Home / Forum / Schule & Studium / An alle Germanistik- und Biologie-Studenten

An alle Germanistik- und Biologie-Studenten

20. Juni 2005 um 18:29


Ich bin langsam wirklich am Verzweifeln: Habe jetzt mein Abi gemacht und würde jetzt auch gerne zum Wintersemester anfangen zu studieren. Leider bin ich mir noch etwas unschlüssig bezüglich meines Studiums:

Biologie hat mich in der Schulzeit sehr interessiert und ich muss auch sagen, dass es mein bestes Fach war. Jedoch weiß ich auch, dass Studium und Schulunttericht zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Meine Frage nun zum Bio-Studium:

In wie weit werden meine chemischen, physikalischen sowie mathematischen Kenntnisse gefordert (hab Chemie und Physik sofort abgegeben und in Mathe bin ich wirklich ein Verständnislegastheniker ) Das sind wohl keine idealen Vorraussetzungen für ein naturwissenschaftliches Studium, oder?
Wie sah es bei euch im allgemeinen naturwissenschaftlichen Bereich aus, bevor ihr ein Bio-Studium angetreten habt?

Zu Germanistik:

Ich bin sehr Literaturbegeistert und lese auch viel "klassische" (nicht im Sinne der Epoche sondern im Volksmund klassisch) Literatur. Außerdem denke ich, dass ich mich sprachlich gut ausdrücken kann und es mir wirklich Spaß macht, mich in der deutschen Sprache zu bewegen. Ich weiß, dass es nicht nur um das schöne Schreiben geht oder hübsche Literatur zu lesen, ich muss mich auch mit dem Versmaß auseinandersetzen können, ihn erkennen usw.

Bei Germanistik ist allerdings mein Problem, dass ich nciht genau weiß, was ich später damit machen kann.

So, jetzt habe ich aber wirklich genug geschrieben.
Ich würde mcih sehr über Antworten freuen, die mir vielleicht meine Studienwahl erleichtern

Lg Athanasia

Mehr lesen

21. Juni 2005 um 9:36

Biologie?
Hi Athanasia1,

ich bin Ingenieursstudentin, daher meine Meinung zu einem naurwissenschaftlichen Studium:
Mathe wird nicht das Riesenthema sein. Als Biologe hast du (zumindest hier in Erlangen) die normale "Mathe für Naturwissenschaftler"-Vorlesung, die kann jeder schaffen. Physik ist hier ähnlich, auch relativ wenig.
Kritisch dürfte die Chemie werden, die brauchst du für Bio recht intensiv. Die fehlenden Kenntnisse aus der Oberstufe werden dir nicht das Genick brechen (musst du halt nachlernen). Aber wenn du Chemie abgewählt hast, weil du schlecht warst... hmm. Das könnte anstrengend werden.
Also mein Rat: Überleg dir das gut, du wirst in Methe, Physik und Chemie wohl einiges an Arbeit investieren müssen. Wenn du dazu bereit bist, hast du gute Chancen, es zu schaffen.

Zu Germanistik kann ich inhaltlich leider überhaupt nichts sagen.

Noch was zum Organisatorischen: Naturwissenschaftliche Studiengänge sind im Grundstudium oft ziemlich verschult, d. h., du hast einen ziemlich vollgepackten festen Stundenplan. Germanistik ist im Allgemeinen relativ frei gestaltet, so dass du dir jedes Semester raussuchst, welche Vorlesungen du besuchen willst. Bis zur Prüfung musst du halt soundsoviele Stunden von den Themenbereichen X, Y und Z belegt haben.
Es ist eine Typsache, welche Art von Studium dir mehr gefällt. Brauchst du Druck von außen, um etwas zu arbeiten? Dann kann ich dir von einem Germanistikstudium, wie ich es oben beschrieben habe, nur abraten. Hast du Selbstdisziplin, ist das kein Problem.

Hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen,

zefix1



Viel Erfolg bei deinen Überlegungen

Gefällt mir

21. Juni 2005 um 13:37
In Antwort auf zefix1

Biologie?
Hi Athanasia1,

ich bin Ingenieursstudentin, daher meine Meinung zu einem naurwissenschaftlichen Studium:
Mathe wird nicht das Riesenthema sein. Als Biologe hast du (zumindest hier in Erlangen) die normale "Mathe für Naturwissenschaftler"-Vorlesung, die kann jeder schaffen. Physik ist hier ähnlich, auch relativ wenig.
Kritisch dürfte die Chemie werden, die brauchst du für Bio recht intensiv. Die fehlenden Kenntnisse aus der Oberstufe werden dir nicht das Genick brechen (musst du halt nachlernen). Aber wenn du Chemie abgewählt hast, weil du schlecht warst... hmm. Das könnte anstrengend werden.
Also mein Rat: Überleg dir das gut, du wirst in Methe, Physik und Chemie wohl einiges an Arbeit investieren müssen. Wenn du dazu bereit bist, hast du gute Chancen, es zu schaffen.

Zu Germanistik kann ich inhaltlich leider überhaupt nichts sagen.

Noch was zum Organisatorischen: Naturwissenschaftliche Studiengänge sind im Grundstudium oft ziemlich verschult, d. h., du hast einen ziemlich vollgepackten festen Stundenplan. Germanistik ist im Allgemeinen relativ frei gestaltet, so dass du dir jedes Semester raussuchst, welche Vorlesungen du besuchen willst. Bis zur Prüfung musst du halt soundsoviele Stunden von den Themenbereichen X, Y und Z belegt haben.
Es ist eine Typsache, welche Art von Studium dir mehr gefällt. Brauchst du Druck von außen, um etwas zu arbeiten? Dann kann ich dir von einem Germanistikstudium, wie ich es oben beschrieben habe, nur abraten. Hast du Selbstdisziplin, ist das kein Problem.

Hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen,

zefix1



Viel Erfolg bei deinen Überlegungen

Danke
Danke für deine hilfreiche Antwort!


Chemie würde wahrscheinlich bei Biologie mein Hauptproblem werden. Man kann nicht sagen, dass ich richtig schlecht war, aber mir hat es irgend wie keinen Spaß gemacht (lag damals wohl auch am Lehrer).

Es ist einfach so schwer sich auf etwas fest zu legen, wenn ich dran denke, dass es um meine Zukunft und dann wohl auch um meinen zukünftigen Beruf geht.
Ich höre von allen Seiten "Mit Germanistik kannst du nichts anfangen außer Lehramt" oder " Bei Bio findest du keinen Job".

Oh je... aber man kann doch genau so gut mit einem BA-Studium irgend wann einmal auf der Straße sitzen, oder?

Es ist doch jetzt erst einmal vorrangig, was mich wirklich interssiert.

Ich hab ja noch ein paar Tage Zeit um mich dann endgültig festzulegen.

Würde mich auch über nähere Informationen zu Germanistik freuen

Gefällt mir

23. Juni 2005 um 9:38
In Antwort auf athanasia1

Danke
Danke für deine hilfreiche Antwort!


Chemie würde wahrscheinlich bei Biologie mein Hauptproblem werden. Man kann nicht sagen, dass ich richtig schlecht war, aber mir hat es irgend wie keinen Spaß gemacht (lag damals wohl auch am Lehrer).

Es ist einfach so schwer sich auf etwas fest zu legen, wenn ich dran denke, dass es um meine Zukunft und dann wohl auch um meinen zukünftigen Beruf geht.
Ich höre von allen Seiten "Mit Germanistik kannst du nichts anfangen außer Lehramt" oder " Bei Bio findest du keinen Job".

Oh je... aber man kann doch genau so gut mit einem BA-Studium irgend wann einmal auf der Straße sitzen, oder?

Es ist doch jetzt erst einmal vorrangig, was mich wirklich interssiert.

Ich hab ja noch ein paar Tage Zeit um mich dann endgültig festzulegen.

Würde mich auch über nähere Informationen zu Germanistik freuen

Germanistik
Habe Germanistik studiert und mir hat es viel Spaß gemacht. Dennoch muss ich sagen, dass mehr als die Häfte meiner Mitstudis nach dem ersten oder zweiten Semester das Fach gewechselt haben, da es nicht das war, was sie sich vorgestellt hatten.

Das "Problem" ist, dass die meisten den Deutschunterricht in der Schule auf das Studium übertragen. Und das ist natürlich nicht möglich. An den meisten Unis besteht die Möglichkeit "Neuere Literatur" als Magisterfach zu studieren ("neuere", weil sonst das Mittelalter noch drin wäre), dann stimmt zumindest der Schwerpunkt überein.

Studiert man aber Germanistik als Ganzes, dann ist Literatur zwar ein wesentlicher Aspekt, aber eben nur einer. Zu moderner und klassischer Literatur kommmen mittelalterliche Texte, Mittelhochdeutsch, Althochdeutsch (Übersetzung, Grammatik, ...) und Sprachwissenschaft (z.B. Wie funktioniert Sprache?, Was ist ein Wort?,...)

Wie gesagt: ich fand's spannend, aber es hat eben viele abgeschreckt, dass man im Studium nicht nur liest und interpretiert. Das musst du dir dann selbst überlegen.

Aber als Tipp: im Grundstudium muss man in jedem Fach alle Bereiche abdecken. Im Hauptstudium (nach ca. 4 Semestern) kann man dann i.d.R. Schwerpunkte setzen. Die oben genannten Aspekte müssen aber auch dann abgedeckt werden.

Tja, und was die Berufschancen betrifft: ein Magisterstudium ist bei Germanistik eher problematisch. Wenn du weißt, was dich interessiert, dann sieh zu, dass du so viele Praktika, freie Mitarbeit, ... machst, wie du kannst (z.B. Zeitung, Zeitschriften-Verlag, Radio, Fernsehen, ...) Ohne die sieht es eher mau aus mit dem Studienabschluss.

Ich wünsch dir eine richtige Entscheidung und viel Spaß im Studium!

Gruß, Ginny


Gefällt mir

29. Juni 2005 um 11:31

Biologie ist nicht gleich Biologie
Hallo,

wie der Titel schon sagt, ist Biologie nicht immer gleich Biologie. Irgendwann muss man sich dann doch entscheiden, ob man eher etwas klassisch-biologisches betrieben will, wie z. B. Systematik oder Verhaltensforschung oder ob man sich mehr in die biochemische Richtung begibt. Beim Staubgefäßezählen wirst Du weniger Chemiewissen benötigen, dafür mehr Mathematik (statistische Auswertung von Funden, räumliche Verteilungen etc.) Wenn Du nun aber an einer Fakultät landest, die sich leidenschaftlich mit den Pheromonen bei Schmetterlingen auseinandersetzt, ist eine dicke Portion Biochemie unabdingbar. Oder Mikrobiologie: sobald Du mehr machen willst, als nur Kolonien auszuzählen, wird es tendenziell etwas verfahrenstechnisch. Oder Verhaltensforschung: ich bin mal mit einer Biologin ins Gespräch gekommen, die ein Praktikum zur Luchs-Überwachung im Bayerischen Wald gemacht hat - der Umgang mit Ortungsgeräten und die GIS-basierte Aufnahme von Ortungen war Voraussetzung.

Das sollte Dich jetzt nicht verschrecken, aber jedes Studienfach ist nun einmal mehr als das Grundstudium und bisweilen kommt der Spaß an einer Sache auch erst, wenn man den praktischen Nutzen von etwas erfahren hat.

SInnvoll kann es auch sein, auf Seiten wie der des verbandes deutscher Biologen (www.vdbiol.de) ein wenig zu surfen und sei es nur, um sich mit dem Selbstverständnis derjenigen, die das Fach beruflich betreiben auseinanderzusetzen.

Viele Grüße,
Brüni

Gefällt mir

5. Dezember 2005 um 14:24

Beispiel für biologische und literarische Entdeckerfreude
Einfacher kann ich's Dir kaum mitteilen:
Wenn Du Spaß hast - an beidem: Literatur und Bio::

Schau hier mal nach:

http://www.biblioforum.de/forum/read.php?f=2&i=154-5&t=642

Gefällt mir

Frühere Diskussionen
Frage zu einer 7 Tage Arbeitswoche!
Von: zauberfee20
neu
3. Dezember 2005 um 20:12
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Long4Lashes

Teilen

Das könnte dir auch gefallen