Home / Forum / Schule & Studium / Eigentlich berufsschule - MUSS ich ins geschäft kommen?

Eigentlich berufsschule - MUSS ich ins geschäft kommen?

22. Mai 2006 um 16:51

hallo
ich habe folgendes problem:
ich mache eine ausbildung zur friseurin, bin noch im 1. lehrjahr und bin schon volljährig. jetzt am mittwoch hätte ich wie jede woche berufsschule, doch mein chef verlangt von mir dass ich ins geschäft kommen soll. darf er das rechtlich gesehen? ich mein seine pflicht ist es ja eigentlich mir zur BS freizustellen, weils meine pflicht ist hinzugehen.
vielleicht habt ihr ja schon das gleiche durchgemacht und könnt mir in dieser sache helfen?!
ich muss dazu sagen dass ich sowieso nicht in diesem betrieb bleiben möchte weil die mich da drin psychisch und seelisch total fertig machen.

würde mich freuen wenn ihr mir helfen könntet
liebe grüßle

22. Mai 2006 um 21:45

Das sagt das Berufsausbildungsgesetz:
BAG: Berufsausbildung Erwachsener
Freistellung für Berufsschulunterricht, Pausen und Wegezeiten

Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden
- für die Zeiten der Teilnahme am Berufsschulunterricht,
- für die Zeiten des notwendigen Verbleibs in der Berufsschule während der unterrichtsfreien Zeit (Pausen) und
- für die notwendigen Wegezeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb von der betriebsüblichen Ausbildungszeit freizustellen.

Weiter darf der Ausbildungsbetrieb den erwachsenden Lehrling nicht über die betriebsübliche Ausbildungszeit hinaus ausbilden oder anderweitig beschäftigen.

Nach dem Gesetz habe der Betrieb den Lehrling, so das BAG, für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen und ihm die Vergütung für die Zeit der Freistellung fortzuzahlen. Hieraus folgte bei einer zumindest teilweisen Überschneidung von Zeiten des Besuchs der Berufsschule und betrieblicher Ausbildungszeit, dass der Besuch des Berufsschulunterrichts der betrieblichen Ausbildung vorgehe und diese ersetze. Dies bedeute zugleich, dass eine Nachholung der so ausfallenden betrieblichen Ausbildungszeiten von Gesetzes wegen ausgeschlossen sei.

Freistellung auch für Pausen und Wegezeiten

Schließlich umfasst nach Ansicht des BAG die Freistellung des Auszubildenden für die Berufsschule notwendigerweise auch die Berufsschulpausen und die notwendige Wegezeiten; dies einfach deswegen, weil der Auszubildende aus tatsächlichen Gründen gehindert ist, an der Ausbildung im Betrieb teilzunehmen.

Aber abgesehen von der Gesetzeslage; es ist sicher in jedem Ausbildungsbetrieb schon mal vorgekommen, daß die Auszubildenden von der Schule aus innerbetrieblichen Gründen freigestellt wurden. Wie man damit um und darauf eingeht ist sicher auch immer vom Klima in der Firma abhängig.

Gefällt mir

Frühere Diskussionen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen