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Erststudium voll absetzbar?

13. Juli 2004 um 9:39

Hallo,

ich habe gehört, dass man nun lt. Gesetz ein Erststudium voll als Werbungskosten absetzen kann. Ich möchte neben dem Beruf studieren, was ziemlich teuer ist. Wenn ich mir einen Freibetrag eintragen lasse bzw. die Steuern monatlich zurückzahlen lasse, ist die monatliche Belastung nicht so hoch. Kennt sich jemand damit aus? Studiengebühren sind 270 und Fahrtkosten 240 . Kann mir jemand sagen, wieviel ich ca. bekommen würde? Dich keine kompletten 380 , ne?

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19. Juli 2004 um 12:12

Soweit ich weiß...
ist auch das erststudium nicht nachtäglich absetzbar, dies wird erst der fall sein können, wenn generell studiengebüren erhoben werden und dieser fall vor den finanzgerichten ausgetragen wurde.momenttan gibt es dafür noch keine rechtsgundlagen.

wenn du aber neben deiner erwerbstätigkeit ein studium/fortbildung anfängst, sind die daraus entstehenden kosten voll als werbungskosten abzugsfähig.

bedenke aber, wenn du in der steuerprogression bei 20 % liegst, die steuerersparnis nicht hoch ausfallen wird.

gruss heimwerkerin

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20. Juli 2004 um 11:04
In Antwort auf heimwerkerin

Soweit ich weiß...
ist auch das erststudium nicht nachtäglich absetzbar, dies wird erst der fall sein können, wenn generell studiengebüren erhoben werden und dieser fall vor den finanzgerichten ausgetragen wurde.momenttan gibt es dafür noch keine rechtsgundlagen.

wenn du aber neben deiner erwerbstätigkeit ein studium/fortbildung anfängst, sind die daraus entstehenden kosten voll als werbungskosten abzugsfähig.

bedenke aber, wenn du in der steuerprogression bei 20 % liegst, die steuerersparnis nicht hoch ausfallen wird.

gruss heimwerkerin

Steuerprogression???
... Du sprichst in Rätseln...was ist das? Also es ist schon so, dass ich neben der Arbeit im Sep anfange, zu studieren. Es werden Studiengebühren in Höhe von 270 verlangt. Also bekomme ich dann vielleicht 20% von den 270 wieder? Ich frage mich, wieso das dann immer voll absetzbar benannt wird.
Es gibt dafür momantan noch keine Rechtsgrundlagen....es ist doch aber so ein Gesetz rausgekommen, dass es feststeht, dass man Geld zurück bekommt:

Berufsbegleitendes Erststudium

Aufwendungen einer Krankenschwester sowie Pflegedienstleiterin für ein berufsbegleitendes erstmaliges
Hochschulstudium im Studiengang Sozialökonomie können als Werbungskosten abgezogen werden. Das hat der
Bundesfinanzhof
(VI R 61/98, NV) festgestellt.
Unklar war in diesem Fall Folgendes: Handelt es sich bei den Kosten für das Studium um Fortbildungskosten,
die in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden können, oder um als Sonderausgaben nur beschränkt
abziehbare Berufsausbildungskosten? Die obersten Steuerrichter entschieden zugunsten der Krankenschwester.
Wichtig: Sofern die Aufwendungen für ein berufsbegleitendes Erststudium beruflich veranlasst sind, können
diese
komplett als Werbungskosten abgezogen werden.
Der berufliche Anlass ist hier gegeben, weil die Krankenschwester nach Jahren der Berufstätigkeit das
berufsintegrierende Studium im Studiengang Sozialökonomie/Pflegemanagement aufgenommen hat, um Kenntnisse
insbesondere des modernen Managements zu erwerben und damit ihre gegenwärtige Stellung als Leiterin des
Pflegedienstes sowie Referentin für Pflegeberufe zu festigen und den erhöhten beruflichen Anforderungen
dauerhaft zu entsprechen. Sie hat die Studienkosten aufgewandt, um höhere Einnahmen zu erzielen bzw.
diese zu sichern.


Und genau das trifft für mich auch zu. Genau der gleiche Fall, nur dass es sich nicht um einen Pflegeberuf handelt, was wohl aber irrelevant ist.

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20. Juli 2004 um 11:47

Wenn Dein studium
zu einem anderen Beruf führt als der den du jetzt ausübst, kannst Du das ganze als Ausbildungskosten absetzen

"Bei den Sonderausgaben für die Aus- oder Weiterbildung in einem nicht ausgeübten Beruf ist stets die Abgrenzung zu den Fortbildungskosten in einem bereits ausgeübten Beruf zu beachten. Die Aufwendungen, die Fortbildungskosten darstellen, sind als Werbungskosten oder Betriebsausgabe zu erfasse


Die genaue Abgrenzung ist insbesondere wegen der Begrenzung auf 920 EUR bzw. 1.227 EUR bei auswärtiger Unterbringung wichtig. Die Fortbildungskosten (Werbungskosten) sind in ihrer Höhe nicht dieser Begrenzung unterworfen.

Der Erwerb von Kenntnissen, die als Grundlage für einen auszuübenden Beruf notwendig sind, vollzieht sich im Bereich der Ausbildung. Hierdurch entstehende Aufwendungen gehören grundsätzlich als Ausbildungskosten zu den Kosten der privaten Lebensführung und sind daher nur im Rahmen der Sonderausgaben absetzbar.

Im Gegensatz hierzu stellen Fortbildungskosten, d.h. Kosten, die bedingt sind durch eine Weiterbildung in einem ausgeübten Beruf, um in diesem Beruf auf dem laufenden zu bleiben und den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden, abzugsfähige Werbungskosten dar"






"Zu den abziehbaren Aufwendungen gehören nicht nur die unmittelbaren Ausbildungs- oder Weiterbildungskosten

* Schul-, Lehrgangs- und Studiengebühren,
* Aufwendungen für Lernmaterial, Fachbücher, ...
* sondern auch
* Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungs- oder Weiterbildungsstätte und
* Mehraufwendungen, die durch eine auswärtige Unterbringung im Sinne des 10 Abs. 1 Nr. 7 Satz 2 EStG entstehen.

Bei Benutzung eines eigenen Kraftfahrzeugs oder Fahrrads zu Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungs- oder Weiterbildungsstätte kann der Wert angesetzt werden, der auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu berücksichtigen ist."

"Einige Abgrenzungsbeispiele:
# Bildungsaufwendungen, die Beamtenanwärtern in Zusammenhang mit ihrem Dienstverhältnis entstehen, sind keine Ausbildungskosten, sondern Werbungskosten.
# Aufwendungen eines Chemielaboranten für den Besuch einer Ingenieur-Fachschule mit dem Ziel, graduierter Chemieingenieur zu werden, sind Sonderausgaben (BFH-Urteil vom 10.12.1971 - BStBl 1972, Teil II, Seite 254).
# Kosten zur Erlangung der Doktorwürde sind Ausbildungskosten (Sonderausgaben), und zwar auch dann, wenn die Doktorprüfung erst nach Eintritt in das Berufsleben abgelegt wird (BFH-Urteile vom 7.8.1967 - BStBl 1967, Teil III, Seite 777 und 789, und vom 10.12.1971 - BStBl 1972, Teil II, Seite 251).
# Aufwendungen eines Hochbauingenieurs, der an einer Hochschule Architektur studiert, sind Ausbildungskosten (Sonderausgaben), und zwar auch dann, wenn er bereits vorher mit den Tätigkeiten eines Architekten befaßt war (BFH-Urteil vom 24.7.1973 - BStBl 1973, Teil II, Seite 817).
# Aufwendungen eines Kaufmannsgehilfen für den Besuch einer Höheren Wirtschaftsfachschule, um graduierter Betriebswirt zu werden, sind Sonderausgaben (BFH-Urteil vom 29.5.1974 - BStBl 1974, Teil II, Seite 636).
# Aufwendungen für ein berufsintegrierendes Erststudium an einer Fachhochschule mit dem Ziel, den Hochschulgrad eines Diplom-Betriebswirtes (FH) zu erwerben, sind Ausbildungskosten (Sonderausgaben) (BFH-Urteil vom 28.9.1984 - BStBl 1985, Teil II, Seite 94).
# Aufwendungen eines Referendars für die zweite Staatsprüfung sind keine Kosten der Berufsausbildung, sondern Werbungskosten.
# Aufwendungen eines Volksschullehrers aus Anlaß eines Studiums an einer Pädagogischen Hochschule mit dem Ziel, die Qualifikation eines Sonderschullehrers zu erwerben, sind Fortbildungskosten (Werbungskosten)."

Aus
http://www.steuerthek.de/handbuch/est/sonderausgab-en_ausbildung.htm

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20. Juli 2004 um 11:51
In Antwort auf steffy2

Steuerprogression???
... Du sprichst in Rätseln...was ist das? Also es ist schon so, dass ich neben der Arbeit im Sep anfange, zu studieren. Es werden Studiengebühren in Höhe von 270 verlangt. Also bekomme ich dann vielleicht 20% von den 270 wieder? Ich frage mich, wieso das dann immer voll absetzbar benannt wird.
Es gibt dafür momantan noch keine Rechtsgrundlagen....es ist doch aber so ein Gesetz rausgekommen, dass es feststeht, dass man Geld zurück bekommt:

Berufsbegleitendes Erststudium

Aufwendungen einer Krankenschwester sowie Pflegedienstleiterin für ein berufsbegleitendes erstmaliges
Hochschulstudium im Studiengang Sozialökonomie können als Werbungskosten abgezogen werden. Das hat der
Bundesfinanzhof
(VI R 61/98, NV) festgestellt.
Unklar war in diesem Fall Folgendes: Handelt es sich bei den Kosten für das Studium um Fortbildungskosten,
die in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden können, oder um als Sonderausgaben nur beschränkt
abziehbare Berufsausbildungskosten? Die obersten Steuerrichter entschieden zugunsten der Krankenschwester.
Wichtig: Sofern die Aufwendungen für ein berufsbegleitendes Erststudium beruflich veranlasst sind, können
diese
komplett als Werbungskosten abgezogen werden.
Der berufliche Anlass ist hier gegeben, weil die Krankenschwester nach Jahren der Berufstätigkeit das
berufsintegrierende Studium im Studiengang Sozialökonomie/Pflegemanagement aufgenommen hat, um Kenntnisse
insbesondere des modernen Managements zu erwerben und damit ihre gegenwärtige Stellung als Leiterin des
Pflegedienstes sowie Referentin für Pflegeberufe zu festigen und den erhöhten beruflichen Anforderungen
dauerhaft zu entsprechen. Sie hat die Studienkosten aufgewandt, um höhere Einnahmen zu erzielen bzw.
diese zu sichern.


Und genau das trifft für mich auch zu. Genau der gleiche Fall, nur dass es sich nicht um einen Pflegeberuf handelt, was wohl aber irrelevant ist.

Voll steuerlich absetzbar
heißt, daß du auf diesen Betrag keine steuern zahlen mußt.
Wenn die also auf Dein gehalt 20% Steuern zahlst und Du 240Euro absetzen kannst, mußtt du auf dies 240Euro keine Steuern zahlen, bekommst also 20% von 240Euro wieder.

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21. Juli 2004 um 13:42
In Antwort auf wolkenschaf

Voll steuerlich absetzbar
heißt, daß du auf diesen Betrag keine steuern zahlen mußt.
Wenn die also auf Dein gehalt 20% Steuern zahlst und Du 240Euro absetzen kannst, mußtt du auf dies 240Euro keine Steuern zahlen, bekommst also 20% von 240Euro wieder.

Ach so...
Naja das ist ja nicht gerade viel. Und von den Fahrtkosten dann auch nur 20%? Wahrscheinlich...Na das ist keine große Hilfe... (vom Staat)


Dankeschön, auch an die anderen, die geantwortet haben.

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