstens das habe ich durch ein energisches gespräch inzwischen aber unterbunden). förderung habe ich dabei kaum erfahren, wenn man von aufmunternden aber unverbindlichen gesprächen einmal absieht. und wenn ich nicht ständig unterwegs gewesen wäre, hätte das alles auch nicht stattgefunden. bewerbungen habe ich übrigens an die 400 geschrieben, bevor ich aufgab.

vor gut einem jahr habe ich mich dann einmal in einer ruhigen minute hingesetzt und mir überlegt, wo das eigentlich hinführen soll. ich bin ja gerne gesellschaftlich aktiv, habe beratungskompetenz und alle möglichen anderen qualifikationen und fähigkeiten. aber irgendwo ist eine grenze der belastungsfähigkeit und der einsatzbereitschaft. auch hatte ich mittlerweile die erfahrung gemacht, daß man mit solch prekären arbeitsbedingungen im rücken definitiv keine effektive sozialarbeit machen kann, da man a) nur ungenügend von der klientel akzeptiert wird, also die autorität leidet (es sei denn, man legt eine decke des schweigens über die eigene persönlichkeit, was so kaum machbar ist) und b) ist man so noch stärker als ohnehin schon der gefahr des burnout ausgesetzt, da die ausgleichsmöglichkeiten zu der arbeit ungenügend sind (wenn man keinen urlaub mangels geld machen kann, nicht ins kino kann etc., also alle aktivitäten, die geld kosten, die ausnahme bleiben müssen und man faktisch auf spaziergänge in der natur und zuhause vor dem fernseher sitzen zurückgeworfen ist und auf verständnisvolle und ab und zu spendable freunde hoffen muß).
ich habe unter meine beruflichen zielsetzungen im sozialbereich also schweren herzens einen dicken strich gezogen. denn mir ist klar geworden, daß unter diesen bedingungen eine solche arbeit für mich nicht mehr akzeptabel ist. (und mal abgesehen davon: in welcher branche würden solche arbeitsbedingungen akzeptiert werden von arbeitern? ich denke, es gäbe sehr schnell streiks, wie z.b. bei den ärzten zuletzt. warum aber lassen sich sozialarbeiter so etwas gefallen? weil sie grundsätzlich sehr leidensfähig sind?)

ich habe meine beruflichen ziele jetzt darauf ausgerichtet, einen möglichst sicheren job zu finden, von dem ich auch menschenwürdig leben kann. der inhalt der arbeit ist mir dabei vorläufig völlig egal. daß auch dies nicht einfach ist unter den gegenwärtigen bedingungen, ist klar. aber immerhin gäbe es bei erfolg endlich etwas ruhe in meinem leben. und es gäbe raum auch für andere lebensbereiche und interessen. und danach sehne ich mich nach über 8jährigem beruflichen engagement in immer wieder wechselnden jobs und tätigkeiten inzwischen sehr. ich denke so, daß ich nach einer gewissen verschnaufpause evtl. meine sozialen engagements wiederaufnehmen kann, sofern neben dem beruf ausreichend zeit und kraft bleibt. dann steht man auch nicht so extrem unter druck und hat eine bessere verhandlungsposition. außerdem hat sich bis dahin der "markt" im sozialbereich evtl. wieder etwas beruhigt, die politik hat evtl. gemerkt, daß der sozialbereich nicht mit ewig unterfinanzierten kurzzeitprojekten erfolgreich sein kann und das staatliche engagement vielleicht doch wieder etwas größer sein sollte. (ein wunschtraum, ich weiß)
nun ja, um nicht noch weiter auszuholen: ich hoffe auf die zukunft und versuche bis dahin, pragmatisch zu sein und mir erst mal eine stelle zum geldverdienen zu suchen.

zum ehremamt habe ich im übrigen ein zwiespältiges verhältnis: es ist immer gern gesehen und alle träger (auch behörden) freuen sich über ehrenamtliche mitarbeiter. es bietet die möglichkeit, kollegen kennenzulernne, arbeitserfahrungen zu machen, neue fähigkeiten zu entwickeln etcpp. und man bekommt darüber evtl. sogar eine beschäftigung - finanziert über das arbeitsamt, früher abm und heute ein-euro-job. denn auch die trägervereine sind größtenteils nur kurzfristig und prekär in der finanziellen ausstattung und hängen immer halb in der luft. und darum können sie auch keine bessseren arbeitsstellen anbieten. das immer wieder kurzfristige hopping von einem arbeitsamtsfinanzierten job über die anwartschaftszeit bis zur nächsten gelegenheit, überbrückt mit ehrenamtlicher arbeit, kann aber keine echte berufliche perspektive sein. jedenfalls nicht auf dauer. und nicht, wenn man zuvor so viel zeit und anstrengung in die eigene ausbildung gesteckt hat.

meine empfehlung ist es also: seine ansprüche zurückzuschrauben und den arbeitsmarkt nüchtern zu betrachten auf der suche nach dem tatsächlich machbaren.

für den fall, daß es im ausland möglichkeiten geben sollte, würde ich im übrigen auch deutschland verlassen.

soweit mein beitrag fürs erste

das glueckskaeferchen

(das eigentlich auch ganz dankbar wäre für ein feedback zu dieser auffassung. denn ehrlich gesagt, leicht ist mir dieser schlußstrich nicht gefallen. und ob diese pragmatische sichtweise wirklich eine gute entscheidung ist, da bin ich mir so 100%ig auch noch gar nicht sicher)

LOL
"(und mal abgesehen davon: in welcher branche würden solche arbeitsbedingungen akzeptiert werden von arbeitern? ich denke, es gäbe sehr schnell streiks, wie z.b. bei den ärzten zuletzt. warum aber lassen sich sozialarbeiter so etwas gefallen? weil sie grundsätzlich sehr leidensfähig sind?)"

Das ich nicht lache!
Erst mal informieren, bevor du sowas hinschreibst:
Die Ärzte haben sich so allerhand gefallen lassen, unmögliche Arbeitsbedingungen, das nette Punktesystem der Krankenkasse/Gesundheitssystems, schlechte und noch schlechtere Bezahlung. Und das geht schon seit Jahren so. Und die netten Politiker denken sich immer mehr aus, um es den Ärzte, nicht zuletzt den Praxen das Leben schwer zu machen.
Äusserlich stehen leider nur die Ärzte bisher vor den nicht so ganz interessierten Patienten (und das ist die Mehrheit der deutschen Bürger) als Buhmänner und Ausbeuter da. Dabei ist es unser nettes Gesundheitssystem und die liebe Ulla, die alles verbockt. Die Arbeiter im Sozialen Bereich sind nicht die einzigen, die unter teilweise wirklich menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Auch die Ärzte haben lange genug ihren Mund gehalten, sodass mir langsam echt der Mund offen stand, bis sie sich endlich mal gewehrt haben.

In dem Sinn

morituri te salutant ;-P

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