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WER IST LEHRER???

19. November 2002 um 11:00

Überlege mittlerweile schon länger, ob ich nach meiner Ausbildung nicht auf Lehramt studieren soll.
Wer macht das zur Zeit und kann mir ein bißchen erzählen?????

19. November 2002 um 16:18

Nicht wirklich...
...ich bin nur mit einem angehenden Lehrer zusammen. Gerade bei Lehramt würde ich weniger überlegen, ob Dir das Studium zusagt, sondern der Job. Du stehst vor Kindern oder (jungen) Erwachsenen und bist verpflichtet ihnen etwas beizubringen. D.h.
a) Du stehst im Mittelpunkt
b) Du wirst bei jedem Fehler sofort ertappt (Kritikfähigkeit solltest Du mitbringen)
c) Du bist Löwenbändiger und/oder Entertainer (in?) zugleich
d) Du studierst auf ein (derzeit) mieses Image zu

An den Unis ist es momentan so, dass Du zum fachlichen Spezialisten wirst und Pädagogik (zumeist) belegen kannst, aber nicht musst. Dabei sollte das das Rüstzeug sein, wie bei einem Mathelehrer der Zirkel.

An den FHs (könnte es sein, dass Du beabsichtigst, Lehrer in Deinem erlernten Beruf zu werden?) ist es sehr unterschiedlich. Es gibt z.B. Teilzeit-Studiengänge, wo Du ohnehin einen großen Teil Deiner Zeit als Lehrer tätig sein musst. Zumindest wächst Du dort sehr schnell in Deine Aufgabe hinein.

Das ist jetzt natürlich sehr allgemein. Könntest Du vielleicht andeuten, an welche Fächer Du denkst? Uni, FH? Welches Bundesland?

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29. November 2002 um 12:25

Noch nicht, aber...
... irgendwann sicher!

Ich studiere jetzt im 3. Semester Lehramt für Grund-,Haupt- und Realschulen mit dem Schwerpunkt Grundschule in Niedersachsen.
Meine Fächer sind Deutsch, Religion und Sachunterricht. Als Pflichtfächer muss ich Pädagogik (und zwar einmal Schulpädagogik und allgemeine Pädagogik) und Psychologie machen. Wir konnten dann noch aus drei Wahlpflichtfächern wählen (Politik, Soziologie und Philosophie) und da habe ich mich für Soziologie entschieden.

Wir haben im zweiten Semester ein semesterbegleitendes Praktikum gehabt und zwar einmal in der Woche. Dort durften wir dann auch schon unsere erste Stunde geben, allerdings noch zu zweit, überwiegend haben wir gelernt, wie man Unterricht zu planen hat und welche Analysen man dazu schreiben muss.
Nach dem zweiten Semester haben wir vor Beginn des dritten Semesters nochmal drei Wochen Praktikum in der gleichen Schule gehabt. Auch hier haben wir viel unterrichten können und den Großteils des Unterrichtes schon alleine geschmissen. Wir waren vier Studenten in einer Klasse und jeder durfte dann alleine seine Stunden planen und durchführen. Hat sauviel Spass gemacht und mich in meinem Berufswunsch bestätigt.

Das Studium selber ist schon interessant, aber manchmal bin ich echt am Überlegen, wozu ich gewisse Sachen später mal brauche und warum ich diesen Scheiß lernen soll. Das gehört wohl aber in jedem Beruf dazu.

Die Praktika waren aber richtig toll und da habe ich auch wieder gewusst, wofür ich studiere.

Wenn du dich echt für Lehramt entscheidest, sei dir darüber im Klaren, dass es ein wirklich absolut praktischer Beruf ist, wo du auch flexibel auf unvorhersehbare Situationen reagieren musst. Zum Beispiel kommen die Kinder aus der Pause und es gibt Klagen, wer wen geärgert oder verkloppt hat und du musst dann natürlich auch erstmal die Streitereien schlichten, was einen in der Unterrichtsdurchführung ganz schön aufhalten kann. Ich habe im Praktikum auch Kinder rauasgeschmissen, weil sie massiv gestört haben und nicht mitgemacht haben (die Lehrerin fand das völlig ok, weil man sonst echt zu nix kommt).

Bedenke auch, dass die Kinder nicht freiwillig zur Schule kommen und viele einfach auch keine Lust haben. Da muss man sich echt ganz schön motivieren und sich immer wieder irgendwelche Sachen ausdenken, die ihnen Spass machen können, damit sie überhaupt mitmachen.

Der Beruf ist aber wirklich schön! Mir hat die Praxis in der Schule richtig viel Spass gemacht. Die Klasse war zwar sehr schwierig, aber dadurch habe ich echt richtig viel gelernt.

Ehe ich es vergesse: Ich habe vorher auch eine Ausbildung gemacht. Als ich dann mit dem Studium angefangen habe, habe ich mich erstmal wirklich erschrocken, weil du dich in der Uni echt um alles selber kümmern musst. Du musst dir deinen Stundenplan selber zusammenstellen und rausfinden, welche Vorlesungen und Seminare wichtig sind und auf welche du verzichten kannst bzw welche du erst später brauchst. Das ist schon eine ganz schöne Umstellung! Aber auch das ist zu schaffen!

Vielleicht konnte ich dir ja ein bisschen weiterhelfen. Wenn du irgendwelche Fragen hast, jederzeit.

Liebe Grüße, Gnom79

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30. November 2002 um 10:02

Lehrer
Hallo Fiesta,

mein Mann ist Studienrat, also Lehrer am Gymnasium. Allerdings unterrichtet er nicht mehr, obwohl das immer sein Traumberuf war und er auch einer der besten Lehrer an unserer Schule gewesen ist. Aber darum geht es ja hier nicht.

Aus seinen Erzählungen weiß ich, dass ihm das Unterrichten immer sehr viel Spaß gemacht hat. Ihn hat es aber immer genervt, das er in der Unterrichtsgestaltung zu wenig Freiraum hatte. Als Lehrer mußt du dich immer an die Lehrpläne halten - egal wie sinnlos die Inhalte manchmal auch sein mögen. Leider konnte ich ihn noch nicht dazu bewegen, hier selbst mal "aus dem Nähkästchen" zu plaudern. Aber wenn du nicht in Richtung Gymnasiallehrer studieren willst, würde es dir vielleicht auch gar nicht weiterhelfen, denn es gibt sicher Unterschiede bei den verschiedenen Schulformen.

LG Stoffel

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