Home / Forum / Schule & Studium / Studium als Sackgasse? Motivationslos und ohne Plan B.

Studium als Sackgasse? Motivationslos und ohne Plan B.

12. April 2016 um 0:12

Hallo... ich bin momentan echt verzweifelt und versuche momentan einen kleinen Grashalm zu finden, an den ich mich klammern könnte. Vielleicht ist ja jemand dabei, der mir helfen kann? (Falls sich jemand die Mühe macht, meinen Roman zu lesen)

Ich bin 24 Jahre alt uns studiere dual im zweiten Semester Soziale Arbeit mit der Vertiefung Case Management im Sozial- und Gesundheitswesen. Den Ausbildungspartner habe ich im Vorfeld initiativ angeschrieben, meine Stelle wurde extra für mich erschaffen. Das Problem: Ich bin total unglücklich und kann mich nicht mit dem Studiengang identifizieren.

Wie es dazu gekommen ist: Nach meinem Abitur wollte ich eigentlich Medizin studieren, allerdings war mein Schnitt von 2,1 natürlich viel zu schlecht. Selbst mit dem Medizinertest und dem Versuch, mich in Österreich für das Studium einschreiben zu können, war nichts daran zu machen. Also habe ich etwas gejobbt und knapp ein Jahr nach meinem Abi eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht. Natürlich gab es auch dort Höhen und Tiefen, generell hat mir der Job aner sehr viel Spaß gemacht und ich habe das Examen mit 1,3 bestanden. Jedoch bin ich sehr empfindlich was den Tag/Nacht - Rhythmus betrifft, den Personalmangel und die Kosteneinsparungen bekommt man überall durch dauerhafte Unterbesetzung zu spüren und nach einem halben Jahr auf einer Intensivstation habe ich bereits Probleme mit dem Rücken bekommen.
Durch meine Eltern kam ich dann auf den oben genannten Studiengang. Da mich Case Management schon währen der Krankenpflegeausbildung interessiert hat, habe ich mir einen dualen Partner gesucht und gefunden.

Inzwischen bin ich allerdings nur noch unglücklich und verzweifelt, ich weiß überhaupt nicht was ich tun soll.
Das Praxissemester war eine Katastrophe, ich war der "Depp vom Dienst", hatte Aufgaben im Alleingang ohne aneitenden Person zu erledigen, auf die kein anderer Lust hatte und die nicht mal genau definiert wurden - also eher eine Arbeirsbeschaffungsmaßnahme. Ich hatte also insgesamt 3 Monate keinen Ansprechpartner.
Ich habe mir dann gedacht: Hey, im Theorieblock wird es besser. Aber Pustekuchen. Seminare, die ich für Case Management belegen hätte sollen, wurden nicht angekündigt. Zufällig hatten wir Studenten am Ende des Semesters ein Gespräch mit einer Dozentin, die überhaupt nicht verstanden hat, warum niemand diesen Kurs belegt hatte. Dann haben wir erfahren, dass die "Vertiefung" aus genau 6 Tagen (in 6 Semestern!) besteht und wir auch keine Zertifizierung bekommen. Dann war der Vorlesungsplan ein reines Chaos, ungefähr jeden Tag hat sich etwas verschoben. Teilweise hab ich am Nachmittag eines Tages erfahren, am kommenden Tag (eigentlich vorlesungsfrei), 5h Vorlesung hineingelegt bekommen zu haben - wie soll man da bitte noch nebenher Arbeiten oder ein Privatleben haben können?
Inzwischen leide ich schon an Schlaflosigkeit und an einer chronischen Migräne.

Jetzt bin ich 24, habe zwar eine Ausbildung, die ich aber aus gesundheitlichen Gründen vielleicht nur noch wenige Jahre ausüben kann. Zudem ein Studium, welches mir nicht gefällt und absolut keine Alternative.

Früher wusste ich: ich will im Bereich Gesundheit bleiben. Aber aufgrund der momentanen (politischen) Lage sehen ich für mich keine Zukunft in diesem Gebiet. Also auch keine Weiterbildung zur PDL oder ähnliches.

Aber ich weiß absolut nicht, was ich sonst machen könnte. Ich hatte mich nie in eine andere Richtung informiert. Außerdem besteht zudem ein Arbeitsvertrag mit meiner Ausbildungsstätte. Sollte ich abbrechen, könnte sogar Schadensersatz gegen mich geltend gemacht werden.

Ich würde sehr gerne studieren, aber weiß nicht was. Ich plane und organisiere gerne, bin kreativ, in verschiedenen Vereinen engagiert und sehr teamfähig. Auch Mathe hat mir immer Spaß gemacht (auch wenn ich keine 1 er Schülerin war). Auch sonst war ich in Naturwissenschaften ganz okay. Aber ich könnte mir keinen rein technischen Beruf (Maschinenbau, Elektronik,...) vorstellen, würde Technik aber auch nicht komplett ausschließen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, mein Leben lang den ganzen Tag nur am PC oder am Schreibtisch zu sitzen. Und irgendetwas studieren, ohne eine wirkliche (Job-)Perspektive möchte ich natürlich auch nicht.

