Home / Forum / Schule & Studium / Studium nach kaufm. Ausbildung

Studium nach kaufm. Ausbildung

19. Juli 2005 um 22:00

Zur Zeit mache ich (22) eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Dieser Beruf füllt mich aber noch nicht so ganz aus und ich kann mir nicht vorstellen ab nächstem Sommer immer nur in diesem Beruf zu arbeiten. Deshalb würde ich gerne noch studieren. Aber was? Ich habe auch schon eine Ausbildung zur kaufm. Assistentin Fachrichtung Fremdsprachen (Fremdsprachensekretärin) und habe Angst, dass ich bei einem normalen BWL-Studium vieles zum 3. Mal höre. Am meisten würde mich Wirtschaftspsychologie oder etwas mit Handel/Logistik interessieren.

Hat jemand von Euch nach der Ausbildung noch studiert? Wenn ja was? War es die richtige Entscheidung?

Gibt es eventuell Studiengänge, die auf eine Ausbildung aufbauen???

Oder hat sich jemand gegen ein Studium entschieden und kann mir ganz tolle Gründe nennen, die gegen ein Studium sprechen?

Ich bin über jede Auskunft dankbar!!!

20. Juli 2005 um 8:33

Ja, sozusagen
nur dass ich vorher ein BA-Studium gemacht habe und keine Lehre. Mir ging es aber auch so wie Dir, mit dem BA-Abschluss hätte ich wahrscheinlich nur nen Job als Programmiererin gefunden, und das war dann doch nicht so dass, was ich wollte.

Ich hab hier auch mit 22 angefangen, bin mittlerweile das 4. Semester hier und bereue es kaum. Ich studier übrigens auch BWL, aber andere Vertiefungsrichtungen. Es hat viele Vorzüge, aber auch ein paar Nachteile.

Vorteile: Du kannst über Deine Zeit frei verfügen, keiner schreibt Dir irgendwas vor, Du lernst, was Dir wirklich liegt und was nicht (was ja sehr schwer zu lernen ist, wenn man ständig den Chef im Rücken hat, welcher Druck macht). Man findet immer Leute, die auf der gleichen Wellenlänge sind, man kann viel Spaß haben.

Nachteile: Du hast Geldprobleme, wenn es Dir Deine Eltern zahlen, hast Du evtl. doch wieder Druck "von oben". Du bekommst mit, was Deine Leute aus der Berufsschule so verdienen , alle Nicht-Studenten halten Dich für einen faulen Gammler (egal, wieviel Du für die Uni tust)...

Dass Du manches vom Stoff schon gelernt hast, sollte Dich nicht von einem Studium abhalten. Die Herangehensweise an der Uni ist eine völlig andere, es ist unwahrscheinlich, dass Du bereits alles kannst und Dich langweilen würdest.

Und wenn Du doch schon was kannst ist das kein Nachteil für Dich, dann kannst Du die jeweiligen Scheine mit weniger Aufwand abhandeln und stattdessen schon Scheine für höhere Semester machen (dann bist Du schneller fertig). Ich kenne hier allerdings so einige Industrie-/Versicherungskaufleute, denen fällt es zwar immer mal wieder leichter, den Stoff zu verstehen, aber lernen müssen die genauso viel.

Weiterer Vorteil ist (mir ging es jedenfalls so) dass, wenn man schon Berufserfahrung gesammelt hat, die Motivation so ein Studium anzugehen, eine ganz andere ist. Viele, die direkt nach dem Abi an die Uni gehen, verhalten sich doch sehr blauäugig.

Also ich würde es Dir empfehlen!
LG

Gefällt mir

20. Juli 2005 um 20:57

Habe ein Studium nach kaufmänn. Ausbildung
gemacht, habe erst Bürokauffrau gelernt (gähn, aber im nachhinein echt hilfreich), und anschliessend an der Uni Berufspädagogik, Soziologie und Philosophie studiert als Magisterstudiengang (kennt fast keiner, ist theoretisch aber dem Diplom-Abschluss gleichwertig).

Für mich war es die richtige Entscheidung, das Studium war eine tolle Zeit und ich habe hinterher auch eine prima Stelle bekommen in der Personalabteilung, wo ich für die Ausbildung von 32 Azubis und die Fortbildung der Mitarbeiter im Betrieb zuständig war, und nebenbei habe ich auch Personalmarketing gemacht.

Mein Studium habe ich zu 75% selbst finanziert, zuerst habe ich im Ausbildungsbetrieb tageweise in den Semesterferien gearbeitet, später als Hiwi an der Uni und auch noch in der Kneipe bedient. Hat mir aber alles Spaß gemacht, die Mischung gefiel mir, war in meinem Studiengang auch gut möglich.

Gründe gegen ein Studium? Mehr Organisation, mehr Unsicherheit, schlaflose Nächte wegen Referaten oder Prüfungen, weniger Geld - aber schreckt dich dies wirklich ab? Wenn dich Wirtschaftspsychologie interessiert, dann mache es!

Gefällt mir

21. Juli 2005 um 9:31

Vor Unterforderung hätt ich keine Angst...
Also ich studiere Wirtschaftpädagogik-ist das selbe Grundstudium, wie BWL und ich kann die versichern, dass der SToff an der Uni doch viel tiefer geht, als das, was man in der Ausbildung gemacht hat.

Sicher wird dir das ein, oder andere bekannt vorkommen, aber ganz sicher wirst du auch viel lernen müssen, da der Stoff schon sehr in die tiefe geht.

Es gibt sehr viele Studenten, die den selben Weg gegangen sind...erst Ausbildung und dann Studium...und ich kann die versichern, dass die auch viel dafür tun müssen, um nen Schein zu bekommen.

Also keine Panik...achso...ich im übrigen habe keine Ausbildung gemacht, war aber auf einem Wirtschaftsgymnasium und hatte BWL als LK...und dennoch...vor allem in VWL steh ich total oft auf dem Schlauch

Lieben Gruß und viel Glück, bei deiner ENtscheidungsfindung

Gefällt mir

22. Juli 2005 um 22:12
In Antwort auf lilalaunemaus

Ja, sozusagen
nur dass ich vorher ein BA-Studium gemacht habe und keine Lehre. Mir ging es aber auch so wie Dir, mit dem BA-Abschluss hätte ich wahrscheinlich nur nen Job als Programmiererin gefunden, und das war dann doch nicht so dass, was ich wollte.

Ich hab hier auch mit 22 angefangen, bin mittlerweile das 4. Semester hier und bereue es kaum. Ich studier übrigens auch BWL, aber andere Vertiefungsrichtungen. Es hat viele Vorzüge, aber auch ein paar Nachteile.

Vorteile: Du kannst über Deine Zeit frei verfügen, keiner schreibt Dir irgendwas vor, Du lernst, was Dir wirklich liegt und was nicht (was ja sehr schwer zu lernen ist, wenn man ständig den Chef im Rücken hat, welcher Druck macht). Man findet immer Leute, die auf der gleichen Wellenlänge sind, man kann viel Spaß haben.

Nachteile: Du hast Geldprobleme, wenn es Dir Deine Eltern zahlen, hast Du evtl. doch wieder Druck "von oben". Du bekommst mit, was Deine Leute aus der Berufsschule so verdienen , alle Nicht-Studenten halten Dich für einen faulen Gammler (egal, wieviel Du für die Uni tust)...

Dass Du manches vom Stoff schon gelernt hast, sollte Dich nicht von einem Studium abhalten. Die Herangehensweise an der Uni ist eine völlig andere, es ist unwahrscheinlich, dass Du bereits alles kannst und Dich langweilen würdest.

Und wenn Du doch schon was kannst ist das kein Nachteil für Dich, dann kannst Du die jeweiligen Scheine mit weniger Aufwand abhandeln und stattdessen schon Scheine für höhere Semester machen (dann bist Du schneller fertig). Ich kenne hier allerdings so einige Industrie-/Versicherungskaufleute, denen fällt es zwar immer mal wieder leichter, den Stoff zu verstehen, aber lernen müssen die genauso viel.

Weiterer Vorteil ist (mir ging es jedenfalls so) dass, wenn man schon Berufserfahrung gesammelt hat, die Motivation so ein Studium anzugehen, eine ganz andere ist. Viele, die direkt nach dem Abi an die Uni gehen, verhalten sich doch sehr blauäugig.

Also ich würde es Dir empfehlen!
LG

Danke für Eure Antworten!
Finde es immer sehr interessant die unterschiedlichen Bildungs- und Berufswege zu hören, besonders das mit dem Berufspädagogik-, Soziologie- und Philosophiestudium. Wo kann man das denn studiern?

Ich hab mich jetzt ziemlich sicher für ein Studium entschieden. Mal schauen, wo ich nächstes Jahr einen Platz bekomme. Mit einem Abi von 2,6 ist es ja leider nicht so, dass ich es mir aussuchen könnte und meine 8 Wartesemester bringen mir auch weniger als ich dachte.

Wirtschaftspsychologie hätte ich eigentlich auch schon direkt nachm Abi studiert, aber den Studiengang gibt es leider nur 3x an öffentlichen Unis und Fachhochschulen und dementsprechend hoch ist der NC.

Also noch mal vielen Dank!

Und ich würd mich freuen, wenn noch andere von ihren Erfahrungen berichten würden. So hört man ja immer wieder von Studiengängen von denen man davor nichts wusste.

Gefällt mir

14. April 2011 um 11:45
In Antwort auf sophistox

Habe ein Studium nach kaufmänn. Ausbildung
gemacht, habe erst Bürokauffrau gelernt (gähn, aber im nachhinein echt hilfreich), und anschliessend an der Uni Berufspädagogik, Soziologie und Philosophie studiert als Magisterstudiengang (kennt fast keiner, ist theoretisch aber dem Diplom-Abschluss gleichwertig).

Für mich war es die richtige Entscheidung, das Studium war eine tolle Zeit und ich habe hinterher auch eine prima Stelle bekommen in der Personalabteilung, wo ich für die Ausbildung von 32 Azubis und die Fortbildung der Mitarbeiter im Betrieb zuständig war, und nebenbei habe ich auch Personalmarketing gemacht.

Mein Studium habe ich zu 75% selbst finanziert, zuerst habe ich im Ausbildungsbetrieb tageweise in den Semesterferien gearbeitet, später als Hiwi an der Uni und auch noch in der Kneipe bedient. Hat mir aber alles Spaß gemacht, die Mischung gefiel mir, war in meinem Studiengang auch gut möglich.

Gründe gegen ein Studium? Mehr Organisation, mehr Unsicherheit, schlaflose Nächte wegen Referaten oder Prüfungen, weniger Geld - aber schreckt dich dies wirklich ab? Wenn dich Wirtschaftspsychologie interessiert, dann mache es!

Hallo sophistox
Habe soeben deinen Beitrag gelesen, ist schon einige Zeit her, aber meine Frage ist: Wo hast damals den besagten Studiengang, Berufspädagogik Soziologie Philosophie; belegen können, suche genau diese Mischung,, daher wäre ich Dir für eine kurze Antwort sehr dankbar, viele, liebe Grüße!
Sina

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Diskussionen dieses Nutzers

Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen