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In Bewerbunsphase geheiratet...

15. Januar 2004 um 14:22

Hallo zusammen,

ich habe da ein Problem, bei dem Ihr mir vielleicht weiter helfen könnt. Ich bin jetzt bald mit dem Studium fertig und habe vor kurzem geheiratet. Dies hat sich mit einigen Bewerbungen überschnitten. Jetzt bin ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und in der dortigen Firma noch als ledige Bewerberin und unter meinem alten Namen vermerkt.

Wann und wie sollte ich der Firma mitteilen, dass sich da was bei mir geändert hat? Beim Vorstellungsgespräch? - fall ich da vielleicht mit der Tür ins Haus à la: Hallo ach und übrigens ich bin jetzt verheiratet und heiße gar nicht mehr sounso? Oder sollte ich kurz telefonisch oder per E-Mail die Info durchgeben???

Ich hoffe wirklich, dass Ihr mir da einen Tipp geben könnt, denn inzwischen bin ich schon fast bisschen verkrampft und hab Angst die Sache in den Sand zu setzten.

Also, danke - macht's gut!

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15. Januar 2004 um 20:28

Vorsicht
est mal herzlichen Glückwunsch... ABER: Erzähle NICHTS von deiner Heirat vor der Vertragsunterzeichnung, es kann deine Chancen schmälern!! Viele Personalchefs (darunter auch mein Chef) denken, da kommen in 1-2 Jahren Babys! Hat auch meine Exkollegin schon bei Vorstellungsgesprächen erleben müssen! (seit 6 Monaten verheiratet) Und dann hast du in der heutigen Zeit keine Chancen mehr gegenüber anderen Bewerbern!
Wenn du drin bist, sprich Vertrag hast, kannst es immer noch erzählen


Machs gut
Meerfrau

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16. Januar 2004 um 12:23

Dazu stehen!
Also ich bin ehrlich überrascht über die Ratschläge die hier gegeben wurden.

Ich bin selbst seit 5 Monaten verheiratet und auf Jobsuche. Ich bin aufgrund einiger Erfahrungen bei Vorstellungsgesprächen schon echt frustriert - gerade was die Kinderfrage angeht. Allerdings werde ich keinesfalls meine Familie unterschlagen - das geht mir dann doch zu weit. Ich vertrete offen meine Meinung und wenn jemand von mir die Sicherheit haben will, dass ich keine Kinder krieg - sorry, das geht nicht. Also ich bin schon der MEinung, Du solltest das der Firma kurz per Email mitteilen. Mach ihnen beim Gespräch einfach klar, dass Du nicht wegen dem Kinderwunsch geheiratet hast und dass Du erstmal was mit Deinem Studium anfangen möchtest, bevor Du Kinder planst.. ich denke, wenn man das überzeugend rüber bringt, ist das ehrlicher, realistischer und man betrügt sich nicht selbst!

Also viel Glück beim Gespräch!

Gute Laune

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16. Januar 2004 um 13:06

Aaaaaaaaaaaalso:
Hallo Blommi:

Rechtsfragen der Bewerbung

Auf der einen Seite hat der Arbeitnehmer im Rahmen der Bewerbungsgesprächs grundsätzlich kein Recht zur Lüge. Das gilt aber nur, wenn die Frage zulässig ist. Das heißt, der Arbeitgeber hat kein unbeschränktes Fragerecht. Fragen sind nur insoweit zulässig, als ein "berechtigtes Interesse" besteht. Informieren darf sich der Arbeitgeber nur über solche Umstände, die sachlich und unmittelbar mit der Beschäftigung zusammenhängen. Privates und "Allzuprivates" muss nicht offenbart werden. Oder anders herum gesagt: Es darf dem Arbeitnehmer in diesen Fällen nicht zum Nachteil gereichen, wenn er falsche Angaben macht. Insbesondere darf darauf keine Kündigung oder Anfechtung des Arbeitsvertrages gestützt werden.
Beispiele für private Bereiche:
Heiratsabsichten, Pläne zur Gründung einer Familie, bestehende Schwangerschaft
Freizeitbeschäftigungen
Konfessions- oder Parteizugehörigkeiten
Das Frageverbot nach Schwangerschaften ergibt sich nach der Rechtsprechung als Folge des gesetzlichen Verbots der Diskriminierung wegen des Geschlechts nach 611a BGB. Das Frageverbot bzw. "Recht zur Lüge" besteht nach Ansicht des BAG (2 AZR 621/01) selbst dann, wenn die Schwangere die Stelle von Beginn an wegen der Schwangerschaft nicht antreten könnte.

Die Anfechtung eines Arbeitsvertrages ist nur zulässig,
wenn die Frage zulässig ist und
der Arbeitnehmer sie bewusst falsch beantwortet und
der Arbeitnehmer erkennt, dass die Frage von Bedeutung für das Arbeitsverhältnis ist und
die verschwiegene oder falsch beantwortete Tatsache ursächlich für das Arbeitsverhältnis ist

So, nun entscheide Du selbst. Ich würde es an Deiner Stelle sagen, weil der Arbeitgeber sonst später sagen könnte: Mit Frau xy haben wir diesen Vertrag nicht schließen wollen, sondern mit der Frau z. Natürlich musst Du den Arbeitsvertrag mit Deinem neuen Namen unterschreiben-was dann? Dann kommt es vielleicht gar nicht erst zum Vertragsabschluss. Ehrlich sein-mein Rat.

LG,
Greenwave

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16. Januar 2004 um 13:18
In Antwort auf Greenwave

Aaaaaaaaaaaalso:
Hallo Blommi:

Rechtsfragen der Bewerbung

Auf der einen Seite hat der Arbeitnehmer im Rahmen der Bewerbungsgesprächs grundsätzlich kein Recht zur Lüge. Das gilt aber nur, wenn die Frage zulässig ist. Das heißt, der Arbeitgeber hat kein unbeschränktes Fragerecht. Fragen sind nur insoweit zulässig, als ein "berechtigtes Interesse" besteht. Informieren darf sich der Arbeitgeber nur über solche Umstände, die sachlich und unmittelbar mit der Beschäftigung zusammenhängen. Privates und "Allzuprivates" muss nicht offenbart werden. Oder anders herum gesagt: Es darf dem Arbeitnehmer in diesen Fällen nicht zum Nachteil gereichen, wenn er falsche Angaben macht. Insbesondere darf darauf keine Kündigung oder Anfechtung des Arbeitsvertrages gestützt werden.
Beispiele für private Bereiche:
Heiratsabsichten, Pläne zur Gründung einer Familie, bestehende Schwangerschaft
Freizeitbeschäftigungen
Konfessions- oder Parteizugehörigkeiten
Das Frageverbot nach Schwangerschaften ergibt sich nach der Rechtsprechung als Folge des gesetzlichen Verbots der Diskriminierung wegen des Geschlechts nach 611a BGB. Das Frageverbot bzw. "Recht zur Lüge" besteht nach Ansicht des BAG (2 AZR 621/01) selbst dann, wenn die Schwangere die Stelle von Beginn an wegen der Schwangerschaft nicht antreten könnte.

Die Anfechtung eines Arbeitsvertrages ist nur zulässig,
wenn die Frage zulässig ist und
der Arbeitnehmer sie bewusst falsch beantwortet und
der Arbeitnehmer erkennt, dass die Frage von Bedeutung für das Arbeitsverhältnis ist und
die verschwiegene oder falsch beantwortete Tatsache ursächlich für das Arbeitsverhältnis ist

So, nun entscheide Du selbst. Ich würde es an Deiner Stelle sagen, weil der Arbeitgeber sonst später sagen könnte: Mit Frau xy haben wir diesen Vertrag nicht schließen wollen, sondern mit der Frau z. Natürlich musst Du den Arbeitsvertrag mit Deinem neuen Namen unterschreiben-was dann? Dann kommt es vielleicht gar nicht erst zum Vertragsabschluss. Ehrlich sein-mein Rat.

LG,
Greenwave

Hey Greenwave!
Also mit den Fragen, die nicht gestellt bzw. nicht richtig beantwortet werden müssen, seh ich ja auch so. Aber wenn sie schon schwanger wäre, müßte sie es sagen - so hab ich das jedenfalls gelernt oder?????

Rein interessehalber...

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16. Januar 2004 um 13:53
In Antwort auf gutelaune

Hey Greenwave!
Also mit den Fragen, die nicht gestellt bzw. nicht richtig beantwortet werden müssen, seh ich ja auch so. Aber wenn sie schon schwanger wäre, müßte sie es sagen - so hab ich das jedenfalls gelernt oder?????

Rein interessehalber...

Hallo Gutelaune!
Hm, ich dachte, dass ich bereits oben die Ausnahmen geschildert habe. Du "sollst" zwar nicht lügen aber Du "darfst" in bestimmten Bereichen die Unwahrheit sagen, ohne Konsequenzen für Dich, als AN, befürchten zu müssen. Es gibt diese Ausnahmen deshalb, weil ja die Gleichberechtigung zw. Mann und Frau gewährleistet werden soll.

Hoffe Deine Frage beantwortet zu haben

Lieben Gruß an Dich,
die Welle

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16. Januar 2004 um 14:25

Warum hast du denn nicht deinen Namen behalten ?
dann wäre vieles leichter Dann müsste man ja nichts von Heirat sagen. Tja, ...

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16. Januar 2004 um 14:47
In Antwort auf Greenwave

Aaaaaaaaaaaalso:
Hallo Blommi:

Rechtsfragen der Bewerbung

Auf der einen Seite hat der Arbeitnehmer im Rahmen der Bewerbungsgesprächs grundsätzlich kein Recht zur Lüge. Das gilt aber nur, wenn die Frage zulässig ist. Das heißt, der Arbeitgeber hat kein unbeschränktes Fragerecht. Fragen sind nur insoweit zulässig, als ein "berechtigtes Interesse" besteht. Informieren darf sich der Arbeitgeber nur über solche Umstände, die sachlich und unmittelbar mit der Beschäftigung zusammenhängen. Privates und "Allzuprivates" muss nicht offenbart werden. Oder anders herum gesagt: Es darf dem Arbeitnehmer in diesen Fällen nicht zum Nachteil gereichen, wenn er falsche Angaben macht. Insbesondere darf darauf keine Kündigung oder Anfechtung des Arbeitsvertrages gestützt werden.
Beispiele für private Bereiche:
Heiratsabsichten, Pläne zur Gründung einer Familie, bestehende Schwangerschaft
Freizeitbeschäftigungen
Konfessions- oder Parteizugehörigkeiten
Das Frageverbot nach Schwangerschaften ergibt sich nach der Rechtsprechung als Folge des gesetzlichen Verbots der Diskriminierung wegen des Geschlechts nach 611a BGB. Das Frageverbot bzw. "Recht zur Lüge" besteht nach Ansicht des BAG (2 AZR 621/01) selbst dann, wenn die Schwangere die Stelle von Beginn an wegen der Schwangerschaft nicht antreten könnte.

Die Anfechtung eines Arbeitsvertrages ist nur zulässig,
wenn die Frage zulässig ist und
der Arbeitnehmer sie bewusst falsch beantwortet und
der Arbeitnehmer erkennt, dass die Frage von Bedeutung für das Arbeitsverhältnis ist und
die verschwiegene oder falsch beantwortete Tatsache ursächlich für das Arbeitsverhältnis ist

So, nun entscheide Du selbst. Ich würde es an Deiner Stelle sagen, weil der Arbeitgeber sonst später sagen könnte: Mit Frau xy haben wir diesen Vertrag nicht schließen wollen, sondern mit der Frau z. Natürlich musst Du den Arbeitsvertrag mit Deinem neuen Namen unterschreiben-was dann? Dann kommt es vielleicht gar nicht erst zum Vertragsabschluss. Ehrlich sein-mein Rat.

LG,
Greenwave

Schööööne Theorie!
In der Praxis sieht es leider ganz anders aus: die Mutmassung Heirat -> Familie liegt nah!

Ich will hier nix mies machen, denn nicht jeder Arbeitgeber geht davon aus.

WENN Du also sagst, das Du geheiratet hast
solltest nur damit rechnen, dass so gedacht wird (Heirat -> Kind) und Dir ein paar Argumente zurechtlegen, die Du "beiläufig" und von Dir aus einstreust wie z.B.: " Natürlich wollen wir uns in den nächsten Jahren erst mal finanziell etwas aufbauen" bla bla ...

Schönes Wochenende!

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