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Noch eine Klasse überspringen? (lang)

25. Juni 2015 um 17:51

Hey
Ich bin 11 Jahre (geb. 2003) und schließe dieses Jahr die 9. Klasse ab. Ich hoffe, dass mir hier jemand helfen kann. Da ich bis ich 2 Jahre alt war, kein Wort gesprochen habe, dann aber innerhalb von einer Woche fließend Deutsch sprach und mich mit 3 Jahren bereits ohne jeglichen Unterricht auf Englisch verständigen konnte und mit vier Jahren im Zahlenbereich bis 20 problemlos addieren und subtrahieren konnte, wurde ich 2008 mit 5 Jahren eingeschult. Ich hatte leider ziemliches Pech mit meiner Klassenlehrerin, welche z.B. mein "Rad" immer auf "Rat" korrigieren musste, "weil Kinder in dem Alter das nunmal so schreiben". Zum Glück ging sie nach der ersten Klasse und wir bekamen eine Lehrerin, welche mich immer Extraaufgaben machen ließ, teilweise im Unterricht der oberen Klassen hatte sitzen lassen und mich förderte. Von den Noten stand ich bis auf Kunst immer auf einer 1, durch die Extraaufgaben fühlte ich mich jedoch nie unterfordert. Mir machte die Schule riesig Spaß. Als ich jedoch 2012 auf das altsprachliche Gymnasium hier kam und die Lehrer je nach Fach wechselten, langweilte ich mich extrem schnell, sodass ich nach den Herbstferien in die 6. Klasse wechselte. Knapp ein Jahr bin ich in der -sehr netten- Klasse geblieben, bis ich nach den Sommerferien direkt in die 8. Klasse gesprungen bin, wieder aus Langeweile. Auch wenn meine Klassenkameraden ab dann immer 3 bis 5 Jahre älter als ich waren, habe ich mich immer super angenommen gefühlt und war sehr froh, dass die Schule mir diese Sprünge ermöglicht hatte, auch wenn ich nun immer noch nicht besonders viel lernen musste, um Klassenbeste zu sein. Nun hatte ich noch nie einen anderen Notendurchschnitt als 1,0 oder 1,1 (blödes Kunst und Musik!) und ich muss leider sagen, dass die 9. Klasse die absolute Hölle für mich war: Meine Klassenkameraden haben nur noch an Jungs, Schminke und Pickel gedacht (ja, ich weiß, die Pubertät, aber das ist trotzdem doof!) und die Lehrer (und ich!) waren am verzweifeln, weil ein vernünftiger Unterricht von ständigem Gekicher, Gekeife und Gekreische unterbrochen wird. Nun kam gestern mein Schulleiter (und Deutschlehrer) auf mich zu und fragte, ich mir schon überlegt hätte, vielleicht nach den Sommerferien direkt in die 11. Klasse zu gehen. Mein erster Gedanke: Yes! Raus aus diesem pubertieren Haufen und ab in ernsthafte Oberstufenarbeit! Mein zweiter Gedanke: Dann ich bin ein vollkommener Nerd. Das ich problemlos die 10. Klasse, wenngleich sie auf meinem G8-Gymnasium den Einstieg in die Oberstufe darstellt, vom intellektuellen her überspringen könnte, ist mir eigentlich klar, da ich ein paar Freunde in der jetzigen 10. habe und deren Arbeiten wirklich nicht schwer ist. Ich mache mir eher Sorgen, dass ich dann mit 14 Jahren zwar mein Abitur mit hoffentlich 1,0 habe, aber noch vier Jahre warten muss, bis ich Autofahren kann, richtig studieren auch nicht (ich möchte Medizin studieren, das gibt es in meiner Stadt nicht und meine Eltern würden auch nie im Leben wegen sowas umziehen, weil ich noch 3 kleinere Geschwister habe) und das der Altersunterschied dann wirklich zu groß ist. Ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich vom Stoff her mir wirklich nichts besseres vorstellen könnte, als direkt in die 11. zu gehen, aber halt nicht weiß, was ich dann nach dem Abitur machen soll. Ich weiß, dass ich ein Luxusproblem habe und mir vermutlich deshalb auch nicht so viele antworten werden, aber vielleicht weiß ja doch irgendwer, ob dieses eine Jahr Altersunterschied noch einen riesen Unterschied macht. Die Oberstufenschüler sehen nämlich irgendwie alle so riesig aus! Und ich muss mich bis morgen entscheiden (letzter Schultag, damit ich dann halt von Anfang an die 11 kann )
Viele Grüße von euer verzweifelten
Tina

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26. Juni 2015 um 1:07

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Hallo Tina,

generell solltest du das Thema - was kommt eig. nach der Schule? - in deinem speziellen Fall eher mit deinen Eltern besprechen. Diese tragen nicht nur die Verantwortung für dich, sondern können manchmal (nicht immer!) auch ein sehr guter Wegweiser sein.

Ich persönlich halte es für wenig sinnvoll, wenn du in einer Klasse verbleibst, in der du dich sowieso unterfordert fühlst. Alternativ zum Studium könntest du entweder einen Studiengang wählen, der dich ebenfalls interessiert und so die Zeit bis zum Medizinstudium überbrücken. Oder du beschäftigst dich bereits vorher selbst mit dem Thema, z. B. durch Lehrbücher.

Auch eine Option wäre tägliches Pendeln zur Uni, je nachdem, wie weit diese weg wäre und ob deine Eltern das unterstützen.

Zu der ganzen Thematik mal einen Link von einem ganz ähnlichen Fall.
http://www.stern.de/tv/mit-14-jahren-an-die-universitaet--wie-der-hochbegabte-bastian-sein-studium-meistert-6208426.html

Kannst uns ja mal verraten, wie du dich nun entschieden hast.

LG

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26. Juni 2015 um 11:58

Antwort
Hallo kyurem,
vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort und den Link zu dem Artikel. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nicht hochbegabt bin, da Schule eben nicht alles für mich ist (mache nebenbei auch Leistungssport mit 6x die Woche Training, kümmere mich um unsere hauseigene Hundezucht und meine Geschwister, schreibe Geschichten etc.) und als Hochbegabte ist es ja häufig so, dass man eben sich vollständig auf das Lernen festfährt, aber ich mache halt auch außerschulische Sachen gerne und Schule ist für mich einfach ein lästiger Teil, welche ich sehr froh bin, bald beendet zu haben.
Denn um es kurz zu machen: Ich werde ab dem nächsten Jahr in die 11.Klasse wechseln. Auch wenn Pendeln definitiv nicht für mich in Frage kommt (ich möchte meine Freizeit mit meinen Hunden oder mit Sport verbringen und nicht im Zug, der immerhin knapp 2h für einen Weg unterwegs wäre), glaube ich, dass dieses eine Jahr nicht mehr viel ausmacht. Ich sollte mich vielleicht einfach auch das Jetzt konzentrieren und was ich jetzt will, und nicht auf das, was ich in der Zukunft will. Mit 16 kann ich ja auf Antrag schon in eine eigene Wohnung ziehen (das wusste ich bis gestern gar nicht ) und die zwei bis drei Jahre werde ich dann mich dem Selbststudium widmen und eine Ausbildung anfangen. Es ist ja immer gut, vielseitig ausgebildet zu sein!
Vielen Dank und wünsch mir Glück, dass das wirklich so klappt
Ganz liebe Grüße,
Tina

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27. Juni 2015 um 23:00

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Hallo Tina,

erstmal Glückwunsch zu deinem Besuch der 11. Klasse.

Dass Hochbegabte sich nur auf die Schule fokussieren, halte ich jetzt mal für ein Gerücht. Hier gibt es schon Unterschiede. Gerade Hochbegabte können auch in anderen Bereichen sehr erfolgreich sein.

Trotzdem wäre es vllt sinnvoll, diesbezüglich mal einen Test zu machen, um Potenziale zu erkennen und ggf. stärker/besser fördern zu können.

Eine Ausbildung anzufangen ist ein guter Weg bereits Erfahrungen zu sammeln. Leider habe ich keine Ahnung, in welchem Alter dies konkret möglich ist. Würde so spontan mal auf 14 tippen. Aber auch hier würde ich etwas nehmen, was dir im späteren Leben helfen kann oder dich interessiert. Denn nur eine Ausbildung zu machen, um des Ausbildungswillen, wird dir langfristig auch nichts bringen.

Wusste bisher gar nicht, dass für sowas überhaupt n Antrag notwendig ist. Bin mit 17 einfach augezogen

Ansonsten wünsche ich dir viel Glück auf deinem Weg.

LG

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