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Arbeitszeugnis - kann das jemand auswerten?

28. Juni 2006 um 16:07

Währen der dreijährigen Ausbildung hat sich xxx in den verschiedenen Fach- und Dienstleistungsbreichen das praktische Wissen sowie Fähig- und Fertigkeiten angeeignet, die das Berufsbild der Kauffrau für Bürokommunikation erfordert.
xxx entwickelte sich während der Ausbildung zu einer selbstbewussten und zielorientierten jungen Frau. Sie war eine sehr aufgeschlossene Auszubildende.
xxx führte die ihr übertragenen Aufgaben mit außerordentlichem Engagement für den von ihr gewählten Ausbildungsberuf aus und zeigte sehr großes Interesse an ihrer Berufsausbildung und unserem Unternehmen.
Sie erledigte die ihr in der Ausbildung übertragenen Aufgaben sehr zuverlässig, umsichtig und verantwortungsbewusst.
Eine gute Auffassungsgabe sowie eine positive Grundhaltung ermöglichten es ihr, sich schnell in die vielfältige Aufgabenstellung des Unternehmens einzuarbeiten. Nach einer kurzen Anleitungsphase konnte sie entsprechend den Aufgabenstellungen selbständig und planvoll arbeiten.

Die Umsetzung theoretischer Kenntnisse in den praktischen Arbeitsprozess gelang ihr gut. Ihre erworbenen Fachkenntnisse konnte sie in den verschiedenen Ausbildungsphasen sicher einsetzen. Zusammenhänge stellte sie eigenständig her und führte die übertragenen Arbeiten mit Sicherheit aus.
Frau xxx hat die entsprechenden EDV-Instrumentarien sehr sicher beherrscht und geschickt eingesetzt.
Wir können ihr eine gute Arbeitsqualität und -quantität bescheinigen.
Im Umgang mit Mitarbeitern zeigte sie gutes Einfühlungsvermögen, was sie durch die Zusammenarbeit und ihre große Hilfsbereitschaft unterstreichen konnte.
Sie ist im Umgang mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Besuchern stets freundlich und zuvorkommend.
Aufgrund ihrer Ernsthaftigkeit sowie der verbindlichen Art ist Frau xxx bei den Mitarbeitern und Mitauszubildenden sehr geschätzt.

So, nun noch die kongreten Beschreiben, bei denen ich mir unsicher bin.

"... entwickelte sich zu einer selbstbewussten und zielorientierten jungen
Frau."
--> das klingt, als wäre xxx vorher voll zurückgezogen und ziellos
gewesen???

"... sie eine sehr aufgeschlossene Auszubildende."
--> wie jetzt, "aufgeschlossen"??? könnte man etwas negativ sehen, oder?!?

"... aufgrund ihrer ernsthaftigkeit sowie der verbindlichen art..."
--> auch was verstecktes?

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29. Juni 2006 um 11:57

Hallo,
also ich würde mit diesem Zeugnis noch mal zu Deinem Arbeitgeber gehen.

Die drei Punkte, die Du aufgeführt hast, hören sich nicht positiv an.

Das geht gar nicht, dass geschrieben wurde, dass Du Dich zu einer selbstbewussten...jungen Frau entwickelt hast! Für jeden zukünftigen Arbeitgeber hört es sich so an, wie Du schon geschrieben hast. Absolut zurückgezogen. Schön und gut, dass Du selbstbewusst geworden bist, aber das gehört da eigentlich nicht rein!

Wenn das "aufgeschlossen" auf Deine Dir gestellten Aufgaben bezogen wäre, wäre es gut. So kommt das aufgeschlossen aber nicht gut rüber. "hier mal ein Pläuschchen gehalten, da mal gequasselt, sie war sehr offen"...

Die Ernsthaftigkeit ist auch nicht gut. Da muss nicht unbedingt was verstecktes hinter sein, es passt einfach nicht. Ernst zu sein ist natürlich in vielen Situationen gut, aber in diesem Zeugnis nicht unbedingt von Vorteil.

Formulier die Sätze um, leg sie Deinem Arbeitgeber vor.

LG

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29. Juni 2006 um 12:29

Noch was
'Im Umgang mit Mitarbeitern zeigte sie gutes Einfühlungsvermögen, was sie durch die Zusammenarbeit und ihre große Hilfsbereitschaft unterstreichen konnte.'

Klingt für mich nach 'Labertante', die sich hauptsächlich um die persönlichen Probleme ihrer Kollegen gekümmert hat während der Arbeitszeit.


'Sie ist im Umgang mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Besuchern stets freundlich und zuvorkommend.
Aufgrund ihrer Ernsthaftigkeit sowie der verbindlichen Art ist Frau xxx bei den Mitarbeitern und Mitauszubildenden sehr geschätzt.'

Bei 'freundlich und zuvorkommend' werden die (wichtigeren!) Vorgesetzten und Besucher genannt, bei 'geschätzt' aber nicht - ein böswilliger Leser könnte daraus konstruieren, daß Du zwar lieb und nett warst, aber insbesondere bei den Vorgesetzen trotzdem nicht angekommen bist. Bei 'verbindliche Art' in Kombination mit Mitarbeiter würde ich auch aufpassen, das hat für mich einen negativen Unterton.

An sonsten ist es eigentlich ein gutes Zeugnis. Den Passus mit dem 'selbstbewußt und zielorientiert' finde ich aber auch nicht so gelungen.

kleineente

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29. Juni 2006 um 12:35

Vielen vielen Dank
Du hast mir damit sehr geholfen. Wirklich ganz ganz lieb von dir.

Bye
Vanilla

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29. Juni 2006 um 18:59

Mal ne Frage....?!
Ich habe vor einem Jahr meine Ausbildung beendet...und leider überhaupt nicht ernsthaft über das Zeugnis, welches ich von der Firma bekommen habe nachgedacht (ich hatte auch schon einen neuen Job fest - ohne ein Zeugnis vorgelegt zu haben!). Jetzt wollte ich mich jedoch nochmal nach einem neuen Job umschauen...und bei meinem letzten Vorstellungsgespräch meinte der Herr dort, dass das Zeugnis meines Ausbildungsbetriebs "der letzte schund sei".... er hat mich trotzdem eingeladen, weil man an dem zeugnis einfach nur gemerkt hat, dass der schreiber ÜBERHAUPT KEINE AHNUNG vom Zeugnis schreiben hat...!! Na genial! Danke!!

Nun ist das Zeugnis "schon" 1 Jahr alt. Wielang kann ich zu dem Betrieb gehen und ein neues verlangen. Gibt es da eine Regelung??

Danke für die Hilfe!

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29. Juni 2006 um 21:52

...
Bei Deinem Zeugnis geht es ja um ein Ausbildungs- und nicht um ein Arbeitszeugnis. Da werden oft nicht nur erlernte Fähigkeiten sondern eben auch Entwicklungen und Lernprozesse aufgeführt. Durchaus auch persönlicher Natur. Das legiimiert z.B. den Satz: "xxx entwickelte sich während der Ausbildung zu einer selbstbewussten und zielorientierten jungen Frau"
Zieloriertiert klingt dabei finde ich sehr gut, nur unter selbstbewußt kann man auch überheblich verstehen. Das würde ich durch souverän ersetzten, dann ist diese Entwicklungsbeschreibung ein großes Kompliment für Dich.

"Aufgeschlossene Auszubildende" ist auch gängig. Es heißt nicht anderes als interssiert und offen . Man könnte auch schreiben "aufgeschlossene und interessierte Auszubildende", aber grundsätzlich finde ich das okay.

Die "Ernsthaftigkeit und verbindliche Art" in Bezug auf Mitarbeiter soll sicher bedeuten, daß Du zuverläßig bist. Deutlicher wird das wenn man schreibt: "Aufgrund ihrer ernsthaften sowie verbindlichen/zuverlässigen Arbeitsweise ist Frau..."

Grundsätzlich ist es ein gutes, aber nicht sehr gutes Zeugnis, denn die maximalen Steigerungen wie sehr, stets, äußerst sind nur selten verwendet worden.

Wenn das das ganze Zeugnis ist, würde ich aber auf zwei Dinge bestehen.
Zum einen, an den Anfang eines solchen Zeugnisses gehört eine Firmenbeschreibung. Also Firma auf dem Gebiet XY mit xy Mitarbeitern usw.
Und zum zweiten, eine Beschreibung der durchlaufenen Ausbildungsbereiche mit dem entsprechenden Bildungsergebnis. Denn Dein zukünftiger Chef will sicher wissen ob Du nun nur kopiert und Kaffee gekocht hast oder was Du präzise für Verfahren und Vorgänge erlernt hast und was Du einfach schon mal gemacht hast und kannst.

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