In letzter Zeit spukt mit BWL im Kopf herum, allerdings kann sich meine Familie mich nicht in diesem Bereich vorstellen (meine Schwester hat ebenfalls BWL studiert). Außerdem hatte ich nie BWL auf meiner Schule, hab also keine Ahnung davon und auch etwas Angst, später nur "Zahlen zu schubsen".
Architektur würde mich auch interessieren, allerdings sehen die Job- und Gehaltsaussichten alles andere als rosig aus. Bei Bauingenieurwesen bin ich mir aber wiederum nicht sicher, ob es nicht zu technisch ist. Außerdem sollte man bestenfalls eine Ausbildung in diesem Bereich (z.B. Maure) vorweisen können.
Ich habe das Gefühl, kein Job passt zu mir.

Soll ich mein Studium doch fortsetzen? Oder einfach wieder in der Pflege arbeiten?

Hat vielleicht irgendjemand eine ähnliche Situation erlebt oder vielleicht eine Idee, was zu mir passen könnte???

16. April 2016 um 14:16

Hallo
ich würde sagen, dass zum einen deine Ansprüche recht hoch sind, aber diese Dinge zur Hälfte auch nur eingeredet.
Einerseits soll das Ganze auf 100 Jahre total zukunftsfähig sein. Erlaube mir, dich da auf den Teppich zu holen: Gibt es nicht. Die medizinische Versorgung kann sich durch politische Entscheidungen, durch die Flüchtlinge und sonst was ändern.
Ich selber bin im Architekturbereich tätig. 2009 wollte auch niemand was von mir wissen (nach dem Abschluss), inzwischen gibt es Stellen in Masse, als Selbständige habe ich auch genug zu tun.
Du bist dazu wahrscheinlich zu jung, aber um 2000 rum ist die .com-Blase geplatzt, die Leute dachten auch, sie hätten was zukunftsfähiges.
Inzwischen gibt es zu viel Lehrer und zu wenig Ingenieure, sollte auch alles mal Zukunft haben mit dem Lehramt und in den 90ern wollte auch keiner Elektrotechnik machen, weil angeblich nicht zukunftsfähig.
Solche Gedanken solltest du erst mal streichen.

Für ein hohes Einkommen würde ich dir am ehesten Jura empfehlen, aber ohne Leidenschaft geht da auch wenig. BWL kann da gut sein, aber man muss sich schon im Studium auf das Richtige spezialisieren, viele Praktika machen und Kontakte zu Firmen aufbauen. Sonst ist das so wie die neue Arbeiterin im Bienenstock.

Das mit deinem Studium läuft natürlich blöd ab, ist aber oft so, wenn Studiengänge neu eingeführt werden.

Vielleicht solltest du doch mal auf Medizin warten. Eine Freundin von mir hat bis 28 gewartet und gehört jetzt immer zu den Besten (der Schnitt war 3,6!). An sich scheinst du dich im Medizinbereich ja ganz gut gefühlt zu haben. Muss ja nicht Intensiv sein.
Der Vorteil als Arzt ist, dass du entweder in einer Klinik arbeiten kannst, in der Forschung oder in eigener Praxis. Ich will dir nicht zu nahe treten, aber du scheinst insgesamt recht sensibel und nicht bis ans Äußerste belastbar, neigst du Gesundheitsproblemchen. Wenn du später die freie Wahl hast, wo und wann du arbeitest, kannst du so was besser im Griff haben.

LG

Gefällt mir

28. April 2016 um 9:40

Versuch macht klug
Hast Du denn inzwischen genügend Wartesemester für Medizin?

Wenn nicht, mache dein momentanes Studium weiter bzw. fertig und nehme so bald wie möglich dann doch Medizin.

Rede mit deinem Chef im Praxisbetrieb und schildere halt, dass deine Aufgaben ect so nicht funktionieren. Vielleicht hilft da einfach mal Mund aufmachen...

Eine weitere Variante wäre auch Medizinpädagogik (da ist der NC glaube ich nicht so hoch).

Gefällt mir

28. April 2016 um 19:28

Abbruch ist der einzige Weg
Ich bin nicht in einer sollchen Situation. Kenne aber 5 die unglücklich mit ihrem Studium waren vom 1. oder 2. Semester an. Inzwischen haben zwei es durchgezogen und drei studieren immer noch.
Sie alle waren/sind allerdings die ganze Zeit unzufrieden mit ihrem Leben und arbeiten nun auch nicht in dem Bereich den sie studiert haben. Sprich einer arbeitet im Call Center und der andere hat eine Bananenfarm auf der anderen Halbkugel der Erde eröffnet und die anderen drei studieren langsamm und traurig weiter . Alle 5 sagen, sie hätten damals direkt abbrechen sollen. Das lange quälen hat nix gebracht.

Es liegt an der schlechten Organisationsfähigkeit der Uni, dass dir das studieren keinen Spass bereitet. Geh an eine andere. Und studiere nicht etwas, weil dein Freund oder deine Schwester etwas studiert. Es gibt tatsächlich BWL mit Schwerpunkt Krankenhausmanagement. Vielleicht währe das was? Oder eben Medizin. Studiere das, wofür du brennst, nicht das was deine Eltern als gut befinden.

Gefällt mir

Frühere Diskussionen
Erotikumfrage (+Verlosung)
Von: ichfragdich
neu
10. April 2016 um 4:27
Meine Untersuchung. Ich brauche die Hilfe!
Von: schatzik
neu
17. März 2016 um 23:33
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen