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Unglücklich im Studium, aber keinen alternativen Plan?

7. Februar 2012 um 19:51

(Ich hab das schon in dem unter 20 Forum gepostet, aber ich glaube, hier könnt ihr mir im Zweifelsfall qualifizierter helfen...)
Hey ihr alle,
ich hoffe, das wird jetzt nicht zu lang, aber ich hab da so ein kleines Problem was mich sehr beschäftigt in letzter Zeit..

Ich habe letzten Sommer Abi gemacht und bin jetzt im 1. Semester Jura (gerade in der Klausurenphase), nachdem ich mich auf Druck meiner Familie und Planlosigkeit/Langweile kurzerhand fürs Jurastudium eingeschrieben hab.
Ich wollte früher immer Jura machen, war mir aber dann irgendwann so mit 16 nicht mehr sicher.
Ich finde die Materie an sich interessant, aber ich kann mir langsam einfach nicht mehr vorstellen, dass später wirklich als Job zu machen. Mich ödet das Studium an, das ewige Auswendiglernen ist mir irgendwie doch zu wenig selbstständiges Denken, ich bin auch ehrlich gesagt nie der fleißige Lerner gewesen.
Außerdem bin ich hier in Bayern superunglücklich, hab irgendwie nicht so recht Anschluss gefunden und fühl mich sehr einsam, was das sich-selbst-motivieren nicht gerade einfach macht. Mir fehlt die Großstadt (Hamburg) total und auchmeine Freunde und überraschenderweise meine Familie.
Ich spiele jetzt schon länger mit dem Gedanken, dass Studium abzubrechen, aber habe keinen wirklichen Plan B und ich habe das Gefühl, dass meine Familie sehr enttäuscht sein wird, da ich finde, dass auch jetzt schon viel Geld in mein Studium und meinen Umzug gesteckt wurde, es erscheint mir ein bisschen wie Verschwendung jetzt abzubrechen.
Ich weiß, dass viele sagen, dass man nach dem 1. Semester noch nicht viel über das Studium sagen kann, aber ich möchte auch nicht unnötig Zeit und Geld verschwenden.

Deswegen wäre jetzt meine Hauptfrage: was kann man sinnvoll zur Überbrückung der Orientierungsphase machen?
(Mir ist wohlbewusst, dass mir hier keiner sagen kann, was ich studieren soll oder was für eine Ausbildung ich machen soll, aber ich möchte mich nicht nutzlos fühlen und ich möchte auch nicht schon wieder überstürzt eine Ausbildung anfangen, außerdem möchte ich meiner Familie nicht ohne weiteren Plan geenüberstehen)

9. Februar 2012 um 12:16

Nicht unterkriegen lassen
Hi,

ich denke bei Jura sollte man sich schon sicher sein da es ja sehr lange dauert und alles auf das unheimlich anspruchsvolle Staatsexamen hinausläuft. Da hat man wenig davon wenn man am Ende durch das Examen fliegt. Also im Zweifelsfalle lieber gleich umorientieren. Es ist wirklich kein Drama mal ein Studium abzubrechen. Wenn du eine Ausbildung machen möchtest bleibt dir doch auch jetzt genug Zeit um auch mal in Praktika in den ein oder anderen Job hineinzuspüren. Das klappt sicher auch sehr gut wenn du wieder nach Hamburg gehst um dann im Herbst neu durchzustarten.

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10. Februar 2012 um 12:33

...
mach doch ein duales studium, da verdienst du gleichzeitig noch.
duales studium bei siemens oder anderen firmen, da hast du top aussichten und dir wird in der regel alles finanziert

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16. Februar 2012 um 22:43

Du bestimmst, was mit Deinem Leben passieren soll
Hallo Maja,

meine Erfahrung ist, dass man Phasen, in denen man nicht weiß, wie es weitergehen soll, aushalten muss. Klingt bescheuert und ist auch wirklich schwierig, gerade, weil man seine Entscheidung oft vor anderen rechtfertigen muss. Das ist unangenehm, wenn man keinen Alternativplan vorzuweisen hat. Aber das Leben besteht nunmal nicht aus einer Abfolge völlig rationaler Entscheidungen oder einem nahtlosen Weg zu einem bestimmten Ziel. Manchmal muss man durch so eine Zeit durch, da hilft nichts.

Jura ist wirklich kein Studium, das man einfach so, ohne Interesse und Motivation, durchziehen kann. Die Klausuren sind sauschwer, und selbst wenn Du die schaffst, stehen am Schluss die zwei Staatsexamen, an denen auch schon extrem motivierte Student/innen gescheitert sind, die im Studium sehr gut waren. Wenn Du schon jetzt, im ersten Semester, merkst, dass Du Dich langweilst, gibt es nur eins: Notbremse ziehen und raus aus dem Studium! Es ist Dein Leben, das darfst Du nicht mit Unsinn verschwenden, der Dir nichts bringt und Dich sogar unglücklich macht.

In Deinem Fall scheinen mir, wie vorher schon gesagt, Praktika eine gute Lösung zu sein. Du willst herausfinden, was Dir liegt und was Dich zufrieden macht - das kannst Du nur, indem Du aktiv wirst und verschiedene Sachen ausprobierst. Du bist noch so jung, Du hast jedes Recht auf eine Phase des wilden, ziellosen Herumsuchens!

Das Wichtigste ist, dass Du Dir nicht so einen Stress machst. Es ist ganz normal, dass man nicht immer weiß, was man will. Viele brechen ihr Erststudium ab, weil sie es aus Gründen gewählt haben, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen haben - sei es, weil man sich falsche Vorstellungen vom Studium gemacht hat, es den Eltern zuliebe angefangen hat usw. Wichtig ist, dass Du entscheidest: So will ich nicht leben! Ich will das machen, was mir liegt! So eine Entscheidung getroffen zu haben, hebt auch das Selbstbewusstsein ungemein, denn selbstbestimmt zu entscheiden ist ja - wie Du gerade merkst - gar nicht so einfach.

Ich selbst habe zweimal das Studienfach gewechselt und bin heute extrem froh über meine Entscheidung, weil ich mich jetzt nicht mehr mit Sachen beschäftigen muss, die mich null interessieren und die ich auch nicht gut kann. Außerdem weiß ich jetzt, dass ich imstande bin, zu erkennen, wenn etwas nicht gut für mich ist. Das kannst Du auch!

Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft.

Liebe Grüße Jule

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