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Oberstufe abgebrochen - Zeit bis zur Ausbildung

6. Januar um 20:15

Hallo, 

Ich bin Sophie, bin 17 Jahre alt, komme aus Sachsen und bin recht neu in diesem Forum. Meine derzeitige Situation erfordert aber den ein oder anderen Ratschlag, da ich momentan sehr verzweifelt bin. 

Kurzer Überblick: Ich war nie eine schlechte Schülerin, ich würde fast sagen, dass mir der Stoff immer ein bisschen zugeflogen kam, anstatt, dass ich wirklich dafür lernen musste. Ich war auch immer sehr motiviert, etwas in der Schule zu leisten. Bin sehr ehrgeizig, vielleicht ein bisschen perfektionistisch und habe stets extrem hohe Anforderungen an mich selber. 
Habe also letztes Jahr meine BLF's (Prüfungen zur mittleren Reife auf dem Gymnasium) geschrieben und das Schuljahr mit einer 1,8 (erweiterte mittlere Reife) abgeschlossen. Mein Abitur war eigentlich immer nur eine Art Lückenfüller, weil ich nie sicher war, was genau ich wirklich lernen wollte nach der Schule. So hab ich mit der Oberstufe weiter gemacht und in den Herbstferien ein Praktikum gemacht, um mir endlich klar zu werden, was ich möchte. Interessanterweise habe ich auch daran Gefallen gefunden und Ende November habe ich mich auch dazu entschlossen, dort eine Ausbildung zu machen. In der Schule ging es mir zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so gut, ich war mit meinem Leistungskurs unzufrieden, wurde mit Arbeiten, Klausuren und Tests nahezu überflutet und die Art zu lernen hat sich auch verändert. Ich bin ein Mensch, der sehr anfällig für Stress ist und damit mit sehr heftigen körperlichen Reaktionen reagiert. Mein Immunsystem ist sehr schwach und ich habe extreme Migräneschübe, die mich mehrmals im Monat außer Gefecht setzen. Dadurch habe ich auch dieses Schuljahr eine Menge Fehltage. In meinem Praktikum dagegen ging es mir super. Ich hatte zwei Wochen lang nicht ein einziges Mal Probleme mit meiner Gesundheit oder das Gefühl, Stress zu haben. 

Wie es nun so kam, habe ich die Ausbildung in dem Betrieb bekommen und bin nun ab 1.8.2018 offiziell Azubi in einer kleinen Stadt in Niedersachsen. Somit entgehe ich quasi dem Stress der Schule und kann mich endlich besser fühlen - EIGENTLICH. Das Problem ist, dass ich das Schuljahr beenden muss, da ich in Sachsen 12 Jahre Schulpflichtig bin. Ihr werdet euch sicher denken "joa, stell dich nicht so an, die 6 Monate schaffst du auch noch", aber genau da ist mein Problem. Ich habe totale Probleme momentan mit meiner Gesundheit, sobald ich an diese Schule denke. Ohne, dass ich es möchte, stellt sich mein Körper quer. Ich entwickle Krankheiten, die es mir unmöglich machen, die Schule zu besuchen. Allem voran meine Migräne, die erst seit diesem Schuljahr so intensiv ist, dass ich tagelang weinend in meinem dunklen Zimmer liege und nix und niemanden sehen oder hören kann. Ich kann dann weder sprechen, noch laufen, ohne mich an den Wänden oder Schränken zu stützen. Es wird immer schlimmer, sodass ich immer mehr verpasse und in der schule oft als Schwänzerin dargestellt werde, vor allem sehr offensiv von Lehrern, die mir die Fehltage quasi unter die Nase reiben. Mit meinen Mitschülern verstehe ich mich eigentlich super. Trotz allem habe ich mittlerweile sogar fast Angst da wieder hinzugehen und mir die Blöße zu geben. 

Ich weiß, dass ich da quasi hin muss, dennoch frage ich mich, ob es das wirklich wert ist, wenn ich das Schuljahr eh nicht mehr brauche. Es nützt mir nix. In Niedersachsen hat man, wenn man die 11. Klasse beendet und danach im Anschluss eine Ausbildung besteht, das Fachabitur automatisch in der Tasche. Aber diese Regelung gibt es für Sachsen nicht. Andererseits habe ich auch gar kein Interesse mehr an einem Abitur oder etwas derartigem. 

Momentan geht es mir sehr schlecht. Ich würde gern etwas runterkommen, mich um mich kümmern, wieder mehr Sport machen (ich liebe Sport, habe aber durch den Stress keinen Antrieb und durch gesundheitliche Probleme 15 kilo zugenommen). 
Gibt es Möglichkeiten für mich? Ich kann wohl kaum einfach zum Arzt und mich monatelang krank schreiben lassen. Ich habe keine Depressionen oder so, ich bin nur sehr sehr fertig, sobald ich aber eine Auszeit von der Schule bekomme, geht es mir zunehmend besser. 

Habt ihr Tips oder Ratschläge für mich? Welche Möglichkeiten bleiben mir? Muss ich wirklich noch 6 Monate durch diese Hölle? 

Danke im Vorraus,
Sophie

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7. Januar um 22:58

Hallo Glyzinie, 

danke für deine Antwort. 
Meine Mutter ist ziemlich okay damit, besonders in der Hinsicht, dass es mir die letzten Wochen so schlecht ging. Ist natürlich schwer für sie, dass ich so weit weg ziehe, aber ich glaube, dass ein Tapetenwechsel mir gut tun wird. 

Komischerweise war ich eigentlich immer sehr resistent gegen Stress, habe mich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen und mich auf meine Ziele und Aufgaben konzentriert. Was nun gerade seit Sommer anders ist als sonst kann ich mir nicht erklären. Auf einmal stresst mich alles, ich steigere mich in alles rein, mach mir totale Sorgen. So zum Beispiel die Reaktion meiner Lehrer auf mein erneutes Fehlen und ihre doch sehr unpassenden Kommentare, sobald ich wieder da bin. Ich kriege regelrechte Panikanfälle, sobald ich daran denke. 

Für die Ausbildung hab ich eine gewisse Zuversicht. Ich habe mich ziemlich lange damit auseinander gesetzt und auch mehr oder minder bewusst einen Ausbildungsgang gewählt, der kein hohes akademisches Niveau verlangt. Ich bin nichts besseres als Schülerin, die das Abitur angestrebt hat, in keinster Weise. Aber ich würde sagen, dass man uns auf dem Gymnasium tatsächlich das Lernen "beigebracht", wenn nicht sogar "einverleibt" hat. Meine Ausbildung ist ein handwerklicher Beruf, der vor allem Hauptschülern die Chance gibt, sich dort zu verwirklichen. 
Vielleicht wird es auch manchmal stressig, aber gerade was Kollegen angeht, bin ich bis jetzt sehr zuversichtlich. 

Die Migräne habe ich vermutlich von meinem Vater geerbt. Meine Mama hat gesagt, dass er früher genau die selben Ausfälle hatte, wie ich heute. Untersuchungen speziell zur Migräne liefen noch keine. Das wurde aber schon mit 11 oder 12 bei mir vermutet, als ich wegen dauerhafter Kopfschmerzen von Klinik zu Klinik rannte. Ich habe aber vor, morgen, sofern ich wieder laufen und sprechen kann, nochmal meine Ärztin zu konsultieren und persönlich mit ihr darüber zu reden. Sie ist so lieb und stellt mir auch ein Attest aus, wenn ich nur telefonisch/per Mail bescheid sage, dass ich mit Migräne flach liege.

Mein Immunsystem. Nun, das ist schwierig. Ich liebe Obst und Gemüse, esse sehr viel davon. Das Fenster ist mindestens 1x täglich für einige Stunden gekippt, oder kurz komplett geöffnet. Im Sommer oder wenns nicht kalt ist, dann ist es 24 Stunden gekippt. Ich wasche mir oft die Hände (damalige Hausärztin hat das empfohlen), treibe viel Sport(wenn ich denn Energie dazu habe), gemischt in Ausdauer (sofern das kaputte Knie es zulässt) und Krafttraining. Ich liebe es an der frischen Luft zu sein, erledige viel zu Fuß oder mit dem Rad und treffe mich mit Freunden. 
Inwiefern das förderlich für das Immunsystem ist, weiß ich nicht. Ich neige allerdings trotz aller Bemühungen vermehrt zu Krankheiten.

Sophie

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7. Januar um 22:59

Hallo Glyzinie, 

danke für deine Antwort. 
Meine Mutter ist ziemlich okay damit, besonders in der Hinsicht, dass es mir die letzten Wochen so schlecht ging. Ist natürlich schwer für sie, dass ich so weit weg ziehe, aber ich glaube, dass ein Tapetenwechsel mir gut tun wird. 

Komischerweise war ich eigentlich immer sehr resistent gegen Stress, habe mich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen und mich auf meine Ziele und Aufgaben konzentriert. Was nun gerade seit Sommer anders ist als sonst kann ich mir nicht erklären. Auf einmal stresst mich alles, ich steigere mich in alles rein, mach mir totale Sorgen. So zum Beispiel die Reaktion meiner Lehrer auf mein erneutes Fehlen und ihre doch sehr unpassenden Kommentare, sobald ich wieder da bin. Ich kriege regelrechte Panikanfälle, sobald ich daran denke. 

Für die Ausbildung hab ich eine gewisse Zuversicht. Ich habe mich ziemlich lange damit auseinander gesetzt und auch mehr oder minder bewusst einen Ausbildungsgang gewählt, der kein hohes akademisches Niveau verlangt. Ich bin nichts besseres als Schülerin, die das Abitur angestrebt hat, in keinster Weise. Aber ich würde sagen, dass man uns auf dem Gymnasium tatsächlich das Lernen "beigebracht", wenn nicht sogar "einverleibt" hat. Meine Ausbildung ist ein handwerklicher Beruf, der vor allem Hauptschülern die Chance gibt, sich dort zu verwirklichen. 
Vielleicht wird es auch manchmal stressig, aber gerade was Kollegen angeht, bin ich bis jetzt sehr zuversichtlich. 

Die Migräne habe ich vermutlich von meinem Vater geerbt. Meine Mama hat gesagt, dass er früher genau die selben Ausfälle hatte, wie ich heute. Untersuchungen speziell zur Migräne liefen noch keine. Das wurde aber schon mit 11 oder 12 bei mir vermutet, als ich wegen dauerhafter Kopfschmerzen von Klinik zu Klinik rannte. Ich habe aber vor, morgen, sofern ich wieder laufen und sprechen kann, nochmal meine Ärztin zu konsultieren und persönlich mit ihr darüber zu reden. Sie ist so lieb und stellt mir auch ein Attest aus, wenn ich nur telefonisch/per Mail bescheid sage, dass ich mit Migräne flach liege.

Mein Immunsystem. Nun, das ist schwierig. Ich liebe Obst und Gemüse, esse sehr viel davon. Das Fenster ist mindestens 1x täglich für einige Stunden gekippt, oder kurz komplett geöffnet. Im Sommer oder wenns nicht kalt ist, dann ist es 24 Stunden gekippt. Ich wasche mir oft die Hände (damalige Hausärztin hat das empfohlen), treibe viel Sport(wenn ich denn Energie dazu habe), gemischt in Ausdauer (sofern das kaputte Knie es zulässt) und Krafttraining. Ich liebe es an der frischen Luft zu sein, erledige viel zu Fuß oder mit dem Rad und treffe mich mit Freunden. 
Inwiefern das förderlich für das Immunsystem ist, weiß ich nicht. Ich neige allerdings trotz aller Bemühungen vermehrt zu Krankheiten.

Sophie

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11. Januar um 10:10

Hey Sophie!

Klingt wirklich nicht shön, was du da durchmachen musst! Tut mir leid für dich!!!

Wenn du auch keine psychische Erkrankung in dem Sinne hast, muss ja im Sommer etwas vorgefallen sein, das zu der plötzlichen Änderung in deiner Einstellung deiner Stressresistenz geführt hat. Hast du da eine Idee? Könnte auch etwas Körperliches sein! hast du deine Hausärztin auch mal dahingehend informiert, wie es dir psychisch aktuell geht?? Wenn sie so lieb ist, dürfte dir das ja halbwegs leicht fallen.

Ich würde trotzdem mal zu einer Psychotherapeutin gehen. Das kostet nichts und ist erst mal ganz unverbindlich!
Nicht, weil du jetzt schon krank in dem Sinne bist. Aber dir geht es schlecht und du leidest! Du solltest auch vorbauen, damit du am Ende nicht doch noch krank wirst (Depression oder Ähnliches).
Es soll ja auch nicht passieren, dass dir in der Ausbildung irgendwann das gleiche Passiert?!! Weiß man ja nie, wie sich das über die Jahre dort entwickelt, auch wenn dein Eindruck und deine Zuversicht im Moment gut sind! Wäre echt schade dann...


Alles Liebe und Gute!

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