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Hilfe,ich studiere Germanistik!!

26. Januar 2003 um 23:53

Hallo,ihr Lieben!
Habe ein dringendes Proböem,welches ich jetzt einmal loswerden möchte,da ich es schon viel zu lange aufschiebe.
Ich bin Germanistikstudentin im 4.Semester(Nebenfächer Anglistik und allg.Sprachwissenschaft),studiere also "auf Magister".
Berufspraktisch bringt einem dieses Studium irgendwie rein gar nichts,es sei denn, man möchte wissenschaftlich arbeiten.
Man hat mir in der Studienberatung gesagt,ich müsse mich rechtzeitig um Praktika usw kümmern,wenn ich mit meinem Studiengang eines Tages einen Job bekommen wolle.
Nun würde gerne wissen,ob jemand von euch da Erfahrungen hat:
Was kann man ÜBERHAUPT mit diesem Fach später beruflich machen,welche Vorraussetzungen braucht das und vor allem,wohin kann ich mich wenden wegen Praktika oder weiteren Informationen.
Und bevor jemand auf die Idee kommt:
Doch,ich bin wirklich sicher,dass ich Germanistik weiter studieren möchte-macht mir nämlich viel Freude-wenn eben nur nicht diese miesen Aussichten wären!Ich bin euch dankbar für alle Antworten!
Liebe Grüße,Raine

27. Januar 2003 um 21:33

Arbeitsamt?
Vielleicht gibts ja bei deiner Uni ein Arbeitsamt speziell für Uniabsolventen und mit Beratern, die auf Leute spezialisiert sind, die gerade ihren Abschluss gemacht haben. Die müssten dir da eigentlich weiterhelfen.

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29. Januar 2003 um 11:44

Miese Aussichten? Nein!
Hi Raine,

also, das mit den miesen Aussichten für Germanisten stimmt gar nicht, da kann ich Dich beruhigen.

Generell sind die Berufsaussichten momentan nicht soooo rosig. Aber die Chancen der Geisteswissenschaftler steigen. McKinsey z.B. stellt vermehrt GW ein, weil sie gemerkt haben, dass es manchmal zum Lösen von Problemen mehr braucht als ein BWL-Studium, nämlich interdisziplinäres Denken, Allgemeinbildung und eine gewisse Findigkeit.

Ich habe auch Germanistik studiert (Nebenfächer KW und Linguistik) und gerade durch dieses Studium, in dem man alles selbst organisieren muss, viel für später gelernt. Ich bin Journalistin und da ist es z.B. am wichtigsten, NICHT dass man alles weiß, sondern dass man weiß, wo man's nachschlagen kann oder wen man fragen muss. Das habe ich u.a. im Studium gelernt.

Klar sind Praktika ENORM wichtig, man hat ja auch genug Zeit, ist nicht so im Stress wie ein Mediziner oder Jurist. Ich habe von Anfang an Praktika gemacht, insgesamt vier oder fünf, und bin jetzt seit 3,5 Jahren bei dem Arbeitgeber angestellt, bei dem ich mein letztes Praktikum machte. Bin quasi nicht mehr gegangen

Die Frage ist außerdem wohl nicht, was man mit Germanistik alles machen kann, sondern was Du machen willst, oder? Man studiert ja auf ein Berufsziel hin... Danach musst Du dann Deine Praktika ausrichten. Fang ruhig klein an (und fang BALD an), das wird dann von selbst, Eigendynamik entwickelt sich recht schnell, wenn der Anfang gemacht ist.

Übrigens gab's an meiner Uni eine Studie, in der's darum ging, wie die Chancen von Germanistikstudenten sind. Es kam raus, dass die Magisterkandidaten 2 Jahre nach Abschluss zu 90 % einen Job (und nicht McDonalds) hatten, während es bei den Staatsexamen-Leuten (Lehrer) nur 70 % waren! Klasse, oder?

Wenn Du weitere Fragen hast, ich helfe Dir gerne! Und falls Du ein Praktikum brauchst - werde gleich mal unsere Ausschreibung hier posten...

LG

Val
(valerie@gofeminin.de)

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29. Januar 2003 um 13:44
In Antwort auf Valerie29

Miese Aussichten? Nein!
Hi Raine,

also, das mit den miesen Aussichten für Germanisten stimmt gar nicht, da kann ich Dich beruhigen.

Generell sind die Berufsaussichten momentan nicht soooo rosig. Aber die Chancen der Geisteswissenschaftler steigen. McKinsey z.B. stellt vermehrt GW ein, weil sie gemerkt haben, dass es manchmal zum Lösen von Problemen mehr braucht als ein BWL-Studium, nämlich interdisziplinäres Denken, Allgemeinbildung und eine gewisse Findigkeit.

Ich habe auch Germanistik studiert (Nebenfächer KW und Linguistik) und gerade durch dieses Studium, in dem man alles selbst organisieren muss, viel für später gelernt. Ich bin Journalistin und da ist es z.B. am wichtigsten, NICHT dass man alles weiß, sondern dass man weiß, wo man's nachschlagen kann oder wen man fragen muss. Das habe ich u.a. im Studium gelernt.

Klar sind Praktika ENORM wichtig, man hat ja auch genug Zeit, ist nicht so im Stress wie ein Mediziner oder Jurist. Ich habe von Anfang an Praktika gemacht, insgesamt vier oder fünf, und bin jetzt seit 3,5 Jahren bei dem Arbeitgeber angestellt, bei dem ich mein letztes Praktikum machte. Bin quasi nicht mehr gegangen

Die Frage ist außerdem wohl nicht, was man mit Germanistik alles machen kann, sondern was Du machen willst, oder? Man studiert ja auf ein Berufsziel hin... Danach musst Du dann Deine Praktika ausrichten. Fang ruhig klein an (und fang BALD an), das wird dann von selbst, Eigendynamik entwickelt sich recht schnell, wenn der Anfang gemacht ist.

Übrigens gab's an meiner Uni eine Studie, in der's darum ging, wie die Chancen von Germanistikstudenten sind. Es kam raus, dass die Magisterkandidaten 2 Jahre nach Abschluss zu 90 % einen Job (und nicht McDonalds) hatten, während es bei den Staatsexamen-Leuten (Lehrer) nur 70 % waren! Klasse, oder?

Wenn Du weitere Fragen hast, ich helfe Dir gerne! Und falls Du ein Praktikum brauchst - werde gleich mal unsere Ausschreibung hier posten...

LG

Val
(valerie@gofeminin.de)

Danke!
Hallo,Valerie!
Das ermutigt mich,vielen Dank schonmal.
Habe mich mittlerweile im Internet ein bißchen umgesehen,es gibt schon reichlich Praktikumsplätze,wenngleich die meisten in Münschen oder so sind.Muß mir mal durch den Kopf gehen lassen,was ich will und wie ich anfange.
Schreiben war auch immer meine Leidenschaft,irgendwie habe ich deshalb das Studium angefangen,aber außer Mitschriften und ein paar Kinokritiken für eine online-Filmseite bin ich da zu wenig aktiv.
Wo hast du dich denn für Praktika beworben und hast du die Firmen einfach angeschrieben?
Wäre super,wenn du mir nochmal schreiben könntest!
Raine

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29. Januar 2003 um 14:19
In Antwort auf Raine

Danke!
Hallo,Valerie!
Das ermutigt mich,vielen Dank schonmal.
Habe mich mittlerweile im Internet ein bißchen umgesehen,es gibt schon reichlich Praktikumsplätze,wenngleich die meisten in Münschen oder so sind.Muß mir mal durch den Kopf gehen lassen,was ich will und wie ich anfange.
Schreiben war auch immer meine Leidenschaft,irgendwie habe ich deshalb das Studium angefangen,aber außer Mitschriften und ein paar Kinokritiken für eine online-Filmseite bin ich da zu wenig aktiv.
Wo hast du dich denn für Praktika beworben und hast du die Firmen einfach angeschrieben?
Wäre super,wenn du mir nochmal schreiben könntest!
Raine

Also...
...gerne doch

Du kannst ja z.B. auch für ein halbes Jahr in eine andere Stadt gehen! Ein Zimmer findet man immer und man lernt unheimlich viel dazu. Wenn sich Dir die Möglichkeit eines längeren Praktikums bei einem Medium bietet, das Dir gefällt, würde ich das nutzen!

Hm, aktiv solltest Du vielleicht schon werden, das ist wichtig im Journalismus. Eigenintitiative ist wichtiger als 1000 Zeugnisse oder super Noten.

Ich habe damals mit der Abizeitung angefangen und danach für ein Mini-Blatt in meinem Landkreis zu schreiben - über die Inthronisierung des Faschingsprinzenpaares, den Kaninchenzüchterverein (ja, echt! ) und so weiter, für wenig Geld, oft auch keines. Habe auch Fotos gemacht und mich da total reingehängt, obwohl es "popelig" war. Habe aber viel gelernt.

Dann habe ich mich erfolglos bei der Süddeutschen etc. für Praktika beworben - die nehmen zuerst die Diplom-Journalistik-Studenten und dann sind sie eh voll.

Habe dann halt andere Praktika gemacht - Kulturreferat, PR-Praktikum etc. - und bin dann zufällig über ein Schnupperpraktikum bei einem Magazin in diese Redaktion gekommen. War eigentlich nur ein besserer Redaktionsbesuch, nix Großes. Ich habe die Textchefin, die uns Studis betreute, mit Texten von mir zugeschüttet und zum Glück fand sie diese gut. Dann habe ich gefragt, wie ich an ein "echtes" Praktikum käme. Sie sagte, ich solle mich bewerben und die Bewerbung zuerst an sie schicken. Tat ich. Sie legte ein gutes Wort ein und schwupp, hatte ich meinen Praktikumsplatz. Habe ohne Zögern ein Semester sausen lassen und es nie bereut. Wie gesagt, danach habe ich permanent als freie Autorin weiter gearbeitet, bis sie mich als Redakteurin einkauften. Parallel habe ich das Studium fertig gemacht.

Wie gesagt, in der Branche sind Kontakte und Engagement wichtig. Man kann sich die Kontakte aber auch selbst machen. Ist mühsam, geht aber. Enthusiasmus ist das Wichtigste.

Wenn Du Dich in einer Redaktion bewirbst - erzähle denen, dass Schreiben Dein Traum ist, Deine Passion, dass es für Dich nichts Tolleres gäbe, als für diese Zeitung/Zeitschrift etc. zu schreiben. Sei begeistert und engagiert, häng Dich rein, lass die Augen leuchten - das ist die halbe Miete.

Ich habe auch ein paar Praktis unter meinen Fittichen und hatte mal eine, die war gescheit, konnte gut schreiben und mit dem Rechner umgehen - aber sie war so lasch! Null Begeisterung, keine Leidenschaft und Punkt 18 Uhr den Rechner ausschalten, das war nichts für uns. Sie hat nie einen freien Auftrag bekommen, während andere noch heute für uns schreiben..

Oh, ein Roman. Ist halt mein Thema...

LG

Val

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