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Fachhochschule oder universität bei bwl

20. November 2003 um 14:26

HI!

ich habe mal eine frage. was ist eigentlich der genaue unterschied zwischen universität und fachhochschule?
gibt es an der fachhochschule anwesenheitspflicht?


wäre nett, wenn ihr mir helfen könntet. hab schon überall im internet geschaut. aber nix wirkliches gefunden




lieben gruß,

snow

20. November 2003 um 21:25

Unterschied Uni/FH
Hallo snow!

Der Unterschied zwischen einer Universität und einer Fachhochschule besteht meines Wissens in der Unterschiedlichkeit der Abschlüsse.

Ich studiere BWL an einer Universität. Dieses Studienfach kann man mit dem akademischen Grad "Diplom-Kaufmann" abschließen. Auch an einer Fachhochschule kann man Diplomstudiengänge absolvieren, z.B. Betriebswirtschaft mit dem Abschluß "Diplom-Betriebswirt". Meines Wissens nennt sich der universitäre Abschluß "Diplom 2" und der FH-Abschluß "Diplom 1". Daraus ergeben sich Konsequenzen für den Zugang zu verschiedenen Berufen in der öffentlichen Verwaltung und in der freien Wirtschaft. Wenn man z.B. Steuerberater werden will und ein "Diplom 2" hat, muß man mindestens 2 Jahre lang hauptberuflich auf dem Gebiet der von Bund und Ländern verwalteten Steuern gearbeitet haben (z.B. bei einem Steuerberater). Mit "Diplom 1" muß man 3 Jahre lang dort gearbeitet haben, bevor man zum Berater-Examen zugelassen werden kann.

Tendenziell schlägt sich der Unterschied dann auch in dem Gehalt nieder, den Du später gegenüber Deinem Arbeitgeber fordern kannst.

Eine Anwesenheitspflicht besteht weder für die Vorlesungen an einer FH noch an einer Uni. Es gibt jedoch auch Veranstaltungen, wo man schlicht anwesend sein muß, um eine Teilnahmebestätigung zu erlangen. Solche sind aber eher die Ausnahme.

Ich hoffe, daß ich weiterhelfen konnte.

Viele Grüße,
ritschbert

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21. November 2003 um 10:10

Habe BWL an der FH studiert
Bin damit allerdings auch Diplom-Kauffrau, nur eben mit dem Zusatz (FH). Der Hauptunterschied besteht in der Dauer der Studiengänge. An meiner FH waren 8 Semester inklusive 1 Semester Praktikum und Diplom veranschlagt, was auch gut zu schaffen war. An der Uni brauchst Du für meine Begriffe länger. Wirklich von Bedeutung ist der Unterschied zwischen 'vollwertigem' Diplom und FH-Diplom später eigentlich nur im öffentlichen Dienst, bei der BAT-Einstufung, da gibt es für FH-Absolventen nach oben Grenzen. In der freien Wirtschaft macht es später kaum mehr einen Unterschied. Und da ich inzwischen festgestellt habe, daß selbst das praxisorientierte FH-Studium für die Realität noch viel zu theoretisch ist und ich kaum was aus dem Studium anwende, würde ich immer wieder zu einem FH-Studium raten.

Anwesenheitspflicht gibt es nicht, aber da der Unterrichtsstil eher seminaristisch ist, ist es schon sinnvoll, hinzugehen, insbesondere auch, weil es Dozenten gibt, die auf Anwesenheit wert legen. Reine 'Sitzscheine' hat es übrigens in meinem Studium gar nicht gegeben, überall mußte ein Leistungsnachweis erbracht werden. (Dabei fällt mir ein, einen Kurs mit Anwesenheitspflicht gab es doch, das war das praktikumsbegleitende Seminar, was nervig war, weil seeehr öde...)


LG

Kleine Ente

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21. November 2003 um 21:55

Hallo Snow
... an der Uni geht es in BWL theoretischer zu, auch mathematischer. Die Inhalte sind anspruchsvoller, lassen sich aber nicht so ohne Weiteres in die Praxis umsetzen.

Es ist richtig, dass in der Wirtschaft nach einigen Jahren Berufserfahrung niemand mehr nach FH oder Uni kräht. Oft wollen die Firmen gerade FH-Leute, weil diese jünger sind und etwas unter dem Gehalt von Uni-Absolventen eingestellt werden (vor allem bei Großunternehmen, die sehr "deutsch" sind, z.B. Siemens, BMW, IBM Deutschland - hier habe ich selbst Listen gesehen mit empfohlenen Gehältern für FHler und Uniabsolventen). Im Allgemeinen ist es so, dass deutsche Firmen nach Qualifikation und weniger nach Leistung zahlen. Bei einem Berufsanfänger gibt es ja auch kaum Berufserfahrung, daher wird hier oft unterschieden.

Außerdem ist es so (weiß ich von meinem Ex-Freund), dass Uniabsolventen oft, oft auf FH-Absolventen "runter schauen", ob zu Recht oder Unrecht, kann ich nicht sagen. Wenn Du also unter konservativen Uni-Leuten in Deiner Firma bist und auch noch in einer konservativen Firma, wirst Du als FHler ein Angestellter 2. Klasse sein. Es ist hart, was ich da sage, aber in diesem Fall ist es nun mal so. Habe es öfters erlebt.

Oft ist es auch so - nicht immer - dass Abiturienten, die an der Uni gestrauchelt sind, an die FH wechseln (kenne einige, die das gemacht haben). Das mag zum "Image" der FH unter Uni-Absolventen beitragen.

Ich würde jedem Folgendes raten: Eine Ausbildung vor dem Studium, da kommt Praxiserfahrung zusammen, und dann auf die Uni. Für FH hätte ja auch ein Fachabitur gereicht. Außerdem ist die FH heutzutage ja auch "zu theoretisch", von daher kannst Du ja wirklich gleich an die Uni...

Meine Meinung...

Im Öffentlichen Dienst ist es wirklich so, dass man als FHler keinen Zugang zum "höheren Dienst" hat, sondern "nur" zum "gehobenen Dienst", als hätte man nur Abitur und kein Studium. Ich glaube, es gibt da aber "Aufstiegsprüfungen". Also wie gesagt: Je konservativer eine Firma, Behörde etc., desto weniger werden sie von FH (und auch Diplome einer BA z.B.) halten. Je unvoreingenommener, desto eher wird es ihnen egal sein, Hauptsache, die Leistung stimmt.

Wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute
Meerfrau

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